„Menschen sind uns wichtig“

Hillsong-Konferenz in London

IMG_2645Die große Londoner O2-Arena habe ich bei meinen bisherigen Besuchen an der Themse immer nur aus dem Fenster der DLR (S-Bahn) gesehen. In dieser Arena aber mit über 20.000 Geschwistern gemeinsam und international Jesus zu feiern, ist etwas ganz Besonderes.

Hillsong rockt das Haus! Ganzseitige Anzeigen in Londoner Abendzeitungen lassen die ganze Stadt wissen, was hier los ist. Brian Houston, Senior-Pastor von Hillsong Sydney, ist der Gastgeber, setzt immer wieder Akzente, leitet, motiviert. Hillsong London ist die ausführende Gemeinde, über 3000 freiwillige Mitarbeiter haben sie an den Start geschickt, am ersten Abend können sie gar nicht alle Freiwilligen einsetzen, höre ich.

IMG_2574Hillsong, das ist wesentlich mehr als Musik. Das ist Gemeinde, das ist Vision, das ist Identität. „Das sind vor allem Menschen, die zuhause ankommen sollen“, erläutert Freimut Haverkamp, der den deutschen Zweig des Hillsong Netzwerks leitet. Das gehört zu den wesentlichsten Werten ihrer Gemeindekultur. Und das merkt man. Freundliche Mitarbeiter an den Türen halten diese auf, helfen, lächeln. Im Foyer der O2-Arena wird jeder Gast einzeln oder jede ankommende Gruppe unermüdlich mit LaOla-Wellen im Spalier willkommen geheißen.

Deutschland ist in diesem Jahr auf dem zweiten Platz und hat damit die Norweger überholt. Über 1000 Teilnehmer sind angereist, viele aus dem BFP. So treffe ich so manche Kollegen und Freunde. Hillsong Deutschland mit seinen derzeit zwei Standorten in Konstanz und Düsseldorf gehört selbst auch zum BFP.

IMG_2516Hillsong vermittelt ein starkes „Wir-Gefühl“, die Predigen sind klar und klassisch wortorientiert. Obwohl er aus einer anderen Generation kommt und mehr deren Predigtstil repräsentiert, gelingt es Brian Houston, die jüngere Generation abzuholen. Das gefällt mir. Die Themen sind eher typisch für eine Glaubenskonferenz, weniger eine Leiterkonferenz.

Sie motiviert und inspiriert stark. Ich habe mir festgehalten, welche positiven Momente ich für mich persönlich, aber auch für die Gemeinde und den BFP mitnehmen kann. Vieles inspiriert mich sehr.

Etliche aus Deutschland sind in Gruppen aus Gemeinden da. Gemeinsam erlebt, können die Impulse solch einer Konferenz richtig etwas bewegen, ohne dass man zum Kopierer wird.

Gut, dass es Hillsong gibt!

Viel mehr als nur ein „Ausflug“

Samstagmorgen, 4 Uhr. Per Telegram meldet sich A., dass er sich um fünf Minuten verspäten würde. Halbschlafend packe ich meine Sachen. Unser Gemeindebus ist zu diesem Zeitpunkt bereits voll mit sieben unserer Flüchtlinge plus A.. Unser Ziel ist das Ruhrgebiet. A. hat leichte Michael-Schumacher-Gene und so brausen wir mit vollbesetztem Bus gen Norden. Ich bin sehr begeistert über unseren neuen weißen Gemeindebus. Der fährt selbst mit neun Leuten wie eine Rakete und verbraucht überschaubar Diesel! Richtig gut!

In Essen treffen A. und ich zu Mittag mit Pastor Siamak zusammen, dem Leiter einer freien charismatischen persischsprachigen Gemeinde (www.elam-aliv.net). Er ist ein bemerkenswerter Diener Gottes und erreicht mit seinem Internetkanal Hunderte von Persern in der ganzen Republik und weltweit. Das Gespräch ist sehr tiefgehend und wichtig. Unsere Herzen begegnen sich.

youtube Am Sonntagnachmittag sind wir im Elam-alive-Gottesdienst, eine interessante Mischung aus Lokalgemeinde und Internet-Gemeinde, höchst bemerkenswert und interessant. Der Gottesdienst ist auf Youtube verfügbar, ab etwa 1:30 kommt meine Predigt.  https://youtu.be/Rc8U7QNGL_w

Pastor Siamak macht einen sehr gesegneten Dienst unter den Iranern. Gott bestätigt das, lokal und weltweit. Via Internet macht er mit Iranern Bibel- und Leiterkurse. Daran nimmt auch unser A. teil. Deswegen wollte ich den Pastor gerne face2face treffen.

