Taufe – ein Schritt mit mehrfacher Bedeutung

Wir freuen uns, dass fünf Leute in Kürze (17.09.11) den Schritt der Taufe gehen wollen. In den Taufseminaren und Taufgesprächen der letzten Wochen ist mir persönlich wieder neu wichtig geworden, welche verschiedenen Dimensionen die Taufe hat.

Mit dem Herzen glauben und mit dem Mund bekennen. Die Bibel spricht davon, dass diese beiden Teile zusammengehören. Es ist gut, wenn wir etwas in unserem Herzen glauben. Aber das muss dann ein Bekenntnis mit dem Mund nach sich ziehen. Drücke das, was du glaubst, auch aus: mit dem Mund, durch Schritte, die du tust. Die Taufe ist eine Möglichkeit des praktischen Bekenntnisses.

Bitte um ein gutes Gewissen. In der Taufe bitte ich Gott um ein gutes Gewissen. Er schenkt es mir. Ohne die eigene Bereitschaft das eigene Gewissen an dem Maßstab Gottes zu orientieren, kann das aber nicht wirksam werden. Meine Bereitschaft zur Veränderung ist wichtig. In der Bitte an Gott liegt eine große Veränderungskraft.

Es muss geschehen was Gott will. Jesus drückt bei seiner eigenen Taufe aus, dass er sich dem Willen Gottes völlig unterordnen will. Nicht mein eigener Wille geschieht, sondern deiner, Vater!

Es gibt eine unsichtbare Dimension, auch bei der Taufe. Wir haben von diesem Thema am letzten Sonntag in der Predigt gehört. Gott will unseren Blick für die unsichtbare übernatürliche Dimension schärfen. Ich bekenne bei der Taufe vor der sichtbaren Welt, aber auch vor der unsichtbaren Welt. Das stärkt meinen Glauben und meine geistliche Stellung, weil ich Position bezogen habe.

Natürlich ist dies keine vollständige Beschreibung der Bedeutung der Taufe, nur einige kleine Impulse.

Wenn du noch nicht getauft bist, schiebe deine Taufe (nach biblischem Vorbild) nicht hinaus. Auch kurzfristig kann man sich anmelden.

Taufe nach biblischem Vorbild am Sa, 17.09.2011 um 15 Uhr.

Find out the details (PDF)

Das Frankfurter Würstchen – mit Senf…

Donnerstag. 18.43 Uhr. Frankfurt Hauptbahnhof. Gleich neben dem Infopoint der Deutschen Bahn AG gibt es eine Würstchenbude – ja so nannte man das zu meiner Jugendzeit, heute heißt das moderner „Bistro“… – hier kann man sich den Senf selbst auf’s Würstchen tun, self catering, sozusagen.

18:46 Uhr. Bei „Yormas“ in München sind die Würstchen zwar billiger, aber die hier haben das echte King-Size-Format. „Das große, bitte… Oooh, ihr habt ja die Preise gesenkt.“  Ja, auch das gibt es heute noch. Keine Antwort. Vielleicht hat hier doch irgendwo ein „Yormas“ als Konkurrenz aufgemacht?

18:47 Uhr. Ganz viel Senf. Kein Ketchup, self catering. Das aus dem Brötchen herausragende Wurstende schmeckt schon mal ausgezeichnet. Die Reise kann also ohne nach-tagungsmäßigen Hunger über die Bühne gehen. Angenehmes Leben.

18:48 Uhr. Gleis sieben. Aber vorne in Abschnitt C, bitte. In Nürnberg wird der Zug geteilt. Etwas hektisch bewege ich mich voran. Platzreservierung habe ich mir schon lange abgewöhnt.

18.50 Uhr. Der ICE nach München rollt ein. Inwzischen ist das Würstchen außerhalb des Brötchens restlos abgeknabbert. Der Senf hat sich bedrohlich zum Brötchenrand vorgearbeitet. Mir fehlt wohl das richtige Händchen.

Erstaunlich früh ist die Bahn heute, finde ich. In der linken Hand den Trolley, rechts das Würstchenbrötchen eingehüllt in die Serviette, auf dem Rücken der Rucksack, der mit zunehmendem Laufschritt immer etwas mehr verrutscht. Ich schiebe ihn zurück.

