Mit dem Herzen siehst du besser!

„Ich bete, dass die Augen eures Herzens hell erleuchtet werden, damit ihr die wunderbare Zukunft, zu der er euch berufen hat, begreift und erkennt, welch reiches und herrliches Erbe er den Gläubigen geschenkt hat.” – Aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Ephesus 1,18

Von Frank Uphoff

Wunderbare Zukunft? Die Worte des Apostel Paulus klingen fast anmaßend, lässt man sie auf dem Hintergrund der globalen Verunsicherung durch Corona & Co. auf sich wirken. Ich liebe diese paulinische Aussage und gebe sie gerne als Ermutigung weiter, auch derzeit. Als Mensch, der mit Jesus lebt, habe ich eine Hoffnung, die über das Sichtbare hinausgeht, die auch dann noch trägt, wenn alles um mich herum im Chaos zu versinken scheint. Lasse ich mich anstecken von Hysterie und Unsicherheit?

Ja, das geschieht leicht, wenn ich nur mit meinen natürlichen Augen schaue. Sobald ich aber mit den Augen des Herzens oder des Glaubens sehe, ändert sich die Perspektive. Manches lässt sich im Leben nicht mit fünf Sinnen erfassen. Liebende, beispielsweise, schauen immer mit den inneren Augen des Herzens. So auch als gläubiger Mensch: Wenn mein Herz von der Hoffnung des Himmels erfüllt ist, fange ich an, Umstände anders zu sehen und geistlich einzuordnen. Furcht ist auch so etwas wie ein Virus, der oft noch schlimmer sein kann als die äußere Not selbst. Dagegen hilft die hier beschriebene himmlische Hoffnung als eine feste Lebensgrundlage.

Die Lösung klingt simpel.

Was kann ich dafür tun, dass ich selbst und dass auch andere Menschen solch eine Sicht bekomme(n)? Beten, sagt Paulus. Und ich sage das auch. Die Lösung klingt fast zu simpel, um wahr zu sein, ist aber ein Geheimnis.

Beten wir in diesen Tagen füreinander, dass wir als Christen Inspiratoren der Hoffnung sein können. Ja, wir können auch von Corona getroffen werden. Aber stärker als der Virus der Furcht ist der Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit (2. Timotheus 1,7).

(Erschienen in IDEA Spektrum 11/2020 – Der Autor, Frank Uphoff, ist leitender Pastor der Christus Gemeinde Velbert und Vizepräses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden.)

Hefel 2019 begeistert 99 Kinder

Wenn 99 Kinder und über 75 Mitarbeiter das Kirchengebäude für eine Woche auf den Kopf stellen, ist Ausnahmezustand in der Christus Gemeinde Velbert angesagt. „Kindertreff-Hefel“ heißt die Woche seit etwa sechs Jahrzehnten traditionell, obwohl sie aus logistischen Gründen nur noch teilweise im „Hefel“ im Hespertal stattfinden kann. Zunächst als Stadtranderholung in einfachstem Ambiente durchgeführt, bleiben mittlerweile Sporthallen, Spielplätze und der Baldeney-See ebenso wenig verschont wie das Außengelände der Freikirche in der Bahnhofstraße.

So wiederum geschehen 2019 in der letzten vollen Ferienwoche. Schon seit März war die Woche ausgebucht, manche Eltern der Kinder waren selbst vor Jahren schon als Teilnehmer dabei. Mit Frühsport wird der Tag begonnen. „Das hilft, dass die Kinder sich für den Tag ausrichten und sammeln können“, ist eine der Leiterinnen, Minette Klemm, die in diesem Jahr das Event zum zweiten Mal gemeinsam mit Tabea Müller leitet, froh über die Begeisterung der Kinder.

Marvin Göpfert bringt mit seiner Hefel-Band, allesamt Musiker und Sänger im jugendlichen Alter, Stimmung in Kirche. „Hallele, hallele, halleluja,…“ ist einfache Botschaft im modernen Kirchensound, dazu hüpft der gerade werdende Vater mit seinem Team, bis die Schweißperlen fließen – die 99 Kinder und auch viele Mitarbeiter mit ihm. Nebelmaschine und Laserlicht schaffen das nötige Ambiente, an Technik spart man in der CGV nicht.