Aber zurück zum Samstag. Nach dem Treffen in Essen und einem kleinen Stadtspaziergang besuchen wir kurz die Stadt Bochum. Auf einem Straßenfest treffen wir einige Iraner, die dort singen, was bei unserer Gruppe für große Freude und Aufregung sorgt.

Weiter geht es nach Lünen. Dort werden wir am Abend in der russlanddeutschen Gemeinde „Gottes Wort“, herzlichst mit einem opulenten Grillfest empfangen. Die Gemeinschaft ist toll. Die russlanddeutsche Gemeinde Bochum hat mittlerweile drei Filialen, eine davon hier in Lünen, eine vierte wird gerade in Unna aufgemacht. Ich bin echt begeistert, wie deren Pastor Ivan Stukert unterwegs ist und neue Gemeinden gründet. In Lünen haben sie eine ehem. neuapostolische Kirche gemietet. Hier übernachten wir auch. Die Gemeinde hat extra Matratzen und Bettwäsche herangeschleppt, um uns den Aufenthalt angenehm zu machen. Das ist echt vorbildlich!

ausflug02Am Sonntagmorgen im Gottesdienst dienen unsere Perser dort. Das ist stark und klasse. Gesang, Zeugnisse, Gebete – RICHTIG gut. Ich bin einfach total dankbar, das erleben und begleiten zu können.

Nachdem Essen als Stadt für uns eher enttäuschend gewesen ist, will ich den Flüchtlingen noch etwas von Deutschland zeigen. „Wir wollen Frankfurt sehen“, stimmen sie für eine meiner Optionen. So erreichen wir Frankfurt am Sonntag gegen 23 Uhr, besuchen den Römer, den Eisernen Steg und flanieren über die Frankfurter Zeil. Zum Schluss nutzen wir die Rabatt-Gutscheine zu einem Festmahl um Mitternacht bei Mc Donalds. „Wir haben immer Hunger“, sagt Saeed und schiebt sich den zweiten BigMac rein. Er und Ali müssen am Montagmorgen um 8:00 Uhr schon wieder im Sprachkurs sein!

Um 5:30 Uhr am Montagmorgen sind wir wieder in München, nachdem ich beim Abliefern alle Camps kennengelernt habe, in denen unsere Freunde wohnen.

Das war wirklich „mehr als ein Ausflug“.

(up)

Ben Hur

Wer kennt ihn nicht – den Monumentalfilm BEN HUR aus dem Jahr 1959 mit Charlton Heston in der Hauptrolle. Elf Oscars gewann der Film, der auf Lew Wallaces Buch „BEN HUR – A Tale of the Christ“ basiert. Fast sechs Jahrzehnte später kommt BEN HUR zurück auf die Leinwand. Neben Jack Huston (Judah Ben-Hur) und Toby Kebbell (Messala) ist Morgan Freeman in der Rolle des Ilderim zu sehen. Im Gegensatz zum fast vierstündigen Klassiker erzählt die Neuverfilmung das Epos des jüdischen Prinzen in etwa der Hälfte der Spieldauer. Seit 1. September läuft er nun auch in den deutschen Kinos, auch in etlichen Münchner Kinos ist er an diesem Wochenende zu sehen.

Im Juli diesen Jahres waren Petra und ich eingeladen zu einem exklusiven Preview der englischen Vorversion des Filmes – im Nobel-Hotel „Bayerischer Hof“ in München, mit anschließender Diskussion mit den Vertretern der Produktionsfirma.  Eigentlich war die Einladung für unseren Präses, aber der bat mich, ihn zu vertreten.

Bildquelle: Pressematerial Paramount Pictures
Bildquelle: Pressematerial Paramount Pictures

Vom 1959er Film war mir vor allem das legendäre Wagenrennen in Erinnerung, Inhalte kaum. Das Rennen fehlt natürlich in der 2016er-Variante auch nicht, allerdings mit modernster Kinotechnik ziemlich aufregend gemacht. Ich war gespannt, wie der Film auf mich wirken würde. Ehrlich gesagt bin ich kein echter Filmkenner und habe deswegen auch nicht den Fundus der Vergleichsmöglichkeiten …

Hass und Gewalt gibt es in dem Film reichlich zu sehen, vielleicht ist die Altersgrenze mit 12 Jahren etwas tief angesetzt. Die Geschichte des Judah Ben Hur, der durch tragische Umstände auf einer Galeere als Sklave landet – und der dem Messias Jesus Christus begegnet.

Die Veränderung, die dadurch in seinem Leben geschieht („Versöhnung statt Hass, Friede statt Gewalt“ tituliert die KEP), wird szenerisch vor allem durch die Kreuzigung Jesu dargestellt, fast etwas unvermittelt. Diese Botschaft kommt aber sehr deutlich an und bietet im Nachgang nach dem Film gute Gesprächsanknüpfungspunkte, auch mit Menschen, die dem Glauben distanziert gegenüber stehen. Besonders beeindruckt hat mich die Rolle des Ilderim, der als starker Ermutiger für Judah Ben Hur auftritt.