18:51 Uhr. Wagen 22 wird gemeinsam mit gefühlten Hundertschaften von Reisenden geentert. „Ist hier noch frei?“ „Dann wird’s hier am Tisch sehr aber eng“, meint der nette Herr. Ist halt so, wenn der Zug voll ist. Vielleicht stört ihn mein duftendes Wurstbrötchen mit der Senfbedrohung. Nur jetzt nicht kleckern! Ich gehe weiter, da ist noch ein Platz ohne Tisch. Das sollte für heute auch reichen. Ich will sowieso telefonieren.

18:53 Uhr. Trolley verstaut, Handy an die Freisprechanlage gekoppelt, Laptop angeschlossen. Jetzt ist sogar das Brötchen selbst schon kleiner geworden, ohne Kleckern. Ich bin stolz auf mich.

18:54 Uhr „Wäällkamm on Boooaad off sie Ai Ci Iiii sickshandräd-irgendwas“. Das Englisch der Zugchefs ist fast auf jeder Reise ein echter Genuss. Diesmal unverkennbar Nürnberger Akzent, finde ich.

18:55 Uhr. Der Zug rollt schneller. Noch zwei Bissen, dann sollte es kleckerfrei geschafft sein.

18:55 Uhr und 30 Sekunden: Flatsch. Klecker. Frust. Die grüne Farbe des Hemds eignet sich hervorragend als sorgfältige Tarnung für den etwa 10 Quadratzentimeter großen Senffleck. Das Papiertaschentuch behebt den Schaden nur notdüftig, Ärger will aufsteigen. Nein, nicht ärgen, Aufdemhoff! Warum die Reise von einer Kleinigkeit verderben lassen?

22:10 Uhr, superpünktlich in München. Auch das gibt es bei der Bahn. Man könnte sich ja auch mal dafür bedanken. Sichere Reise, keinen Stress, keinen Stau, viele Telefonate geführt, gutes Handynetz, Strom im Zug, Akku nicht leer – nur ein Senffleck zum Gedächtnis. Und der ist nicht mal Schuld der Bahn…

Die notdürftige Beseitigung des Flecks in der Zugtoilette hat zwar einen deutlichen Ring hinterlassen,  der ist aber inzwischen getrocknet. „Senk ju vor träwelling wiss Deutsche Baaahn.“ Der Nürnberger ist immer noch im Dienst.

Die bedanken sich jedenfalls. Ich könnte es eigentlich auch tun. Beim Flugzeugausstieg steht immer die Chefstewardess oder der Pilot. Da liegt es fast nahe es zu tun.

Dankbar sein in allen Dingen. Bei Pünktlichkeit – und auch bei Verspätung. Ärger drückt meistens die Stimmung, auch wenn’s nur der Senf ist.

Da las ich doch unlängst von einem Journalisten, der sich bei Bahnchef Grube für dessen Mitarbeiter bedankte und dann vom Bahnchef zum Essen in die Bahnzentrale nach Berlin eingeladen wurde. Vielleicht lädt er mich auch mal ein. Da gibt’s bestimmte keine Würstchen mit Senf…

Lektion für heute: Dankbarkeit ist eindeutig besser. Es lebt sich einfach besser.

Leider fällt mir das mit dem direkten Sich-Bedanken zu spät ein. Nächstes Mal will ich mir Mühe geben.

MMM & nine nine eleven

Zum  neunten neunten elf!

Lieber Wolfgang, lieber MiniMutMacher (a.D. und i.D.),

als „BFP-XC-Gemeinde“ wollen wir dir zu deinem heutigen 80.Geburtstag herzlich gratulieren. 80 Jahre – und kein bisschen „leise“. Du bist ein wirklicher Ermutiger, Vorbild, Pionier im Reich Gottes – und ein Geschenk an unsere Bundesgemeinschaft. Wenige Tage nach unserem geschätzten Altpräses gehst nun auch du in den „Kreis der ehrwürdigen Achtziger“ ein.

In den Mitsiebzigern, wenn andere nur noch Briefmarken sammeln und Blumen gießen, hast du angefangen MMMs zu sammeln. Auf stolze 365 hast du es Ende August 2011 gebracht, die Zahl scheint „rein zufällig“. Du hast sie nicht nur gesammelt, sondern erbetet, gesucht, nachgedacht, geschrieben und uns alle – und viele über unser Forum hinaus – damit gesegnet. An dieser Stelle möchten wir als BFP-XC-Moderatorenteam dir ganz herzlich stellvertretend für alle Leser danken.