Mit dem Fall des aus der Vergangenheit zurückgekommen biblischen Petrus beschäftigen sich drei jugendliche Detektive und bringen eine inhaltliche Dramaturgie in die ganze Woche. Jedes Kind bekommt einen Detektivausweis. Mit Hilfe einer eigens konstruierten „Zeitmaschine“, die Petrus auf wundersame Weise zurück in die Vergangenheit bringt, kann der Fall am Ende der Woche gelöst werden. In den Gruppen arbeiten die Kinder mit ihrem eigens hergestellten Arbeitsheft am Thema weiter, lösen Rätsel und entwickeln kreative Showbeiträge für den Abschlussabend.

Nachmittags stehen Workshops (Kistenklettern, Sport, Kanufahren, Basteln, Specksteinfeilen,…) auf dem Programm, für jeden Geschmack gibt es etwas. Höhepunkt ist eindeutig der gemeinsame Ausflug mit drei Reisebussen ins „Irrland“, wo sich die Kids bei bestem Wetter austoben können. Viele Kinder mit Migrationshintergrund sind in der Woche dabei, auf diesen Punkt legen die CGV besonderen Wert. Ein weiterer Grundsatz ist, dass die Teilnahme nie aus Kostengründen scheitern soll.

„Ich bin begeistert über das hohe ehrenamtliche Engagement unserer (vor allem jugendlichen) Mitarbeiter“, resümiert Frank Uphoff, leitender Pastor der Christus Gemeinde, beim abschließenden Mitarbeiter-Dankes-Grillfest. Für den Kindertreff-Hefel 2020 steht man schon wieder in den Startlöchern.  

Besuch bei motivierten BFP-Gemeindegründern in Thüringen

„Ist das nicht der Bach, der da am Kreuz hängt?“ Nein, das sei keine Scherzfrage gewesen, erzählt uns Marco Kircher, Gemeindegründer im „Kirchenthür“-Team in Arnstadt in Thüringen. Solche und ähnliche Fragen seien die Regel, das christliche Grundwissen hier eher dürftig.

25.000 Einwohner hat das hübsche Städtchen Arnstadt, gelegen südwestlich von Erfurt, bekannt als Stadt, wo Johann Sebastian Bach seine erste Stelle als Organist hatte. Wir sind in Thüringen und verbinden das mit einem Besuch. Marco und Rebekka gründen hier Gemeinde, die „ConnectKirche“. Den Gottesdienst nennen sie „Sonntag mit Freunden“. Wir sitzen auf dem ehem. Schlossturm und blicken über die Altstadt, Marco erzählt uns eine Geschichte nach der anderen.

Sein Herz sprüht für die Menschen hier, ist voller Leidenschaft, dass Menschen Jesus kennenlernen. Der Begriff „Gottesdienst“ könne negative Vorurteile hervorrufen, deswegen mache man den „Sonntag mit Freunden“, erläutert er uns und zeigt uns in seinem kleinen Büro Bilder und Flyer von den Events, die sie bereits hatten. 40 bis 50 kommen regelmäßig sonntags. Respekt! Die Geschichten sind bewegend und spiegeln die Mühe wider, die in jeden Einzelnen investiert werden muss.

Marco ist promovierter Archäologe und nun Gemeindegründer. Ein Freundeskreis macht das (finanziell) möglich, hier im Osten Missionar zu sein. Nach seiner Bibelschulausbildung lernte er James Ros und das Kirchenthür-Team kennen und hörte gemeinsam mit seiner Frau den Ruf Gottes hierher.

Erfurt und mehr

Abends treffen wir James Ros, er ist so etwas wie ein apostolischer Vater für die Arbeiten hier. Sein Herz brennt für #ostdeutschlandglaubt. Und so zeichnet er uns ein weites Bild, was an Vision auf seinem Herzen liegt. Ja, ich habe seine Ausführungen schon oft im Präsidium gehört, aber hier vor Ort bekommt es richtig Fleisch für mich, wird greifbar. Er zeigt uns die Räumlichkeiten, in denen die ConnectKirche Erfurt ihren Gottesdienst feiert und erläutert uns das Konzept von Kevin und Katharina Herla, die hier am Start sind.