Der Christliche Medienverbund KEP hat in Zusammenarbeit mit Paramount Pictures einen Gesprächsleitfaden entwickelt hat. Der Leitfaden bietet drei Gesprächseinheiten mit Fragen und biblischen Reflexionen und eignet sich für Jugend- und Studierendengruppen, Bibeltreffs oder Hauskreise – und alle anderen, die über die Themen aus BEN HUR sprechen wollen. Der Leitfaden ist kostenfrei bestellbar unter www.kep.de/benhur. Eine PDF-Version kann man sich hier (https://www.kep.de/wp-content/uploads/2016/08/BENHUR_KEP.pdf) herunterladen.

Mein Fazit: Wer nicht den neuen mit dem alten Film vergleichen will und für krassere Szenen nicht zu zart besaitet ist, sollte sich den Film anschauen, am besten gemeinsam mit ein paar Freunden, die wenig Zugang zum Glauben haben. Und dann darüber reden.
(Frank Uphoff / m. kep-Pressemeldung)

Internet: http://www.benhur-film.de
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=gLJdzky63BA
Gesprächsleitfaden: https://www.kep.de/wp-content/uploads/2016/08/BENHUR_KEP.pdf
Neuauflage des Buches: http://www.adeo-verlag.de/index.php?id=details0&sku=835122

Wenn die Angst regiert

So ziemlich jeder in München kennt das Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) und war dort schon oder ist dort öfter. Terror an einem solchen Ort – das hebt die schrecklichen Ereignisse noch einmal auf ein anderes Niveau, weil jeder weiß: da hätte ich zum Zeitpunkt der Tat auch gerade sein können.

Quelle: Soziales Netzwerk Facebook
Quelle: Soziales Netzwerk Facebook

Als sich die Ereignisse am Freitagabend überschlagen, sind wir im Gemeindezentrum. „Ich kann nicht zum Treffen des Besuchtsteams kommen“, whatsappt eine Schwester, die im Stau wegen der Straßensperrung steht. Im Saal beten gerade unsere iranischen Freunde, die sich am Sonntag taufen lassen wollen. Sie warten, dass die Küche frei wird, dass sie noch gemeinsam kochen können. Im Garten und Untergeschoss bereiten die Royal Rangers ihr Jahresabschlussgrillen vor.

München unter Schock! Dass der Nahverkehr komplett eingestellt wird, gab es bisher fast nie. Viele stranden, kommen nicht weiter, müssen im Büro übernachten, wie mein Sohn. „Wir haben erstmal unsere Familie durchgezählt“, schreibt B.. Über buchstäblich alle Kanäle kommen die Anfragen, aus dem ganzen Land und Europa wird Anteilnahme geäußert. Wie geht es euch? Seid ihr wohlauf? Der Präses der polnischen Pfingstbewegung, Marek Kaminski, mailt seine Anteilnahme, „wir beten für München“. Ähnliche Nachrichten aus Berlin und Norwegen. Danke für alle Anteilnahme!

Als Gemeinde denken wir an den 6.1.16 zurück. Wir hatten einen Besucher aus Polen, der uns folgendes geistliches Wort weitergab:  „In einem Bild sah ich einen Knopf, auf dem ein Name zu lesen war. Das ist quasi ein Notfallknopf, den man sofort drücken muss. Gott sagt euch als Gemeinde, dass ihr jetzt nicht warten dürft, sondern ihr sollt eintreten und beten für die Menschen, die jetzt terroristische Angriffe in diesem  Land planen. Die Gemeinde soll nicht warten, sondern sofort etwas tun. Ich glaube, dass die Aufgabe jetzt darin besteht aufzustehen und zu beten und einzustehen für den Schutz der Gemeinde und den Schutz der Stadt.

Inzwischen haben wir als Gemeinde dieses Wort immer wieder aufgegriffen, daran erinnert, dafür gebetet. Haben wir es genug getan? Wir wollen das neu aufgreifen und für unser Land, für unsere Stadt beten. Selbst die Tagesthemen wussten in ihrer Dauersendung gegen Mitternacht zu berichten, dass der häufigste Hashtag des Abends „PrayforGermany“ war.