Du hast uns unlängst gesagt, dass jetzt mit den MMMs „Schluss“ ist, du quasi „MMM a.D.“ bist. Wir aber sehen dich weiter „MMM i.D.“ als mutmachender Bruder und Beispiel für uns alle, wie man das Alter kreativ und innovativ gestalten kann. Deine mutmachende Art ist eben nicht einfach „außer Dienst“ zu setzen.

Unser Gebet und Wunsch ist, dass du uns noch lange erhalten bleibst. Auch wenn du nun keine MMMs mehr schreiben wirst, auf Facebook, so haben wir gesehen, machst du weiter mit kleinen Impulsen.

Ich erinnere mich an unsere Gemeindefreizeit, die wir vor vielen Jahren auf der Naumburg gemeinsam mit dir hatten. Schon damals hast du uns sehr ermutigt. Liebe war immer wieder ein wichtiges Thema von dir. Das hast du mit dem MMM nahtlos fortgesetzt.

Du hast dich – das sagte ich an dieser Stelle schon einmal – auch im Alter an die „neuen Kanzeln“ herangewagt, auch wenn du technisch nicht alles durchblickt hast. Aber dir war es wichtig, die Botschaft von Jesus unter die Leute zu bringen. Deine Biografie ist Zeugnis davon. Ich habe sie mit viel Gewinn gelesen!

Vor wenigen Wochen traf ich dich in Erzhausen. Du hattest auch dort einige Studenten in einem Kurs vor deiner „Kanzel“. Deine frische und spätjugendliche (mutmachende) Ausstrahlung hat mir wieder neu gefallen: Wolfgang hat sich kaum verändert!

Für deine „alten Tage“ wünschen wir dir weiterhin viel Frische und Gelegenheit, deine guten Impulse an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Grüße auch bitte deine Lieselotte von uns. Habt gemeinsam einen wunderschönen Tag an deinem Ehrentag.

Ich finde, „nine (nine) eleven“ bekommt da noch mal eine ganz andere Bedeutung… :

Herzliche Grüße
Dein BFP-XC-Moderatorenteam

Frank Aufdemhoff mit Jens S. und Christian H.

Hintergrund: Wolfgang, der MMM, hat im eMail-Forum BFP-XC in den letzten Jahren 365 MiniMutMacher veröffentlicht. Eine Sammlung davon ist bei ihm als PDF kostenlos zu erhalten. Näheres unter www.MiniMutMacher.de.

BERÖA – Immer wieder gerne hier

BERÖA – vor 30 Jahren hier studiert. Immer wieder gerne hier. Für mich ein Ort von viel Segen. Feiert in diesem Herbst 60 Jahre Bestehen. Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe von GEISTbewegt!

Sehr gerne denke ich an die Zeit des Studiums zurück. Als ich im Herbst 1980 mit meinen zwei vollgepackten Koffern aus dem damaligen „Nahverkehrssilberling“ der Deutschen Bahn hüpfend erstmalig „Erzhausener Boden“ betrat, wusste ich nicht, was mich erwartet.

Drei Jahre Studium haben mein Leben sehr geprägt. Nicht nur das Kopfwissen, sondern die Begegnung mit vielen Menschen (Lehrer, Mitstudenten, Gastdozenten, Gäste, …), die Zeiten von Gebet, Andacht und Lobpreis, die Gemeinde-Einsätze, Gottesdienste, Gebetstage, Musikfeste, Aufnahmen – und nicht zuletzt die Mitarbeit auf „Bauröa“ haben ihre Spuren bei mir hinterlassen.

Anfang September 2011. Präsidiumssitzung des BFP, zum Essen und im Quartier sind wir auf BERÖA. Ich studiere die Jubiläums-Schautafeln, die zum Fest erstellt worden sind und die Geschichte dieses ehrwürdigen Ortes dokumentieren. Wirklich gut sind sie geworden. Ich entdecke ein Bild von mir – beim „Bauröa-Einsatz“ bei einer Fußbodenvorbereitung…

Im Sommer-Hauspraktikum hatte ich u.a. gelernt, wie man Heizungen baut und Decken verputzt. Dank Herrn Dr. B.B. Neben theologischen und pastoralen Fächern eben eine „umfassende Ausbildung“ auf BERÖA, die mir später nicht selten SEHR dienlich war…

Wirklich!