James ist wie ein Ermöglicher, der strategisch denkt und Leiter stärkt. Und er denkt nüchtern, dass Finanzen nötig sind, um diese Arbeit zu tun und wie jeder von den Gemeindegründern hier selbst mitverantwortlich ist.

Uns berührt die Hingabe der Geschwister sehr. Hier kann man nicht Gemeinde gründen, ohne ein besonderes Maß an Hingabe. Kein Ton von Klage, kein Jammern über einen „harten Boden“, sondern Begeisterung und Liebe zu den Menschen und dem Land – pur!

Oben auf dem Turm beten wir gemeinsam mit Marco für „viele Arbeiter in Ostdeutschland“. Ich nehme mit, dass das im BFP alle (Gebets)-Unterstützung würdig ist, die wir irgendwie auf die Beine stellen können.

Damit #ostdeutschlandglaubt.

Frank Uphoff

Heilt die Kranken – Predigtreihe von Frank Uphoff, cgvelbert.de

Die Bibel sagt uns: „Heilt die Kranken“ (Matthäus 10,8). Ist das keine Anmaßung, wenn wir das heute noch glauben, dass das unser Auftrag ist? Wie soll „ich“ die Kranken heilen? Ich kann das nicht, das kann doch nur Gott tun.

In einer dreiteiligen Predigtreihe beschäftigen wir uns mit dem Thema der Heilung. Diese Predigtteile sind auf Youtube zu finden.

„Mutig Botschafter für die Verfolgten sein!“

Etwa 350 Teilnehmer, vor allem aus Nordrhein-Westfalen, waren der Einladung nach Bochum gefolgt, um bei strahlendem Sonnenschein in der Ruhrmetropole den verfolgten Christen eine Stimme zu geben. „Etwa 200 Millionen Christen weltweit leiden aktuell unter Verfolgung“, führte Eduard Schmidt, designierter Leiter von „Aktion für verfolgte Christen und Notleidende“ (AVC), dem Initiator der Veranstaltung aus.

Die etwa zweistündige Veranstaltung war von einer Eröffnungs- und Schlusskundgebung auf dem Bochumer Husemannplatz umrahmt. Dazwischen bewegte sich ein Gebetszug durch die Innenstadt. Johannes Dappen, Referent von AVC führte während des Gebetszuges die Teilnehmer in verschiedene Länder und nannte Anliegen, für die die Teilnehmer des Zuges beteten. Er ermutigte sie, dabei laut zu sein.

Ivan Stukert, Pastor der Gemeinde „Gottes Wort“, Bochum, der die Veranstaltung lokal organisiert hatte, lobte die seit vielen Jahren sehr kooperative Zusammenarbeit mit der Bochumer Polizei, die u.a. mit ihrer Motorradstaffel für einen reibungslosen Ablauf der Zusammenkunft sorgte.

„Wir haben eure Gebete gespürt“

Isaac Liu, selbst in Verfolgung in China geboren, heute Pastor im BFP, gab den Versammelten einen sehr persönlichen Bericht. „Wir haben eure Gebete für uns gespürt.“ Dass er lebt, ist ein Wunder, denn er sollte wegen Regierungsrepressalien zwangs-abgetrieben werden – wurde aber einen Tag vor dem Termin der Abtreibung geboren.

Mutig Botschafter sein

Frank Uphoff, Vizepräses des BFP, hob in seinem Redebeitrag dankbar hervor, dass die Presse und selbst die Bundesregierung sich um dieses Thema kümmern würde, ermutigte aber jeden einzelnen Teilnehmer, selbst ein mutiger Botschafter für Verfolgte zu sein, indem er über das Thema in seinem Umfeld und in den sozialen Medien reden würde.

Dankbar und begeistert über die Veranstaltung äußerten sich viele Teilnehmer am Ende der Kundgebung. „Wir kommen im nächsten Jahr wieder, dann mit mehr Leuten“, meinte ein weiter angereister Teilnehmer, als wir zum Schluss noch in kleinen Gruppen miteinander beten.

Ja, die Fahrt nach Bochum hat sich gelohnt. (up)

Mein Beitrag auf der Demo am 18.05.2019

Auch IDEA hat über die Demonstration berichtet. Hier nachlesen.

