Starke Tage in der Slowakei und Rumänien

Geistliche Erfahrungen hängen keineswegs von äußeren Umständen ab, sondern sind eine Sache des Herzens. – „Starke“ eineinhalb Wochen in der Slowakei und in Rumänien neigen sich dem Ende entgegen. Was haben wir erlebt?

fp02Den Anfang machte eine Mitarbeiterkonferenz in der Slowakei. Der uns gut bekannte S. H. hatte uns eingeladen, um über das Thema „Dienst in der Kraft des Heiligen Geistes“ zu sprechen. Petra und mir lag es auf dem Herzen, dass es nicht nur bei der Theorie bleiben würde, sondern die Gnade durch den Heiligen Geist auch sichtbar wird.

Schon am ersten Tag wurde das „greifbar“, als wir anfingen, für Menschen zu beten. Sehr konkret gab Gott prophetische Impulse, die wir weitergeben konnten, es geschah eine intensive „himmlische Berührung“.  Auch die Teilnehmer selbst wurden ermutigt, prophetisch zu dienen, was im Laufe der Konferenz immer stärker wurde. Im Dienst haben Petra und ich uns ergänzt, was dankbar aufgenommen wurde.

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S. arbeitet unter dem Schirm der Velberter Mission in der Slowakei unter Sintis und Romas und baut Gemeinde. An verschiedenen Orten haben sie mit Gemeinden begonnen, die tlw. eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen haben. S. selbst ist mit der Frage unterwegs, welche Schwerpunkte sein Dienst in der Zukunft haben wird.

fp08Am Montag ging es weiter nach Rumänien. Es war nach 2003 (P&F) und 2008 (F) die dritte Reise dieser Art. Hier waren Gottesdienste in verschiedenen (und „verschiedenartigen“) Gemeinden geplant. An jedem Abend besuchten wir eine andere Gemeinde. Startpunkt war Ileanda im nördlichen Teil des Landes. Am Montagabend verzeichneten wir „volles Haus“. In der Gemeinde in Sebes (Mühlbach) trafen wir K. G.. Weiter ging es durch die Karpaten, wo wir eine Gemeinde hoch in den Bergen besuchten konnten, bis nach Pitesti in der Nähe von Bukarest.

fp06Eindeutiger Höhepunkt der zweiten Woche war die Mitarbeiterkonferenz in Valeia Corbului. Hier gibt es in einem „Zigeuner“-dorf (der Begriff ist hier unter den Betroffenen keineswegs belastet) eine starke Gemeinde, die wir besucht haben. R. K., Projektleiter vom Hilfswerk „Kinder in Not“ hatte uns eingeladen, R. und L. sind uns ja auch in München gut bekannt.

Das Thema für die Konferenz war uns vorher nicht bekannt, aber R. bat uns, auch über den Heiligen Geist zu sprechen. Auch hier erlebten wir unter den Mitarbeitern eine sehr große Offenheit und Hunger, es war wie wenn ein „Nachholbedarf“ gestillt wurde. Wir gaben auch hier in der Gesamtgruppe beide unsere Impulse, Petra führte zusätzlich an einem Nachmittag noch ein besonderes Treffen für die Frauen durch. Ganz viele dankbare Rückmeldungen über unsere Lehreinheiten standen am Ende des Freitags. „Kommt bitte unbedingt wieder“.

fp07R. erwies sich als genialer Übersetzer, bei dem man fast nicht im Fluss eingeschränkt wird. Beeindruckend auch, mit welch einer Liebe und Hingabe er die Projekte leitet und wie ihm die Menschen, die tlw. aus sehr einfachen Umständen stammen, auf dem Herzen liegen. Beeindruckend auch zu sehen, wie durch die Wirksamkeit der Botschaft von Jesus Christus Menschen in völlig veränderten äußeren Umständen leben und ihr Leben und ihre Werte neu gestalten.