Wichtige Lebensfragen: Liebt Gott auch Nacktschnecken?

Es gibt wichtige Fragen im Leben.

Samstagabend, der Abend ist noch lauschig mild, es ist spät geworden. Die Vorbereitungen für den Sonntag sind abgeschlossen. Die beste Ehefrau von allen fragt liebevoll, ob ich denn alles „geschafft“ hätte. Ja, sehr gut. Ich bin dankbar.

„Danke, Schatz, dass du nachfragst“.

Aber da sind noch die wirklich wichtigen Lebensfragen. Die liegen manchmal woanders. Heute liegen sie direkt auf dem Rasen im Vorgarten neben mir. Sie kriechen an meinen Stuhl heran, auf dem ich den Rest des Abends genieße.

Ich schaue herum, zu meinen Füßen, auf dem Rasen, überall sind sie. 10, 20. Immer mehr entdecke ich, ohne mich aus meinem Gartenstuhl erheben zu müssen. Nein, zum Glück keine Schlangen.

„Warum eigentlich gibt es Nacktschnecken?“. Wichtige Lebensfragen, die geklärt werden wollen. Warum eigentlich? Keine Ahnung. Damit Igel Nahrung haben? Bei uns gibt es keine Igel. Jedenfalls sehe ich keine.

Und ob Gott wohl auch die Nacktschnecken liebt? Diese mit der Schleimspur, die alle meine Blumen an- und auffressen? Ich glaube schon, sonst würde es sie nicht geben.

Aber ich? Ich liebe sie nicht, diese Schnecken. Jedenfalls im Moment nicht. Ehrlich.

Leider habe ich auch noch keinen adäquaten – und vor allem erfolgreichen Weg – gefunden, um ihnen auszudrücken, dass ich sie nicht liebe.

Vielleicht finde ich den noch. Und die Antwort, warum es sie gibt. Oder gilt dafür auch Römer 8,28?  Eine Frage, die vom Kopf her zu beantworten leicht fällt, aber vom Herzen eher schwer.

Wie so manche Fragen im Leben.

Ich lehne mich in meinen Gartensessel zurück und kann mich entspannen, während die Abendkälte immer mehr hochsteigt und scheinbar immer mehr Schnecken aus allen Löchern in meinem Garten herauskriechen.  Ich muss nicht auf alle Fragen des Lebens eine Antwort finden. Das entspannt.

Aber ich darf sie in meinem iBlog schreiben. Das hilft auch!

München „hinter Gittern“

Anfang September 2011.

Wie an jedem ersten Freitag im Monat treffen wir uns vor dem Eingang der Matthäuskirche. Urlaubsbedingt ist die Truppe heute etwas kleiner. Es ist immer ein herzliches Begrüßen und Miteinander, wenn wir als Leiter und Pastoren zum Gebet zusammenkommen.

Fast keiner von uns hat „Zeit im Überfluss“. Trotzdem ist es uns wichtig, gemeinsam zu beten – regelmäßig. Vor dem Gebet steht aber erst der Aufstieg auf den Kirchturm – für manchen eine echt frühsportliche Übung. Japps. Schnapp.

Dann haben wir es direkt vor uns: „München hinter Gittern“ –  damit die Tauben den Turm nicht verdrecken. Verständlich. Die Sonne scheint warm auf die Dächer herab. Die Alpen sind leicht im Hintergrund zu sehen.

Wir beten füreinander, für die Gemeinden, für die Stadt München und für die Region. Dabei blicken wir auf das Stadtzentrum, das Rathaus, nach Norden, Süden, Osten, Westen. Immer gibt es aktuelle Anliegen. Heute beten wir besonders auch für Israel.

Gebet ist eine Macht. Setzen wir sie ein. Zu unserem Wohl, aber auch zum Wohl unserer Stadt.