„Pray for München“ – für die Stadt, für das Land beten – das ist eine wichtige Aufgabe der Gemeinde. Auch das ging am Abend über Facebook. Danke allen, die sich dabei mit einbringen. Wenn wir uns jetzt von der Angst regieren lassen, sind wir schlecht beraten! Beten, Gott suchen – das ist der Schlüssel. Wir müssen aber mit der Herausforderung leben, dass solche Ereignisse in Zukunft sicher nicht seltener werden. Viele Menschen, so sagte der Sprecher der Münchner Polizei, sind am Abend in Panik durch die Innenstadt gerannt, obwohl dort nicht wirklich etwas los war. Die Angst regiert!

„In der Welt habt ihr Angst“, sagt Jesus, „aber, siehe, ich habe die Welt überwunden“. Anders ausgedrückt:  “Wenn ihr mir vertraut, braucht euch die Angst nicht beherrschen – denn ich bin euer Herr.“
„Alle unsere Jungs sind sicher daheim, der Bus ist wieder am Gemeindezentrum, ich bin auf dem Weg nach Hause“, whatsappt mir A., der Leiter unserer persischen Gruppe, gegen 1:15 Uhr. Vorher wurden die Rangers nach Hause gebracht! Danke, Herr, für Menschen, die anderen in Hingabe dienen.

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Ich muss aufhören zu schreiben, weil ich los muss. Gleich baut unser Hausmeister im Gemeindezentrum den neuen Taufpool auf! Fast 20 Leute haben sich angemeldet, um sich morgen in einem der drei Gottesdienste taufen zu lassen, davon  einige Flüchtlinge.

Ein Zeichen der Hoffnung und Freude in unserer Stadt – TROTZ, oder gerade IN der aktuellen Lage.

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Alle Neune …

Verschlammt war er mal wieder, unser kleiner Vorgartenteich, liebevoll nennen wir ihn auch „Öcklsee“.
Also, Gummistiefel raus, und nicht vergessen, die alte Hose anzuziehen, mahnt die beste Ehefrau von allen.

Schnell war der Teich leergepumpt und unsere neun Fische eingefangen – alle einzeln, mit der Hand gefangen, was bei den noch kühlen Temperaturen kein größeres Problem darstellte. Etliche Eimer Schlamm musste ich beseitigen, die Steine mit dem Hochdruckreiniger abspritzen. Nachdem sich die Fische wieder an die neue Wassertemperatur gewöhnt hatten, setzte ich sie wieder ein – auch mit der Hand, und wieder „alle Neune“.

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Am nächsten Morgen schaute ich in das klare Wasser und zählte: Nur acht sind da. „Der helle fehlt“, wusste Petra sofort. Irgendwie fühlte ich mich schlecht. An sich sind mir Fische nicht von großer Bedeutung und Rollmöpse esse ich ganz gerne, aber dass bei der Aktion einer „der unsrigen“ verschwunden sein sollte, war mir doch nicht egal. Gegen alle Katzen der Nachbarschaft hatten wir die Fische bist jetzt erfolgreich verteidigt – und jetzt so etwas?

Leben bedeutet manchmal Stress, nicht nur für die Fische. Da passieren so „verrückte“ Dinge, man wird „umgesetzt“ und fühlt sich von einer „übergroßen Hand“ im normalen Leben und Schlamm gestört. Und trotzdem sind solche „Stresserfahrungen“ wichtig, damit ein höheres Ziel erreicht wird: der gewohnte Schlamm muss weg. Ja, ich weiß, dass ich das „Biotop“ zerstört habe, aber dauerhaft geht es nicht anders.

Das, was wir manchmal bedrohlich empfinden, ist nichts anderes, als die liebevolle Hand des himmlischen Papas, der sich um dich sorgt. „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir“, weiß schon der Psalmschreiber zu sagen.. Ihm ist es nicht egal, ob „nur acht“ oder „alle neun“ da sind. Jesus geht dem Schaf nach, das offensichtlich fehlt.

Am Mittag kam die Entwarnung: „Alle Neune“ sind da. Der helle hatte sich zwischen den Steinen versteckt. Scheinbar hatte ihn die ganze Reinigungsaktion zu sehr gestresst. Eigentlich war es nur eine Kleinigkeit, aber ich habe ich mich doch gefreut …

Ich wünsche euch allen einen guten und gesegneten Monat April.