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Mit großer Freude über die Tage fahren wir am Samstag in den mittleren Teil von Rumänien zurück und sind gespannt, welche Dienste hier zum Abschluss noch auf uns warten.

1,5 Millionen weniger Einwohner

In Deutschland leben 80,2 Millionen Menschen, das sind rund 1,5 Millionen weniger als bislang angenommen. Diese Zahlen beziehen sich auf den 9. Mai 2011 – sie sind Ergebnis einer Volkszählung. Der Zensus ergab auch, dass knapp ein Fünftel der Einwohner ausländische Wurzeln hat und mehr als die Hälfte der Menschen zur Miete wohnen. (Meldung des Statistischen Bundesamts vom 31.5.2013)

Quelle: Statistisches Bundesamt
Quelle: Statistisches Bundesamt

Kommentar: In dieser Woche veröffentlichte die Bundesregierung das Ergebnis des Zensus. Es ist schon bezeichnend, welch eine „Toleranzbreite“ unser Staat in dem Umgang mit den Zahlen hat. 1,5 Millionen Differenz, nicht gerade eine kleine Zahl. Irgendwie hat mich das nicht „kalt“ gelassen, wie man ohne großen Aufhebens einfach die Bewohnerzahl unseres Landes korrigiert. Das ist immerhin eine Stadt in der Größe von München, um die es da geht!

Was mich zuversichtlich macht: Gott vergisst keinen einzigen Menschen. Selbst bei den Milliarden, die auf der Erde leben, kennt er jeden einzelnen, liebt jeden – und hat selbst unsere Haare auf dem Kopf gezählt, wie die Bibel sagt. Und ich denke, er muss dazu nicht einmal zählen. Vorstellen kann ich mir das nicht, das kann man nur glauben – oder auch nicht.

Wenn man es glaubt, hat es eine große Kraft, die unser Leben himmlisch orientiert prägt. Und das eben macht den Unterschied.

„Schlüsselübergabe“ in Velbert – Thomas Halstenberg neuer Missionsleiter

Schlüsselübergabe bei der Velberter Mission am Himmelfahrtstag: Nach mehr als 35 Jahren Dienst als Missionar und Missionsleiter verabschiedete sich Siegfried Bongartz aus dem aktiven Dienst. Symbolisch übergab er seinem Nachfolger Thomas Halstenberg einen Schlüssel, passend zur „Stadt der Schlösser“, Velbert. Der Schlüsselbart war mit den Buchstaben „VM“ markiert, oben im Schlüsselkopf die Weltkugel als Symbol für die Mission.

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Zwei lachende Augen
Der scheidende Missionsleiter, der vorher selbst als Missionar in Malawi tätig war, bekannte, dass er sich mit zwei lachenden Augen verabschieden würde. „Es tut gut, die Verantwortung in verantwortungsvolle jüngere Hände abgeben zu können.“ Thomas Halstenberg bringt mit seiner Frau Ruth selbst viel Missionserfahrung aus dem Dienst in Brasilien und Mosambik mit.

Engagierte Missionare
mk003Geprägt war der traditionsreiche Missionstag, der mehr als 500 Gäste nach Velbert gelockt hatte, von den Berichten der Missionare der VM. Über 40 Missionare sind derzeit in 19 Nationen, mehrere Missionskandidaten sind auf der Warteliste bzw. in Vorbereitung zur Aussendung. Ob Zeltevangelisation in Afrika, Arbeit in der muslimischen Welt, Bibelschularbeit in Peru, Indiandermission in Argentinien, Mikrokreditvergabe in Indien – das Angebot der Mission ist sehr breit aufgestellt, dies sind nur einige Beispiele. Viele der Missionare waren gemeinsam mit ihren Kindern in die Velberter Christuskirche gekommen.

„Zukunft gestalten“
mk002Leitgedanke des Missionstages war die visionäre Zukunftsgestaltung. In seiner Predigt ging BFP-Vizepräses Frank Uphoff auf Rahab ein, die auf besonderem Wege in die Biografie des Zukunftsgestalters Josua hineinkam und selbst im Glauben handelte. Er motivierte die neue Missionsleitung und die Missionare, sich neu für ein Agieren im Glauben zu entscheiden.