1415-Gebet: Viermal „Ich will“

(ursprünglich veröffentlicht in den FCG-M-News September 2011)

Paulus geht mit Entschlossenheit die Frage des Gebets an. Er ermutigt uns in der Bibel an verschiedenen Stellen, das Gebet nicht zu vernachlässigen. Paulus tut das nicht ohne Grund, denn Gebet ist angegriffen. „Ich will beten mit dem Geist, aber ich will auch beten mit dem Verstand; ich will lobsingen mit dem Geist, aber ich will auch lobsingen mit dem Verstand.“ (1. Korinther 14,15). Mit diesen Worten teilt er uns seine persönliche Entscheidung mit.  Er hat sich dazu entschlossen beten zu wollen.

Nein, es ist nicht nur seine persönliche Entscheidung sondern dies leitet uns an: Wir sind aufgefordert, uns für das Gebet zu entscheiden. Es gibt viele Dinge, die uns vom Gebet abhalten wollen, da die Aufmerksamkeit in unserem Leben von allen möglichen Bereichen gefordert wird. Das ist wohl auch kaum zu ändern. Umso wichtiger ist, dass wir – wie Paulus – sagen: ich will auch!

Das Gebet hat viele Dimensionen und Facetten. Zwei davon möchte ich heraus greifen. Das eine ist die Ebene des Verstandes, das andere die Ebene des Geistes. Interessant finde ich, dass Paulus hier die Ebene des Geistes zuerst nennt.  Wenn wir beten, müssen wir manchmal die Ebene des Verstandes verlassen und uns auf die Ebene des Geistes begeben. Hier merken wir, dass uns die „sicheren Bretter“ fehlen, weil wir uns im übernatürlichen Bereich bewegen müssen.

Für mich bedeutet „Beten mit dem Geist“ zunächst einmal das Gebet in Zungen oder Sprachen. Das liebe ich und praktiziere es gerne. Da kann ich richtig eintauchen und menschliche Aspekte loslassen. Aber es geht von der Bedeutung her viel weiter. Gebet im Geist bedeutet auch, sich nicht auf seinen Verstand verlassen zu müssen, sondern vom Heiligen Geist Leitung zu erfahren. Der Heilige Geist übernimmt die Führung, wenn wir nicht wissen, wie und was wir bitten sollen (Röm. 8,26). Auch das Singen im Geist und im Verstand hat eine besondere Kraft.

Viermal „Ich will!“ – Mach diesen Tag, diese Woche, diesen Monat zu so einem „1415-Ja“, in dem du für dich persönlich die „Ich-will-Entscheidung“ triffst.

 

Durban III

Die Geschichte eines antisemitischen Hass-Festivals
Von Lisa Schmid
(übernommen mit freundlicher Genehmigung aus dem ICEJ-Newsletter vom 2.9.11)

Das Ziel der Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen im Jahr 2001 in Durban, Südafrika, war es eigentlich, Sklaverei und Kolonialismus öffentlich als Verbrechen anzuerkennen. Doch statt einer Bewältigung der schmerzhaften kolonialen Vergangenheit passierte etwas ganz anderes – die Veranstaltung mutierte zu einem antisemitischen Schauprozess gegen Israel.

Die  Arabische Liga nutzte gemeinsam mit den blockfreien Staaten und einigen afrikanischen Ländern ihre automatische Mehrheit, um den Judenstaat zum
Sündenbock für alle tatsächlichen und vermeintlichen Verfehlungen des Westens zu machen. Befeuert durch Berichte der gerade ausgebrochenen zweiten palästinensischen Intifada landete von allen 192 Staaten dieser Welt allein Israel auf der Anklagebank.

Zionismus wurde mit Rassismus und Apartheid gleichgesetzt, während aktuelle Menschenrechtsverletzungen wie z.B. im Sudan oder Kongo nicht einmal erwähnt wurden, ganz zu schweigen von der Verfolgung von Minderheiten in der islamischen Welt.

Die stellvertretende Vorsitzende des Außenausschusses des italienischen Parlaments, Fiamma Nierenstein, berichtete damals als Journalistin aus Südafrika über die Konferenz: „Juden, die eine Kippa trugen, mussten sich vor Demonstranten schützen, die Porträts von Bin Laden mit sich herumtrugen und die Juden jagten. Die jüdischen Gemeindezentren in der Stadt wurden gestürmt und geschlossen. Die Pressekonferenz der israelischen Delegation wurde gewaltsam angegriffen und unterbrochen.  Israel wurde mit den Nationalsozialisten gleichgestellt und der Apartheid beschuldigt, um, insbesondere in Südafrika, sein Existenzrecht in Frage zu stellen.“

Die Anschläge vom 11. September, die wenige Tage nach der Konferenz stattfanden, verdrängten Durban I allerdings schnell aus den Schlagzeilen.