„Ihr Pfingstler habt einen wichtigen Schlüssel von Gott…“

2016_03_reko01„Ich kenne Gemeinde, wo man mit einer Gitarre den Lobpreis leitet, ich kenne aber auch Gemeinde mit fünf Lobpreisteams, Technikern und Beamerteam“. Stefan Striefler, VMeC-Pastor in Nördlingen und Aalen, brennt für die junge Generation. „Die dritte Generation einer Bewegung ist entscheidend“, fordert er die 135 Teilnehmer des Pastoren- und Leitertages der BFP-Region Bayern-Süd heraus. „Diese kennt geistliche Erfahrungen teilweise nur vom Hörensagen, aber bei ihr ist eine große Sehnsucht vorhanden!“

Füssen. Schloss Neuschwanstein liegt an diesem Samstagmorgen im Nebel, Schnee ist noch ausreichend vorhanden. Hier ist eine der „südlichsten“ BFP-Gemeinden zu finden. In den vergangenen 19 Jahren hat sich „von null“, u.a. durch Straßenkirchen-Missionar Even Grün(d)er, ein geistliches Zentrum entwickelt, das heute unter Leitung von Jean-Christof Nadon seine Ausstrahlung in das ganze Allgäu hinein hat. In der ehemaligen Textilweberei befinden sich die Gemeinderäume der Christlichen Glaubensgemeinde. Heute kommt die BFP- Region Bayern-Süd hier zusammen.

Die Teilnehmer des Leitertages sind hochmotiviert. Das spürt man schon im Lobpreis. Regionalleiter Jörg Delekta begrüßt die Pastoren und Leiter. Stefan Striefler spricht über die junge Generation, die  wieder stärker geleitet werden will. „Es ist eine Sehnsucht in der jungen Generation da, mehr im Übernatürlichen mit Gott zu erleben“, ist er überzeugt. „Es braucht apostolische Väter, die junge Leute in eine übernatürliche Dimension des Heiligen Geistes hineinführen. 12 Männer und ein apostolischer Vater bewegen mehr als 120 Männer ohne diesen. Suche in deiner Gemeindearbeit nicht den „gemeinsamen Nenner“ sondern die „maximale Multiplikation“, betont er.

Die Chancen des Gemeindebaus durch den Dienst an Kindern zeigt Febe Olpen in ihrem Beitrag auf. „Wenn du von den guten Taten Gottes in deinem Leben den Kindern erzählst, werden sie begeistert sein – und du brauchst kein Materialheft“, davon ist die Leiterin des BFP-Kinderforums überzeugt.

Segnungszeit, Fürbitte, Impulse zur Gemeindegesundheit und Gemeindeneugründung und eine sehr deutlich positive Probeabstimmung für das BFP-Finanzkonzept der Zukunft. Es geht Schlag auf Schlag.

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Zum Schluss kommt Gerhard Kehl (Vater des „Gipfeltreffens“ Anfang Mai in Füssen) von der Jordan-Stiftung aus Kempten und übergibt Regionalleiter Jörg Delekta einen übergroßen Schlüssel. „Ihr als Pfingstler habt einen Schlüssel von Gott, um ein entscheidender Faktor für Erweckung in Deutschland zu sein. Nutzt ihn entsprechend!“

Was für eine ermutigende Tageskonferenz in Bayern-Süd!

Starke Impulse für Kopf, Herz, Seele und Geist

Samstag, 13. Februar, 15:47. ICE 881 von Hannover nach München, einziger freier Sitzplatz: Fußboden, Holzklasse! Nicht der beste, aber auch nicht der schlechteste Platz, um über die letzten Tage zu reflektieren und diesen Artikel zu schreiben …

Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek
Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek

Da sitze ich nun, nicht nur sprichwörtlich, in der ersten Reihe, mit mir 9.500 andere LeiterInnen und Mitarbeiter in der TUI-Arena. Zum ersten Mal auf einem Willow-Creek-Kongress, eingeladen vom Willow-Vorstand, haben wir hier, im Gegensatz zur Bahn, reservierte Plätze, ganz vorne. So bekomme ich alles „hautnah“ mit, Mitarbeiter, die präzise die Aktentasche, die Bill Hybels bei der Predigt braucht, auf die Bühne stellen, das Worship-Team zum Anfassen und eine Christine Caine von Hillsong Australien, die voll quirligem Leben fast von der Bühne springt.

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Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek

Willow-Kongress, das ist eine Mischung von „Futter“ für den Kopf, das Herz, die Seele und den Geist. Exzellent aufbereitete Leiterthemen für den Kopf, die mich in meiner Aufgabe als Leiter richtig voranbringen können (wenn ich sie denn nur umsetze), emotionale Momente, die der Seele gut tun, tiefgehende Impulse, die meinen Geist berühren, Gebet, das von Herzen kommt und zu Herzen geht – und Musik die abholt und mich mitreißt.