Er überbrachte auch die Grüße von Präses, Vorstand und Präsidium des BFP und dankte Missionsleiter Bongartz gemeinsam mit seiner Frau Monika für ihren vorbildlichen Einsatz.

Die Velberter Mission ist als BFP-Bundeswerk Partner der lokalen Gemeinden in der Entsendung von Missionaren. Regionale Vertreter bringen das Anliegen der Mission in die Regionen des BFP. Die Wurzeln der Mission reichen bis in das Jahr 1931 zurück, als von Velbert aus Missionare nach China entsandt wurden.

Saison der Straßenkirche eröffnet

Das Wetter am Freitag ist genial. Um 14:15 Uhr wird unser kleiner Anhänger gepackt, Christl sortiert die Kisten mit den Schriften, Georg pumpt die Reifen auf. Der Wagen hat über den Winter unter einer Plastikplane im Garten verbracht. Mit dem Fahrrad kann ich ihn locker zum Partnachplatz ziehen.

Auch der Obsthändler ist seit ein paar Tagen wieder am Partnachplatz. Wir haben noch nicht fertig aufgebaut, da ist unser alter Freund Z. schon da. Er hat merklich abgenommen. Wir können gleich für ihn beten. Sandra, Christl, Susanne, Petra, Stefan und Frank sind heute dabei.

R. zweifelt an Gott, ob es ihn gibt. Trotzdem lässt er sich auf ein Gespräch ein. Seine Freunde kommen lautstark vorbei und lassen einen Stapel nicht so erbaulicher Sprüche los. Auf einen Kaffee in der Straßenkirche lassen sie sich doch einladen.

Ich spreche zwei junge Männer an, der eine kommt aus den USA und will hier studieren. Wir kommen in ein tiefes, gutes Gespräch. Ja, warum nicht, sie wollen in den Gottesdienst kommen. Ich bin gespannt, ob sie es wahrmachen.

Ich besuche V. in der Nachbarschaft. Auch ihn kennen wir vom Partnachplatz. Er ist überschwänglich begeistert über meinen Besuch, küsst mich vor Freude. Es geht ihm gesundheitlich nicht gut, wir können miteinander beten. Zum Schluss gibt er mir Bonbons für das ganze Team mit.

Auf dem Rückweg schaue ich noch in der neuen Döner-Bude vorbei, der Abend ist noch lang… Nachher ist noch Besprechung mit den Kindermitarbeitern. Was ich denn da hätte, wollen die Besitzer wissen. Ich gebe ihnen meine „Jesus-Flyer“. Die Botschaft darauf ist sehr klar. Sie zeigen mir großherzig ihre Döner-Küche. Alles picobello. Ich könnte ruhig vorne auf die Fensterbank meine Flyer auslegen. Ich traue meinen Ohren nicht… Natürlich will ich.

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Zurück am Partnachplatz beobachte ich, wie die anderen in intensiven Gesprächen sind. Das freut mich. Auch S. ist inzwischen gekommen, obwohl die U-Bahn „unmögliche“ Verspätung hatte. Zurück in der HB4 sind die Rangers grade beim Abschlussappell. Etliche Eltern stehen erwartungsvoll auf dem Parkplatz. Sie helfen mir, die Plastikgarage wieder über den Hänger zu stülpen. Alle Materialien sind regenfest gelagert und warten auf den nächsten Einsatz in drei Wochen. So geht das sehr einfach und effektiv.

Es ist gut, dass die Saison wieder eröffnet ist….

Welches Siegel trägst du?

Gott selbst hat unser
Leben auf ein festes
Fundament gestellt,
auf Christus,
und uns mit seinem Geist erfüllt.