Durban II in Genf
Weniger gewalttätig aber ebenso antisemitisch ging es 2009 auf der Folgekonferenz „Durban II“ in Genf weiter. Die Konferenz begann am 20. April, dem Tag, an dem Israel der Opfer des Holocaust gedachte. Hauptredner war der iranische Präsident und Holocaustleugner Mahmoud Ahmadinedschad, der „die zionistischen Besatzer Palästinas“ (Israel) als „rassistisch“, „höchst brutal“, „kriminell“ bezeichnete und den Judenstaat des Völkermordes bezichtigte. Er brandmarkte die „Zionisten“ als Wurzel der Probleme in Irak und Afghanistan.

Einige Staaten hatten aus dem Debakel von 2001 gelernt und waren von vornherein der Konferenz ferngeblieben, darunter Israel, die USA und auch Deutschland. Vertreter weiterer Staaten verließen aus Protest den Saal, als Ahmadinedschad sprach, doch die Mehrheit der Delegierten blieb – und nicht wenige gaben dem iranischen Diktator stehende Ovationen.


Durban III in New York

Eine Mehrheit von 128 Ländern schaffte es bei Durban II erneut, die unleidliche Durban-Erklärung (Zionismus = Rassismus) auf die Agenda der UNO zu setzen. Ziel der Durban III- Konferenz am 23. September in New York ist es nun, den zehnten Jahrestag der Durban-Erklärung zu feiern und  die „Umsetzung der Durban-Erklärung in die etablierten Menschenrechte im UN-System“ einzuarbeiten
(Entwurf der Abschlusserklärung).  Mit anderen Worten – Antisemitismus, Israel- und Judenhass soll in die offizielle UN-„Menschenrechtsstrategie“ aufgenommen werden.

Besonders brisant ist erneut der Zeitpunkt dieser Initiative – die Konferenz findet kurz nach der Abstimmung über einen Palästinenserstaat bei der UNO statt und zeitgleich mit der Eröffnung der Generalversammlung. Diesmal wird die Verteufelung Israels und der Juden also auf höchster Ebene stattfinden – vor den Regierenden dieser Welt. Hauptredner ist erneut der iranische Präsident Ahmadinedschad.

Bisher haben die USA, Kanada, Israel, Italien, die Niederlande, Australien, die Tschechische Republik  und Österreich ihre Teilnahme aus Protest gegen die antisemitische und einseitige Agenda der Konferenz abgesagt.

Deutschland hat trotz zahlreicher Aufforderungen verschiedenster jüdischer und christlicher Gruppen, unter ihnen auch die ICEJ, bisher an seiner Teilnahme festgehalten – eine Haltung, die gerade aufgrund der Freundschaftsbeteuerungen Deutschlands gegenüber Israel und der historischen Verantwortung gegenüber dem Judenstaat auf immer größeres Unverständnis stößt.

Was kann aus diesem Ort noch alles werden…?

Besuch im Gut Dietlhofen bei Weilheim
Ich muss in meinen Erinnerungen kramen. Ist es 20 Jahre her? Nein, nicht ganz. Ich bin in Albanien unterwegs. Mit A. G. und seinem quirligen Team fahren wir auf Mission rund um Pogradec in die albanischen Berge. Ich bin beeindruckt von der Effektivität dieses Dienstes. Wir fahren, durchaus komfortabel, in einem relativ neuen Geländewagen deutscher Bauart mit Stern auf der Haube. Die Mission in den Dörfern macht richtig Freude, die Menschen sind offen für das Evangelium, sie hören die Botschaft und lassen für sich beten.