2500 beim Bundeshajk der Royal Rangers in Thüringen

Campübersicht

„Wen der Sohn befreit, der ist wirklich frei“. – Es ist Karfreitag, aber vom „stillen Feiertag“ ist hier am Rennsteig wenig zu merken. Die Zelthalle bebt förmlich, 2500 Ranger, alle in Kluft – und am Schuh ein besonderes Schnürband, sind in Begeisterung. Natürlich sind sie begeisterte Ranger, aber hier steht vor allem Jesus, die Gemeinde, der Nächste im Mittelpunkt – und das durchgehend!

Rennsteig? Als die Einladung zum Besuch des ersten Bundeshajks vor etwa zwei Jahren bei mir eintrudelt, muss ich erst einmal nachschauen, wo das denn ist. Thüringer Wald, vom Skisportzentrum Oberhof habe ich schon gehört. Ortsbürgermeister Pulver kommt zum Abendessen, das Präses Johannes und ich mit der Hajkleitung und den Bundesleitern haben, persönlich und kann seine Lobesworte kaum bremsen: „Ihr habt hier ein sehr eindrückliches Bild im Ort hinterlassen, ihr habt Müll gesammelt, Bäume gepflanzt und euch vorbildlichst verhalten! Klasse.“

Julian Sandvoß, 24 Jahre (!), aus Düsseldorf hat diesen ersten Bundeshajk drei Jahre lang mit einer jungen Mannschaft konzipiert, Logistik geplant, Mitarbeiter gewonnen, mit der politischen Gemeinde verhandelt, eine Versammlungshalle, mehrere Bürocontainer und haufenweise „Dixi-Klos“, gemeinsam mit dem Betreiber des kurze Zeit später stattfindenden Rennsteig-Laufs, gebucht. Die Bühnentechnik allein füllt zwei LKWs… Respekt!

„Was wir machen, machen wir sehr gut“, lächelt Peter Lehmann, RR-Bundesleiter, und führt uns über den Platz, wo biwakiert wird. „Auf 12 Campussen haben wir übernachtet, manche sind in den Tagen mit ihren „Seilschaften“ über 70 Kilometer gelaufen.“ Dort waren Bergsteigen, Kanu-Fahren, Survival-Training angesagt. In jedem Camp gab es ein Lobpreisteam und einen Camppastor. „Was da geistlich passiert ist, ist enorm“, schwärmt er.

Es ist Karfreitag 18 Uhr und die Ranger kochen gerade, alles bestens geordnet. Von überall kommen sie gestürmt und begrüßen Petra und mich, ebenfalls in Kluft, sehr herzlich: „So schön, dass ihr gekommen seid.“ Vier Staus hatten wir unterwegs….

„Ranger und Gemeinde, das gehört untrennbar zusammen“, betont der Bundesleiter. Und Präses Johannes ist gerührt: „Ich bin nicht nah am Wasser gebaut, aber wenn ich euch sehe, habe ich Tränen in den Augen.“ Seine Predigt „sitzt“, es geht um „Charakter“, und als er zu Bekehrung, Taufe im Heiligen Geist und Empfang von Geistesgaben aufruft, ist die Reaktion enorm. Noch lange stehen die Pfadfinder in Trauben zum Gebet an, so dass wir kaum dazu kommen mit unserem Sohn zu reden, der selbst Stammleiter ist und mit 20 aus seinem Stamm mit „gehajkt“ ist.

Ach, das Schnürband will ich natürlich auch als Andenken mitnehmen. „Ein symbolisches Zeichen und ein Versprechen, dass wir mit Jesus unterwegs sind“, erläutert mir Daniel Berner, RR-Bundeswart. „Das bringe ich dir am Mittwoch, wenn wir uns in Erzhausen mit den BFP-Bundeswerksleitern treffen“, schmunzelt er.