 So drückte er uns sein Siegel auf,
wir sind sein Eigentum geworden.
Das Geschenk
des Heiligen Geistes
in unseren Herzen
ist Gottes sicheres
Pfand dafür, dass er
uns noch viel
mehr schenken wird.

2. Kor. 1,21+22 (Hoffnung für alle)

 

passGerne blättere ich in meinem Reisepass. Etliche Stempel sind dort zu finden, bunt, groß, manchmal fast unlesbar und trotzdem wirksam. Jeder ist mit einer Erinnerung für mich verbunden. Ich war an einem ganz bestimmten Ort, habe gute, manchmal auch nicht so erfreuliche Erfahrungen gemacht. Ohne den Stempel wäre die Einreise in das Land nicht möglich gewesen. Ein anderes Beispiel: Wenn ich bei einer offiziellen Stelle eine Zeugniskopie vorlege, muss diese in der Regel mit einem Siegel beglaubigt sein, sonst wird sie nicht ernst genommen. Dieses Siegel muss immer von einer autorisierten Stelle stammen.

Welche(s) Siegel trägst du?
Der Heilige Geist liegt auf unserem Leben wie ein Siegel. Er ist es, der uns Autorität und Glaubwürdigkeit gibt. Nicht wir selbst können uns dieses Siegel geben, sondern Gott tut das. Zunächst einmal bestätigt der Heilige Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Er gibt uns die feste Gewissheit darüber, genauso wie der Reisepass meine Staatszugehörigkeit eindeutig dokumentiert. Trägst du dieses „Siegel der Gewissheit“, dass du ein Kind Gottes bist? Bist du ein „Bürger des himmlischen Reiches“? Gewissheit macht einen großen Unterschied in unserem Leben. Wir können von einer anderen Basis her leben, unser Leben anders gestalten.

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Der Stempel im Reisepass gibt mir die Möglichkeit, in ein anderes, neues Land zu gehen. So gibt mir der Heilige Geist die Möglichkeit, Neues in meinem Leben zu erschließen, in Bereiche vorzudringen, die mir bisher nicht vertraut waren. Davor muss ich keine Angst haben, auch wenn ich nicht weiß, was auf mich zukommt. Dazu suche ich Gott im Gebet, der Heilige Geist vertritt mich dabei, auch das ist eine feste Gewissheit. Gerade das Gebet in Zungen ist dabei für mich persönlich eine große Hilfe. Allerdings gelten die Einreise-stempel immer nur für eine gewisse Zeit. Das ist ein Bild für die Gemeinschaft mit Gott, die immer wieder neu gesucht werden muss.

Auch an diesem Tag mag neues Land vor dir liegen, in das du „einreisen“ musst. Du weißt nicht, was auf dich zukommt, aber du weißt, dass du das Siegel des Heiligen Geistes auf deinem Leben trägst. Deswegen kannst du zuversichtlich in den Tag hineingehen und Gottes Wirken und seinen Schutz erwarten. Eigentlich wäre es gut, gerade jetzt das mit einem erwartungsvollen Gebet auszudrücken.

 

Nordkorea

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Foto Quelle: idea

Das Säbelrasseln in Nordkorea geht weiter. Fast täglich kann man in den Nachrichten etwas über das Land lesen, hören oder sehen. Machthaber Kim provoziert, so lese ich, den südkoreanischen Nachbarn. Die Menschen dort lassen sich, so lese ich weiter, davon kaum beeindrucken.

Das Land soll schon in der Lage sein, Atomraketen abzufeuern. Die Kriegsgebärden erinnern sehr an Aktionen, die auch andere Diktatoren in der Geschichte unternommen haben.

Am Anfang des Jahres hatten wir in der FCG-M den klaren Impuls, dass wir für dieses Land, das auf dem Weltverfolungsindex von Open-Doors wieder den ersten Platz eingenommen hat, beten sollen. Das haben wir immer wieder getan, erst letzten Sonntag.