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Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek

Einmal fällt auch hier das Funkmikro aus – so, wie in den meisten BFP-Gemeinden, aber das Niveau, die Leitung der Veranstaltungen ist von durchgehend hoher Qualität. Willow – Erfolgsmodell ohne Fehler? „Keineswegs“, lacht Bill Hybels, Pastor der Großgemeinde aus Chicago. Und dann öffnet er sein Herz, spricht offen über sein Versagen, seine Fehler – und seine Ängste. „Ich bin kein Sklave der Furcht mehr“, erzählt er freimütig, wie er mit Hilfe von musikalischem geistlichem Input seine persönlichen Ängste überwinden konnte. Ein „erfolgreicher“ Leiter zum Anfassen. Schlicht und den Teilnehmern zugewandt sitzt er in der ersten Reihe der riesigen Arena, wird nicht als Mega-Star abgeschirmt. Man kann jederzeit zu ihm hingehen, und auch die anderen „Top-Redner“, die bis in höchste Wirtschaftskreise unterwegs sind, persönlich befragen – und das nutze ich reichlich! Immer wieder setzt Hybels Impulse, greift Fäden auf, leitet – ohne zu dominieren. Das tut gut.

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Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek

Willow bringt sie zusammen, sie „drücken“ sich herzlich – die „Gnadauer“ und die Pfingstler, so, als würden sie jeden Tag zusammen Gottesdienst feiern, die Landeskirchler und die Baptisten. Auf der Bühne haben der Sozialwissenschaftler Joseph Grenny und die Unternehmensberaterin Liz Wiseman aus dem Silicon-Valley genauso Raum, wie der katholische Gebetshausleiter Johannes Hartl (Augsburg), der ICF-Pastor Leo Bigger (Zürich) oder der evangelische Theologe Michael Herbst (Greifswald). Der bezeichnet besonders die Bekehrungen vieler Iraner in unserem Land als Riesen-Wunder. Amen. Recht hat er, finde ich.

Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek
Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek

Richtig voll und cool wird es, als 1500 Mitarbeiter vom Kinderplus-Kongress dazukommen und die BFP-Pfingstlerin Febe Olpen die Kongressmoderation übernimmt. Lothar Krauss, vom BFP aus im Willow-D-Vorstand, nimmt uns in die Mitarbeiter-Lounge zum Essen. Hier summt und brummt es, wie im Bienenhaus, fast 500 ehrenamtliche Mitarbeiter zählt man. Das Angebot an Infoständen ist ebenso reichhaltig wie hochwertig!

Und immer wieder steht Jesus im Mittelpunkt, das Kreuz, das Wort Gottes und seine Autorität. Ja, das holt mich wirklich ab! Auch unser BFP-Präses, Johannes Justus, ist, trotz vollem Terminplan, an zwei Tagen da. Wertschätzend begrüßt er an die 150 von den über 300 BFP-Kongressteilnehmern am Freitagabend in der „ELIM“-Hannover. Neben „BFP-Vorstand zum Anfassen“ gibt es Reflexion, „was wir im BFP von Willow lernen“ können. Dazu Talk und Schnittchen. „Bei unseren Konferenzen haben wir auch noch „Luft nach oben““, findet Andy Sommer vom BFP-Vorstand.

17:30 Uhr, Würzburg. Der Zug leert sich – und ich ergattere einen Sitzplatz mit Tisch. So bin ich dreifach dankbar: für die wertvollen Erfahrungen und Impulse der letzten Tage, den Tischplatz – und die Steckdose.

Wenn Angst und Unsicherheit zunehmen …

In der ersten Hälfte des Januar 2016 legt sich so etwas wie ein Schleier von Angst und Unsicherheit über unser Land. Nach den Anschlägen in Paris, Istanbul, Jakarta, Burkina Faso nun auch bei uns die Räumung des Münchner Hauptbahnhofs kurz vor Jahreswechsel. Und dann die Silvesternacht in Köln: Vor dem Hauptbahnhof sexuelle Übergriffe, Gewalt, Diebstahl, ausgehend von jungen Männern, die als Flüchtlinge hier sein sollen, so heißt es.

Quelle: http://de.freeimages.com - Dirk Ziegener
Quelle: http://de.freeimages.com – Dirk Ziegener

Fast im Tagestakt kommen Nachrichten über Anschläge und Gewalttaten. Es fällt beinahe schwer, sich alles zu merken. Überall scheint der IS „herumzugeistern“. Auch die bisher so geduldige Bundeskanzlerin reagiert etwas heftiger als sonst. Fast zeitgleich lässt eine andere Meldung aufhorchen: 2015 macht der deutsche Bundeshaushalt „wundersame“ 12 Milliarden (!) Euro Überschuss, trotz Flüchtlingskrise!

Gerechtigkeit und Ordnung
Eines muss klar sein: Die Werte unseres Landes, die uns dazu befähigen, andere willkommen zu heißen, brauchen Achtung und Respekt. Wer hierher kommt und Zuflucht sucht, muss verstehen, wie wir miteinander umgehen. Beispielsweise, dass Frauen keine beliebig zu behandelnden „Objekte“ sind. Wer Unrecht tut, wird dafür entsprechend zur Verantwortung gezogen, egal ob als Deutscher oder als Flüchtling. Hier müssen Politiker und Sicherheitskräfte konsequent und mit Augenmaß vorgehen.