BFP-Selbstverständnis: Kandidatenschulung in Erzhausen

Erwartungsvoll sitzen sie vor mir und ich schaue in 50 gespannte Gesichter: Kandidatenschulung auf BERÖA. Der große Seminarraum ist bis auf den letzten Platz gefüllt, wenn von hinten die Fragen gestellt werden, kann ich die Studenten nur schwerlich verstehen…

Seitdem ich Vizepräses bin, gebe ich diesen Unterricht zum Thema „BFP-Selbstverständnis“. „Was erzählst du den Teilnehmern in sieben Stunden denn über den BFP, geht dir da nicht der Stoff aus“, fragt meine Frau mich abends am Telefon, als wir gemeinsam über den Tag reflektieren. Nein, keineswegs – im Gegenteil. Identität des BFP ist jeweils mein erster Schwerpunkt, wobei ich auch ein wenig historisch beleuchte, wer und was die Identität unseres Bundes geprägt hat – und wie sie sich entwickelt hat.

JESUSbewegt ist unser Bund, GEISTbewegt, GEMEINDE- und MISSIONSbewegt – und PERSÖNLICHKEITSbewegt. Wir gehen tief in die Themen rein, sprechen dabei viele Punkt aus dem Gemeindealltag an, oft entspannt sich eine rege Diskussion. „Man spürt dir ab, dass dein Herz für den BFP brennt, du BFP bist…“, spiegelt mir eine Teilnehmerin später, die ihre geistlichen Wurzeln in der Landeskirche hat und jetzt in einer BFP-Gemeinde dient. Ja, das ist mein Herzensanliegen, dies zu vermitteln. Weiter geht es mit dem Thema „Zwischenkirchliche Beziehungen“.

Die Mischung der Teilnehmer gefällt mir: Kandidaten der modularen Ausbildung, BERÖA-Absolventen im Vikariat und Integrationspastoren. Als Leiter des Bundes haben wir die Möglichkeit eine nachwachsende Generation mit den Visionspunkten zu prägen, über die vor allem der Präses spricht. Peter Bregy spricht über die strukturellen Fragen und den Pastorendienst im Allgemeinen, Daniel Dallmann über Finanzen, Missionsleiter Thomas Halstenberg über das Anliegen von Mission und Regionalleiter Andy Kopp aus der Sicht seiner Aufgabenstellung und Erfahrung, der Personalbeauftragte Daniel Aderhold thematisiert Datenschutz und Dienstwechsel. Studienleiter Horst Werner hat alles bestens organisiert und nimmt die Fäden während des Kurses immer wieder in die Hand.

Horst Werner, Markus Schmutz

Im Rahmen des Kurses BFP-Selbstverständnis wird Markus Schmutz der BFP-Dienstausweis von Studienleiter Horst Werner im Auftrag des Generalsekretärs überreicht. Markus hat alle erforderlichen Kurse als Integrationspastor erfolgreich absolviert. Er ist als Pastor in einer Gemeindegründung in Peiting / Allgäu tätig. Seine Gemeinde ist angedockt an das Netzwerk, das durch Jean-Christof Nadon von Füssen aus gebildet wird.

Am Mittwochabend predige ich im Rahmen des Gottesdienstes. Die Atmosphäre ist dicht, der Hunger nach Gebet groß.

Wie gut, dass wir diese begleitende Kandidatenausbildung im BFP haben.   (up)

„Unser Gott kann“ – Gemeindekonferenz in Velbert mit Präses Justus

„Akzeptiere, dass das Treffen von Entscheidungen eine Voraussetzung für Leiterschaft ist.“ Präses Johannes Justus ist ehrlich und bekennt, dass es ihm manchmal nicht leichtfällt, Entscheidungen zu treffen. Er spricht weniger von seinen „Siegen“, mehr von seinen „Niederlagen“, seine Seminare und Predigten sind mit ganz vielen authentischen Beispielen gespickt.  

Große Resonanz

Präses Johannes Justus dient in der CGV

Gemeindekonferenz in der CGV unter dem Generalthema „Unser Gott kann“.  Eine große Zahl an Mitarbeitern der Christus Gemeinde Velbert sind zum Mitarbeiterseminar am Samstagmorgen gekommen und hängen förmlich an den Lippen des Präses. Er nimmt die Mitarbeiter mit in die Fragen von Mitarbeiter- und Leiterschaft. „Es ist wichtig, dass du reflektierte Entscheidungen triffst.“

Es ist ein Genuss ihm zuzuhören und der Morgen geht sehr schnell vorbei. „Ich möchte, dass ihr die Gedanken, die ich euch gebe, in euren Gruppen reflektiert und darüber sprecht“, empfiehlt er und stellt seine Präsentation zur Verfügung.