Gott hat sich immer wieder als Herr der Geschichte erwiesen. Das haben wir in Deutschland nicht nur einmal erlebt. Die Wiedervereinigung ist ein dramatisches Beispiel, was mir in dieser Hinsicht vor Augen steht. Das ist auch Korea nicht unmöglich.

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Foto Quelle: AVC

Beten wir aber vor allem weiter für die verfolgte Gemeinde in Nordkorea und die südkoreanischen Christen, dass sie sich in dieser Phase im Gebet und praktisch unter der Führung Gottes auf das vorbereiten, was in den nächsten Jahren auf sie zukommen wird. Ich freue mich, dass wir durch unser Gebet in der FCG-M daran Anteil nehmen dürfen. Am Rande sei erwähnt, dass jemand aus dem Freundeskreis unserer Gemeinde beruflich in dieser Woche nach China gereist ist und an die Grenz zu Nordkorea muss. Auch wenn das namentlich unerwähnt bleibt, dürfen wir im Gebet mit daran denken.

In Russland traf ich E. aus Kuba. E gab mir ein paar Videos aus ihrer Gemeinde. Die Gemeinde Jesu erfreut sich in Kuba einer guten Entwicklung. Ich finde es immer wieder faszinierend zu sehen, dass menschliche Machthaber, die ihre Nationen unterdrücken oder in menschliche enge Korsetts zwängen, die dynamische Ausbreitung des Evangeliums NICHT verhindern können.

Chai für 25 cent…

f_zug„Dobre utra“. Es ist 5.20 Uhr, die Schaffnerin des Zuges Minsk-Moskau klopft freundlich an die Abteiltür. „Guten Morgen, aufstehen, gleich sind wir in Moskau“, soll das heißen. Richtig gemütlich ist es hier, finde ich. Bettlaken, Strom zum Handyladen und Chai-Service am Morgen, 25 cent extra, 10 Rubel. Der Chai tut gut. I. aus Smolensk hat mir noch Käse und Brot mitgegeben.

Zum Durchatmen bin ich in den letzten Tagen nicht gekommen, dazu habe ich heute in meinem „Büro“ auf dem Flughafen in Moskau etwas Zeit. Ich denke an meinen ersten Aufenthalt in Moskau zurück, damals war das noch richtig abenteuerlich. Heute ist hier alles topmodern, die russischen Freunde sind in der Technologie ganz vorne dran.  Der kostenfreie Internetzugang am Airport unterscheidet sich kaum von unserem Münchner Anschluss. So kann ich meine Facebookfreunde an der nächtlichen Zugfahrt teilhaben lassen. „Gefällt mir“ – kaum hochgeladen, schon geliked…

Und der neue Aeroexpress, der mich vom weißrussischen Bahnhof nach Scheremetjovo bringt, ist auch eine echte Wucht. Perfekte Beschreibungen in Englisch und Russisch, man fühlt sich nicht unsicher. Was früher Stunden in Anspruch nahm, geht jetzt in 35 Minuten. Meine touristischen Bedürfnisse bezüglich Moskau sind ausreichend gestillt, zumal ich mich um den Roten Platz schon ohne Karte zurechtfinde. Mein Nachbar aus meinem Heimatdorf, den ich heute hier in Moskau eigentlich besuchen will, muss kurzfristig nach Deutschland, da es seiner Mutter, unserer direkten Nachbarin daheim, gar nicht gut geht. Ich wähle also den Flughafen…

So habe ich etwas Ruhe zu reflektieren und für den Sonntag vorzubereiten – und das ist gut so: Wow, wenn ich über alle Begegnungen, der letzten 10 Tage nachdenke, bin ich sooooo dankbar.

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„Ich plane extra nicht so viel“, hatte V. gemailt. Nett. Ich hatte den Eindruck, dass ich auf jeden Fall im Frühjahr nach Russland fliegen solle, aber terminlich ist nur der Zeitraum um Ostern möglich. Die Ältesten der FCG-M sind einverstanden. Im Nachhinein: Der Zeitpunkt ist perfekt. Sieben Gottesdienste sind es dann neben dem Unterricht geworden, fest geplant waren zwei bis drei…

Der Unterricht läuft sehr gut, die Schüler sind sehr dankbar und spiegeln mir das. Fast alle suchen das persönliche Gebet zwischen den Unterrichtsstunden. Zum ersten Mal unterrichte ich papierlos nur mit „HirtenPad“, funktioniert bestens.