Chancen ergreifen
Aus vielen Orten höre ich von Gemeinden, die sich mit großer Liebe für Flüchtlinge engagieren, ihnen sozial dienen, Gottesdienste mit ihnen halten, Menschen taufen – Wunder Gottes geschehen. Aber auch, dass man keinen Zugang findet, negative Erfahrungen macht, sich völlig hilflos vorkommt.

Meine persönlichen „Kontrast“-Erfahrungen
Ich erlebe im Dezember und Januar, dass ich mit etlichen Menschen beten kann, die mit großer Freude und Leichtigkeit ihr Leben Jesus anvertrauen. Fast alle aus muslimischem Hintergrund, und hier besonders Iraner. Verschiedene Leute, die zu uns in die Gemeinde gekommen sind und Jesus angenommen haben, oder über das Internet die gute Nachricht gehört und angenommen haben. Das erfüllt mich mit großer Freude. Viele wollte ich gerne namentlich nennen, kann es aber nicht tun.

Und nun?
Ich bin fragend, denn Meinungen bedrängen mich. Kann ich wirklich allen Nachrichten glauben? Terror und Angst auf der einen Seite, Bekehrungen und Wunder auf der anderen. Krasser geht es kaum. Ich muss mich selbst „sortieren“, um nicht im aktuellen Meinungsstrudel unterzugehen. Mir gelingt das so:

  • Flüchtlinge, sind keine „Massen“ sondern Individuen, die Gott liebt.
  • Ich nutze Gelegenheiten tatkräftig, so, wie sie sich mir bieten und lamentiere nicht über die „Krise“.
  • Sich finanziell einzusetzen, individuell und auch als Nation, scheint immer noch mit Segen verbunden zu sein.
  • Ich erhebe mich nicht über Politiker, sondern bete für sie. Sie brauchen Mut, Weisheit und Weitblick. Konkrete, tragfähige Lösungen werden gebraucht.
  • Ich „hänge mein Fähnchen“ nicht nach dem Wind der Meinung, biblische Werte bestimmen langfristig meine Position anderen gegenüber.
  • Ich bin bereit, meine Haltung immer wieder zu überdenken, notfalls zu korrigieren.

Gott nimmt sich der Schwachen und Benachteiligten an

pastor_asPastor Arthur Simonyan leitet die „Word-of-Life“-Gemeinde in Eriwan, Armenien. Ihn treffe ich am Freitagabend in Frankfurt, er dient als einer der Sprecher auf der Konferenz der russischsprechenden Pastoren im BFP. Eigentlich ist er aus familiären Gründen in Deutschland, da seine Tochter an Leukämie leidet und in Heidelberg behandelt wird. Wenn ich es mir richtig gemerkt habe, sind etwa 4000 Menschen in der Gemeinde, die er leitet. Außerdem ist auch er für weitere Gemeinden als nationaler Leiter verantwortlich. Meine Kollegen Juri und Vladyslav haben ihn eingeladen.

Am Nachmittag hatte ich zu den russischsprachigen Pastoren gesprochen. Viele von ihnen habe ich schon vorher getroffen, aber hier lerne ich etliche Neue kennen. Ich bin wirklich begeistert darüber, welche Schätze wir in unserem Gemeindebund haben. Das war auch schon an den Tagen vorher deutlich geworden, wo wir uns mit den Leitern des BFP im Bundesrat getroffen haben. Wir wollen GEISTbewegt unterwegs sein, ist das Credo der Tage. An die 20 Beiträge, jeweils 20 Minuten lang, sind wie ein Feuerwerk des geistlichen Reichtums. Die Tage enden damit, dass wir gemeinsam vor Gott knien und ihm uns selbst – und die Menschen in unserem Land – neu weihen. Das bewegt sehr. Die Inhalte der Tagung werden demnächst in einer schriftlichen Veröffentlichung publiziert.

Doch zurück nach Frankfurt. Welche Botschaft bringt uns Pastor Arthur? Auf der einen Seite spricht er über den Eifer, den wir für Gott haben müssen. Hier ermutigt er die Pastoren. Und dann spricht er über das „Schwache“. Er zitiert aus der Geschichte von Rahel, Lea und Jakob. Und Lea hatte matte Augen, Rahel aber hatte eine schöne Gestalt und ein schönes Angesicht (1. Mose 29,17). „Mit wem fühlst du mit?“, spiegelt er in seiner Predigt Gefühle. „Die meisten Bibelleser fühlen mit der ‚betrogenen‘ Rahel mit, Gott aber kümmert sich um Lea“. Als aber der Herr sah, dass Lea verschmäht war, da öffnete er ihren Mutterschoß; Rahel aber war unfruchtbar (1. Mose 29,31).