„Bindet Menschen nicht an euch, sondern an Christus“. Für unser Ego sei es gut, wenn wir Menschen an uns binden, führt er aus. Und er empfiehlt, Rat bei Fachleuten zu suchen.

Starke geistliche Kraft

Die Konferenz beginnt am Freitagabend mit einem Gottesdienst, der von der CHANGE-Jugend der CGV gestaltet wird. Er wird gleich zu einem echten Highlight. Die Jugendband, die auch auf der regionalen Jugendfreizeit „Die Burg“ dienen wird, gestaltet den Abend laut und mit Nebel – und mit großer geistlicher Kraft.

Der Präses ist unkompliziert und direkt. Während der Predigt ruft er Menschen heraus und dient ihnen mit einer großen prophetischen Dichte. Am Ende des Abends ruft er zur Entscheidung für Jesus auf. Diesem Aufruf folgen etliche Menschen. In der nachfolgenden Gebetszeit geht es sehr intensiv zu.

Welch ein Start für die Gemeindekonferenz. (up)  

Gottes Berufung mit Israel geht weiter

Reisebericht einer eindrücklichen Woche mit Konferenzbesuch

„Ich könnte nichts anderes tun, als 24 Stunden lang Gemeinden gründen.“ Die Begegnung mit Pastor E. und seiner Frau in der Nähe von Tel Aviv ist beeindruckend. Wir finden ihre Gemeinde, auch ohne GPS, am Schabbat im Untergeschoss einer großen Shoppingmall. Hier beginnt unser einwöchiger Israelaufenthalt.

Eingemietet ist die Gemeinde in einem Tanzstudio. Die Reihen sind gut gefüllt mit Menschen aus allen Altersschichten. Ob sie Probleme mit der Regierung haben bezüglich der Gemeindearbeit, will ich wissen? „Nein überhaupt nicht, wir können hier in völliger Freiheit arbeiten“, konstatiert der sympathische Pastor, der in der Ukraine geboren ist.

Pastor E. mit Frau sowie Petra und Frank Uphoff

Jüdische Wurzeln

„Meine Frau hat jüdische Wurzeln und deswegen kamen wir vor mehr als zehn Jahren hierher“. Schon in der Ukraine diente er als Pastor. Was kann er da anderes in Israel tun als Gemeindegründung? Und er hat ein starkes Herz für Evangelisation. „Als Johannes unlängst da war, haben wir etwa 150 Menschen zusammengebracht, die keine Beziehung zu Jesus haben. Und sie haben das klare Evangelium gehört.“ Mit Johannes meint er natürlich „unseren Johannes Justus“. Man spürt ihm die Wertschätzung für und die Beziehung zu unserem Präses total ab. „Die Menschen haben gefragt, wann Johannes denn wiederkommen wird. Wir laden sie erst zu einer Evangelisation ein, verknüpft mit einem touristischen Programm.“ Jüdisch schlau wäre das, so meint er und lächelt.

 „In Petah Tiqua suchen wir gerade nach geeigneten Räumlichkeiten, weil wir da schon so viele Gläubige haben“, berichtet er begeistert. Und samstags haben wir immer einen Gebetsdienst auf dem höchsten Gebäude Jerusalems. „Nebenbei“ geht er noch einer Teilzeittätigkeit im Bereich der öffentlichen Sicherheit nach. „Dadurch kenne ich viele Menschen und kann ihnen dienen.“

Wir sind BFP

„Im September sehen wir uns wieder auf der BFP-Konferenz in Willingen“, ist er entschlossen. „Na klar, wir sind BFP und wollen das auch leben“, fügt er hinzu, denn seit einem Jahr gehören sie zum BFP International Network. In-israel.bfp.de ist die Internetadresse für die Arbeit des BFP in Israel. Etliche Gemeinden aus Deutschland unterstützen sie.

