Von der Vision zum GEISTbewegten Handeln

titel_gb_2014_06Der Duft des Essens, das gerade zubereitet wird, zieht verführerisch in seine Nase. Seine Augen bleiben jedoch geschlossen. Oben auf der Dachterrasse des Hauses sitzt einer, dem man ansieht, dass er viel im Freien arbeitet. Aber jetzt betet er. Schon eine geraume Zeit.

Ein Klippdachsfell hängt an der Leine und wirkt richtig edel. Der Hausbesitzer wird damit gutes Geld verdienen können. Hungergefühle machen sich beim Sonnengebräunten auf dem Dach breit.

Wer hat da gerufen? Leicht „verzückt“ und doch erschrocken, schaut sich der Beter um! Niemand ist zu sehen, keiner rührt sich. Die Köchin kann es nicht gewesen sein, sie ist emsig mit der Mahlzeit beschäftigt. Auch auf den Nachbardächern ist niemand zu sehen.

Da ist die Stimme wieder. Eindeutig, diese Aufforderung. Und was ist das? Realität oder etwas jenseits der Wirklichkeit? Der Beter sieht ein großes leinenes Tuch, das sich vom Himmel her nähert, jeweils an den vier Zipfeln gehalten. Schützend hält er den Arm vor sein Gesicht.

Doch was ist da in dem Tuch? Dem Dachbeter wird übel. Es krabbelt und wuselt darin nur so. Eindeutig! Alles unrein. Nichts für einen Juden, selbst mit noch so knurrendem Magen.

„Steh auf, schlachte und iss!“ Da ist sie wieder, diese Stimme, die sagt, was er nicht hören will und darf. Das passt nicht. Er kneift sich in seinen Arm. Nein, er träumt nicht, er ist hellwach! Aber diese Aufforderung – wie sollte er? Unreines essen? Nein, entschieden, niemals! Dieses Tuch mit dem Krabbelzeug – dreimal sichtbar – und gleich wieder weg. „Was Gott gereinigt hat, das erkläre du nicht für unrein!“

Ganzen Artikel weiterlesen. Dieser Artikel erschien in GEISTbewegt Juni 2014 als Leitartikel.

Starke Tage in der Slowakei und Rumänien

Geistliche Erfahrungen hängen keineswegs von äußeren Umständen ab, sondern sind eine Sache des Herzens. – „Starke“ eineinhalb Wochen in der Slowakei und in Rumänien neigen sich dem Ende entgegen. Was haben wir erlebt?

fp02Den Anfang machte eine Mitarbeiterkonferenz in der Slowakei. Der uns gut bekannte S. H. hatte uns eingeladen, um über das Thema „Dienst in der Kraft des Heiligen Geistes“ zu sprechen. Petra und mir lag es auf dem Herzen, dass es nicht nur bei der Theorie bleiben würde, sondern die Gnade durch den Heiligen Geist auch sichtbar wird.

Schon am ersten Tag wurde das „greifbar“, als wir anfingen, für Menschen zu beten. Sehr konkret gab Gott prophetische Impulse, die wir weitergeben konnten, es geschah eine intensive „himmlische Berührung“.  Auch die Teilnehmer selbst wurden ermutigt, prophetisch zu dienen, was im Laufe der Konferenz immer stärker wurde. Im Dienst haben Petra und ich uns ergänzt, was dankbar aufgenommen wurde.

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S. arbeitet unter dem Schirm der Velberter Mission in der Slowakei unter Sintis und Romas und baut Gemeinde. An verschiedenen Orten haben sie mit Gemeinden begonnen, die tlw. eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen haben. S. selbst ist mit der Frage unterwegs, welche Schwerpunkte sein Dienst in der Zukunft haben wird.

fp08Am Montag ging es weiter nach Rumänien. Es war nach 2003 (P&F) und 2008 (F) die dritte Reise dieser Art. Hier waren Gottesdienste in verschiedenen (und „verschiedenartigen“) Gemeinden geplant. An jedem Abend besuchten wir eine andere Gemeinde. Startpunkt war Ileanda im nördlichen Teil des Landes. Am Montagabend verzeichneten wir „volles Haus“. In der Gemeinde in Sebes (Mühlbach) trafen wir K. G.. Weiter ging es durch die Karpaten, wo wir eine Gemeinde hoch in den Bergen besuchten konnten, bis nach Pitesti in der Nähe von Bukarest.

fp06Eindeutiger Höhepunkt der zweiten Woche war die Mitarbeiterkonferenz in Valeia Corbului. Hier gibt es in einem „Zigeuner“-dorf (der Begriff ist hier unter den Betroffenen keineswegs belastet) eine starke Gemeinde, die wir besucht haben. R. K., Projektleiter vom Hilfswerk „Kinder in Not“ hatte uns eingeladen, R. und L. sind uns ja auch in München gut bekannt.