„Wie gehen wir in unseren Gemeinden mit Menschen um, die Defizite haben, vielleicht körperlich oder geistig? Oder anderweitig benachteiligte Menschen? Wir müssen sie mit besonderer Liebe umgeben.“ Und dann spricht er an diesem Punkt über das pastorale Herz – und wie Gott die Schwachen sieht. Dem Pastor einer großen Gemeinde geht es nicht um „Erfolg“ und Prestige, sondern um das Herz. Das berührt. Er bittet um Gebet für seine Tochter, man merkt, wie ihn das zeichnet.

Später haben wir Gelegenheit, auf Englisch miteinander ins Gespräch zu kommen. Wir beten miteinander. Ich bin dankbar, dass ein Austausch in alle Richtungen stattfindet. Nicht nur der Osten braucht uns – wir brauchen den Dienst der Geschwister aus dem Osten – und nehmen ihn dankbar an. Das macht Mut.

„Wenn Jesus eine Schule gründet…“

Dr. Ingo Resch ist Verleger und Mitbegründer der Lukas-Schule, die in München an drei Standorten mehr als 1000 Schüler hat. Am Freitag hat er die „Weißwurscht“ selbst mitgebracht, von seinem Gräfelfinger Metzger, so erfahren wir, als wir in einer Runde von Pastoren, Mitarbeitern, Interessierten und Eltern das soeben vorangegangene Gebet mit der bayerischen Spezialität abschließen.

Lasst euch die „Weißwurst“ schmecken, sagt der „Zuagroaste“ Martin Wagner, Verwaltungsleiter der Lukas-Schule. „Weißwurscht“ heißt es bitte, wird aufmerksam verbessert. Die drei Schulleiter sind mit in der Runde und geben aktuelle Einblicke in die Arbeit – und die Herausforderungen der Schule. Viele Projekte schwirren den Verantwortlichen derzeit durch die Gedanken – die Schule soll weiter ausgebaut werden. Viel Gutes ist bereits geschehen. Sie ist eine staatlich anerkannte Privatschule.

Dr. Martin Brenner ist Schulleiter der Realschule. Ihn kenne ich noch gut von der ARCHE in Augsburg, wo wir einige Jahre gemeinsam unterwegs waren. Er spricht vor allem über das veränderte Lernverhalten und die damit verbundenen Aufgaben. Martin Wagner ist dankbar für das, was in den Lukas-Schulen gewachsen ist – und für das gute Miteinander mit den Gemeinden in München. „Leben lernen – glauben lernen“ ist das Motto der Schule.

Quelle: lukas-schule.de
Quelle: lukas-schule.de

Am Freitagmorgen treffen wir uns mit den Pastoren der Allianzgemeinden zum Gebet für die Lukas-Schule. Einmal im Monat, am ersten Freitag, beten wir gemeinsam für die Stadt München und die aktuellen Anliegen. Der Schwerpunkt war in den letzten beiden Jahren immer eine Gemeinde, in der wir uns getroffen haben, um für sie und ihre Arbeit zu beten. So ist ein ständiger Austausch vorhanden und ein Wahrnehmen der anderen Leiter und Gemeinden. Das ist uns im Miteinander ganz wichtig. Im kommenden Jahr wird das „Gebet in Gemeinden“ wieder zum „Turmgebet“, hoch oben auf dem Turm der Matthäuskirche.

Dank und die Anliegen der Lukas-Schule werden genannt. Besonders beten wir für die Integration und den Unterricht mit den Flüchtlingskindern. 11 sind derzeit integriert, verteilt über die ganze Schule. Besonders beachtenswert ist für mich die Mitteilung, dass die Lehrer sich jeden Morgen zu einer gemeinsamen Andacht treffen, um so in den (Schul-)Alltag zu starten. Wenn das keine gute Grundlage ist? Zum Schluss beten wir für die Leitung der Schule, zwei Personen stehen stellvertretend in der Mitte.

„Jesus hat die Lukas-Schule gegründet“, so jedenfalls tituliert Dr. Resch in seinem Buch, das an diesem Morgen erhältlich ist und die Geschichte der Schule widerspiegelt. Viel persönliches Engagegement hat zu dem beigetragen, was gewachsen ist. Aber ohne Jesus? Unmöglich. Deswegen ist der Buchtitel mehr als berechtigt. Dankbar gehe ich nach Hause, froh über das gemeinsame Gebet und dass wir so eine Einrichtung in der Stadt haben.

… und für die gute Gräfelfinger Weißwurscht….

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