Ob er denn noch mehr Pastoren aus Russland oder der Ukraine kennen würde, die hier im Land leben, will ich wissen. Sicher, es gibt etliche, die auch Gemeinden gründen, weiß Pastor E. zu berichten. Sein Englisch, das er erst hier gelernt hat, ist exzellent, so dass Kommunikation leichtfällt. Gerade die Tage vorher war mir wichtig geworden, welch ein Segen für Deutschland (und den BFP) Geschwister aus russischsprachigem Hintergrund sind. Das erlebe ich auch hier.

Der Platz auf dem Karmel, wo Altar des Elia gestanden haben soll.

Feuerstätte mit gutem Ausblick 

Weiter geht es gen Norden. „Ich bringe euch zu dem Platz, wo Elia gebetet hat und Feuer vom Himmel fiel“, sagt Pastor M., unser Gastgeber, ein arabischsprechender Israeli. „Wir sind in wenigen Minuten da.“ Dass er damit arabische Minuten gemeint hat, merken wir etwa eine Dreiviertelstunde später. Der Berg Karmel ist groß und die Stadt Haifa erstreckt sich über eine weite Distanz. Aber auf googleMaps sieht manches anders aus, als es in Wirklichkeit eben ist.

Es ist der zweite Tag unseres Besuchs in Israel, wir sind in den Norden gefahren, um Pastor M. zu treffen, der uns in Velbert schon besucht hat. Seine Gemeinde trifft sich in einem selbst errichteten Gebetshaus gleich außerhalb von Haifa.

Vom Berg Karmel aus ist die Ebene Meggido, das „Tal Israel“, gut überschaubar, leider ist es etwas diesig und verhangen.  Hier wird Geschichte total lebendig, aber auch prophetische Worte der Bibel über diesen Ort, an dem sich laut Bibel einmal alle Völker gegen Israel versammeln werden, kommt zum Greifen nahe.

Abends sind wir in einer anderen arabischsprechenden Gemeinde in Haifa, der dortige Pastor Y. lädt mich – ohne mich zu kennen – am Morgen per Telefon zum Predigtdienst ein. Es entsteht eine herzliche Verbindung, die Gemeinde tut einen europaweiten Dienst unter Flüchtlingen.

Auch die befestigte Stadt Akko, nördlich von Haifa, lassen wir nicht aus. Pastor H. heißt uns in seinem baptistischen Bibelladen in der Altstadt von Akko willkommen. Das Angebot an christlicher Literatur und Bibeln ist breit. Jesus steht hier eindeutig im Mittelpunkt. An diesem Tag schüttet es wie aus Eimern, gut für das Land, für unsere Schuhe leider nicht.   

100 Leiter aus 20 Nationen

ENVISION heißt die Leiterkonferenz der Internationalen Christlichen Botschaft (ICEJ) zu der wir zum Wochenbeginn reisen. 100 Leiter aus 20 Nationen sind da und werden von Dr. Jürgen Bühler, dem Präsidenten der ICEJ willkommen geheißen. „Die deutsche Delegation ist mit 25 Leuten die stärkste“, freut sich Gottfried Bühler, Bruder von Jürgen und Leiter des deutschen Zweiges der ICEJ. Jürgen ist ein BFP-Pastor. Ihr verstorbener Vater Albert war es auch und „der hat die Liebe zu Israel in unser Herz gepflanzt“, bestätigen beide. Mit der ICEJ ist der BFP in Partnerschaft.

Eine größere Delegation kommt aus Liberia/Afrika, unter ihnen eine Parlamentarierin, die das Grußwort ihrer Regierung weitergibt. Nach vielen Jahren Bürgerkrieg formiert sich hier ein neues Bewusstsein innerhalb der Gemeinden, zu Israel zu stehen, zu segnen und sich segnen zu lassen. „Watch out for Liberia, wir werden mit einer größeren Delegation zum Laubhüttenfest kommen“, ist die charmante Parlamentarierin selbstbewusst.

Hochkarätige Sprecher

Die Rednerliste der Konferenz ist lang, wobei sich intensive Bibellehre und gemeindliche / gesellschaftliche Analyse, gewürzt mit politischen Aspekten ergänzen. In mehreren Diskussionsrunden kommen lokale Pastoren, sowohl messianische als auch arabische zu Wort. Durch die Vorstellung verschiedener lokaler Projekte und Gemeinden bekommt man ein umfassendes Bild, was sich im Land tut und wie die geistliche Entwicklung ist.