Auf der Rücktour kommen wir über das Auto ins Gespräch. Könnt ihr euch als Mission das leisten? Das war doch sicher nicht gerade billig. „Der Herr versorgt uns. Das hat ein Sponsor aus Bayern finanziert.“

Szenenwechsel: 2009, ich bin auf Missionsreise in Rumänien. Im Norden des Landes besuche ich mit Markus H. ein Hilfsprojekt für Zigeunerfamilien. „Die haben hier richtige Wohnungen bekommen und jetzt bauen wir ein Gemeinschaftshaus, das auch einmal eine Gemeinde beherbergen soll.“ Auf dem Fensterbrett der Baustelle steht ein kleine bayerische Tischfahne. „Was soll die denn hier und wie bezahlt ihr das alles?“ sind meine nächsten logischen Fragen. Wieder kommt ein Sponsor aus Oberbayern ins Gespräch.

Szenenwechsel: Ob ich schon einmal in Dietlhofen war, will der anrufende Pastorenkollege, den ich an diesem Nachmittag empfange, wissen? Etwas ratlos aber nicht hilflos befrage ich Mr. Google. Der spuckt mir sofort einen Pressebericht des Münchner Merkurs dazu aus, dass man in Dietlhofen große Pläne hätte. Ein Hofgut bei Weilheim wäre das, weiß die allwissende Internetkrake. „Du musst unbedingt mal Dietlhofen besuchen und D und C kennenlernen.“ Der Kontakt ist sehr schnell hergestellt und so fahre ich an einem Dienstagnachmittag im Frühsommer Richtung Weilheim.

Kurz vor Weilheim geht es links ab, über die Bahn, durchs Grüne. Nach kuzer Zeit ist man in Dietlhofen. Auffällig die schöne Kirche, die im Rahmen des Hofguts ungewöhnlich erscheint. D. und C. heißen mich herzlich willkommen. Gemeinsame Wurzeln und Bekannte verbinden uns. Sie sind als Familie aus Nordbayern hierher gekommen, um dieses Hofgut mit (geistlichem) Leben zu erfüllen. „Dieses Zentrum soll im globaleren Sinne der Gemeinde Jesu dienen“, führen die beiden aus. An der genaueren Vision wird noch gearbeitet.

„In den nächsten Tagen wird hier ein Royal Ranger – Camp stattfinden“. Während wir das Gelände besichtigen entfaltet das Ehepaar Tremel verschiedene Gedanken, was in Dietlhofen möglich sein könnte. Wir besichtigen die Kirche und ihre Nebenräume. Alles ist sehr schlicht gehalten, aber funktional durchdacht und von hoher Qualität. Im oberen Stockwerk befindet sich ein Seminarbereich. „Heilig, heilig, heilig“, klingt es leise im Hintergrund aus den Lüftungsschächten. Dem Stifter der Kirche war es wichtig, dass hier fortwährend die Heiligkeit Gottes proklamiert wird und seine Heiligkeit im Mittelpunkt steht, werde ich aufgeklärt.

Dem Stifter? Albanien, Rumänien, Weilheim? An diesem Nachmittag laufen bei mir gedanklich verschiedene Fäden zusammen: Der Geländewagen- und Zigeunerdorf-Stifter lebte hier in Dietlhofen und hat dieses Hofgut, nachdem er zum Glauben an Jesus gefunden hatte, mit einer besonderen Berufung versehen. Dann starb er und vermachte das Anwesen der „GKM“ mit dem Auftrag, es für das Reich Gottes nutzbar zu machen.

Im Untergeschoss der Kirche befindet sich ein imposantes Taufbecken: „Gemeinden können hierher kommen, einen Gottesdienst halten, Taufen durchführen, einen Gemeindeausflug machen.“ D. kommt bei seinen Ausführungen fast ins Schwärmen: Hier ist vieles möglich. „Wir arbeiten daran, dass wir ausreichend Platz für Gäste schaffen können.“ Im Moment gibt es nur einige wenige Möglichkeiten, um Gäste unterzubringen, geplant ist mehr.$

Wenige Wochen später ist D. auf unserer Regionalklausur in Magnetsried und stellt uns Dietlhofen ausführlich vor. Er selbst möchte sich in den BFP in der Region Bayern-Süd einbinden und auch die Geschwister über die Möglichkeiten in Dietlhofen informieren. Mir ist klar: Dies ist ein Ort, der sich zum Segen auswirken kann, wenn wir ihn richtig nutzen.

Nähere Infos gerne bei mir.