Das Thema für die Konferenz war uns vorher nicht bekannt, aber R. bat uns, auch über den Heiligen Geist zu sprechen. Auch hier erlebten wir unter den Mitarbeitern eine sehr große Offenheit und Hunger, es war wie wenn ein „Nachholbedarf“ gestillt wurde. Wir gaben auch hier in der Gesamtgruppe beide unsere Impulse, Petra führte zusätzlich an einem Nachmittag noch ein besonderes Treffen für die Frauen durch. Ganz viele dankbare Rückmeldungen über unsere Lehreinheiten standen am Ende des Freitags. „Kommt bitte unbedingt wieder“.

fp07R. erwies sich als genialer Übersetzer, bei dem man fast nicht im Fluss eingeschränkt wird. Beeindruckend auch, mit welch einer Liebe und Hingabe er die Projekte leitet und wie ihm die Menschen, die tlw. aus sehr einfachen Umständen stammen, auf dem Herzen liegen. Beeindruckend auch zu sehen, wie durch die Wirksamkeit der Botschaft von Jesus Christus Menschen in völlig veränderten äußeren Umständen leben und ihr Leben und ihre Werte neu gestalten.

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Mit großer Freude über die Tage fahren wir am Samstag in den mittleren Teil von Rumänien zurück und sind gespannt, welche Dienste hier zum Abschluss noch auf uns warten.

Ein feste (Wart) Burg…

Heute in Eisenach: Da kann man nur sagen: „RICHTIG!“ Oder „Amen!“ – Fotografiert an der Georgenkirche in der Stadtmitte. Zur Besichtigung der Wartburg reichte leider die Zeit nicht.  Martin Luther hat dieses Lied vor 1530 gedichtet und komponiert, Bach hat es aufgegriffen.

For my internat. friends: „A mighty fortress is our God“. – City of Eisenach / Thuringen. Dr. Martin Luther lived here on the Wartburg, translating the bible into German, wrote this hymm.

Johann Sebastian Bach: Ein großartiges Genie mit göttlicher Inspiration!  Vor Weihnachten haben wir in München sein Weihnachtsoratorium genossen. Heute sind wir in Eisenach an seinem Geburtshaus.

Petra und ich halten heute und morgen hier ein Seminar über Prophetischen Dienst.

Grandioser Temperatursturz: South Africa / Eisenach! Herzen aber „sehr warm!“ 🙂

1415-Gebet: Viermal „Ich will“

(ursprünglich veröffentlicht in den FCG-M-News September 2011)

Paulus geht mit Entschlossenheit die Frage des Gebets an. Er ermutigt uns in der Bibel an verschiedenen Stellen, das Gebet nicht zu vernachlässigen. Paulus tut das nicht ohne Grund, denn Gebet ist angegriffen. „Ich will beten mit dem Geist, aber ich will auch beten mit dem Verstand; ich will lobsingen mit dem Geist, aber ich will auch lobsingen mit dem Verstand.“ (1. Korinther 14,15). Mit diesen Worten teilt er uns seine persönliche Entscheidung mit.  Er hat sich dazu entschlossen beten zu wollen.

Nein, es ist nicht nur seine persönliche Entscheidung sondern dies leitet uns an: Wir sind aufgefordert, uns für das Gebet zu entscheiden. Es gibt viele Dinge, die uns vom Gebet abhalten wollen, da die Aufmerksamkeit in unserem Leben von allen möglichen Bereichen gefordert wird. Das ist wohl auch kaum zu ändern. Umso wichtiger ist, dass wir – wie Paulus – sagen: ich will auch!

Das Gebet hat viele Dimensionen und Facetten. Zwei davon möchte ich heraus greifen. Das eine ist die Ebene des Verstandes, das andere die Ebene des Geistes. Interessant finde ich, dass Paulus hier die Ebene des Geistes zuerst nennt.  Wenn wir beten, müssen wir manchmal die Ebene des Verstandes verlassen und uns auf die Ebene des Geistes begeben. Hier merken wir, dass uns die „sicheren Bretter“ fehlen, weil wir uns im übernatürlichen Bereich bewegen müssen.

Für mich bedeutet „Beten mit dem Geist“ zunächst einmal das Gebet in Zungen oder Sprachen. Das liebe ich und praktiziere es gerne. Da kann ich richtig eintauchen und menschliche Aspekte loslassen. Aber es geht von der Bedeutung her viel weiter. Gebet im Geist bedeutet auch, sich nicht auf seinen Verstand verlassen zu müssen, sondern vom Heiligen Geist Leitung zu erfahren. Der Heilige Geist übernimmt die Führung, wenn wir nicht wissen, wie und was wir bitten sollen (Röm. 8,26). Auch das Singen im Geist und im Verstand hat eine besondere Kraft.

Viermal „Ich will!“ – Mach diesen Tag, diese Woche, diesen Monat zu so einem „1415-Ja“, in dem du für dich persönlich die „Ich-will-Entscheidung“ triffst.