Auch der politische Chefanalyst der Jerusalem Post, Gil Hoffmann, ist als Sprecher eingeladen. Humorvoll und eloquent führt er den Pastoren die aktuelle politische Lage in Israel vor Augen. „Betet für uns“, schließt er seinen Vortrag. Als Jude weiß er die Sichtweisen evangelikaler Christen gut einzuschätzen – und pointiert zu kommentieren.

Gottes Berufung: Gemeinde hat Israel nicht ersetzt

Schwerpunkt der Bibellehre ist Gottes Sicht von Israel, seine Berufung für das Volk – und welche Bedeutung das für die Gemeinde hat. Dass Gott einen Plan für sein Volk hat und dieser Plan nicht durch die Gemeinde ersetzt wird, zieht sich wie ein roter Faden durch die Predigten der meist lokal ansässigen Pastoren und Mitarbeiter der ICEJ.

Eine Ebene des Vertrauens

Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Yad Vashem

ICEJ genießt in Jerusalem einen überaus guten Ruf. Durch ihre sozialen und karitativen Projekte haben sie eine Ebene des Vertrauens geschaffen. „Wenn wir euch gebraucht haben, wart ihr SOFORT da“, sagt ein leitender Kibbutzvertreter und führt uns stolz die mobile Brandbekämpfungseinheit vor, von denen die ICEJ insgesamt 17 gespendet hat. Sie helfen zum schnellen Eingreifen bei Feuern, die durch Feuerdrachen von Gaza aus in Israel entzündet werden. Ein lokaler Bürgermeister kommt extra zu unserer Gruppe, als wir an die Grenze von Gaza gefahren sind und spricht über die lokale Lage. „Dass ihr uns besuchen kommt, ist für uns ein hoher Beweis dafür, dass ihr zu uns steht! Hier kommt sonst keine Reiseorganisation mit ihren Gästen hin.“ Kein Wunder, die Grenze zu Gaza ist in Sichtweite. „Vor einigen Wochen hatten wir 500 Raketeneinschläge innerhalb von 24 Stunden“, erzählt der Bürgermeister weiter. „Aber wir weichen nicht von hier. Hier ist unsere Heimat, hier ist unsere Berufung.“  

Kranzniederlegung

Auch in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat sich die ICEJ hohes Vertrauen erworben. Aus Anlass des Holocaust-Gedenktages legen wir als Konferenzdelegation in einer kurzen Zeremonie mit Psalmlesung und Gebeten zwei Kränze nieder. Es folgen Momente der Stille und des Gedenkens.

Baumpflanzung

Baumplanzung in Kfar Azar.
Frank Uphoff, Dr. Jürgen Bühler, Präsident ICEJ und dem Vertreter des Kibbutz Kfar Azar, Shai Hermesh, einem früheren Knesset-Mitglied

Während des Besuches im Kibbutz Kfar Azar pflanzen wir als Konferenzdelegation einen Feigenbaum, der ein Zeichen der Hoffnung in diesem Kibbutz sein soll, der in „Schussweite“ der Gaza-Grenze liegt. Die Bushaltestelle mit Bomben-Shelter trägt ein Schild: Gespendet von der ICEJ. „Wir stehen zu euch“, betont Dr. Jürgen Bühler und gießt Wasser an den frischgepflanzten Baum. Die Konferenzgruppe segnet die Bewohner des Kibbutz!  

Keinen „Israel-Extremismus“

„Es gab während der ganzen Konferenz keine Fahnenschwenker oder Schofarhornbläser“, resümiert Edwin Jung, Leiter der österreichischen Pfingstgemeinden. Recht hat er, denn selbst Jürgen Bühler warnt vor den „Israel-Extremisten“, die sich hier und da sammeln. ICEJ will hier einen gesunden Gegenpol mit Liebe zu Israel setzen, die aber auch die Fehlentwicklungen und falschen Haltungen klar benennt, sowohl auf israelischer als auch auf (internationaler) Gemeindeseite.

Ich denke, das gelingt ICEJ in hervorragender Weise.

Frank Uphoff

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