Mittwoch bis Freitag sind Gottesdienste in Smolensk, intensive Reaktionen. Pastor A. kommt aus dem fernen Sibirien, er ist einer der Leiter der Gesamtarbeit in Russland. Auch sein Besuch ist nicht geplant. Bis Mitternacht reden wir am Donnerstag. Sehr gut. Ich bin fasziniert von seinen Berichten, wie sich die Arbeit aus kleinen Anfängen unwahrscheinlich positiv weiterentwickelt hat.

a_fRegionalleiter /Pastor A. aus S. ist mit mir auf Facebook befreundet. Ihn treffe ich nun in Realität wieder. Durch die Bilder und kurzen Impulse im Internet ist es mir, als wenn sein Dienst mir sehr nahe steht. Als mich Bruder S. aus der Gemeinde am Freitag gegen Mitternacht zum Bahnhof bringt, lässt sich unser Gespräch mit Pastor A. kaum zum Abschluss bringen. Aber vor der Abreise will noch I. aus der Küche, dass wir für sie beten, es geht auf Mitternacht zu….

In Moskau treffe ich Pastor I, einen Verantwortlichen des russischen Gemeindebundes, der Austausch ist nachhaltig und gut. Der Gottesdienst am Abend, zu dem er mich, ohne mich zu kennen, am Vortag eingeladen hatte, ist stark und viele kommen zum Gebet.

Wir fahren quer durch Moskau, um Pastor P. in einem „Starbucks“ zu treffen. Die Herzen gehen auf und wenden sich einander zu. Diese Begegnung wird nachhaltig sein. Wir besuchen Pastor N. und die Gemeindegründung in Moskau: diese Stadt fordert heraus. Auch hier machen sie eine Reha, wie in fast allen Gemeinden, die ich in Russland kenne. Pastor S. aus G., der uns von Moskau bis nach Smolensk chauffiert, sucht das Gebet. Ich kann ihm Ermutigung für seinen Dienst geben. Es ist ein besonderer Segen für Menschen zu beten, ohne sie zu kennen und ohne nach ihren Anliegen zu fragen. Oft ist das Gebet sehr konkret.

bs2L. aus Kuba ist auf der Bibelschule. Sie hat eine besonders starke Stimme. „Via Dolorosa“, spontan begleite ich sie beim Gemeinschaftsabend mit den Bibelschülern auf der Gitarre. Die Atmosphäre unter den Schülern ist warm und herzlich. Sie wollen von meinen persönlichen Erfahrungen wissen.

Im Unterricht schreibe ich in Deutsch an die Tafel, F. und A. aus Bochum helfen V. beim Übersetzen, sie sollen in Bochum auch eine russischsprachige Bibelschule halten. Um das live kennenzulernen, sind sie hier. S. aus Moskau schreibt russisch die Übersetzungen an die Tafel. Es läuft ineinander. Manchmal hapert es etwas mit meinen „Fachworten“ bei den Übersetzern, wenn die „Direktorin“ nicht da ist, aber dann sucht P., der gemeinsam mit Z. aus der russlanddeutschen Gemeinde in Augsburg hier auf der Schule ist, auf seinem Handy bei Google nach den entsprechenden Begriffen.

Ein Mann im mittleren Alter wartet nach dem Gottesdienst auf Gebet. Er hat eine Not, weil eine schwere Krise in seinem Leben ist. Im Gebet habe ich den Eindruck, er solle einen Gegenstand wegwerfen, der eine Bindung für ihn bedeuten würde. Nein, er wüsste nicht von so etwas, übersetzt V.. Es könnte auch ein Brief sein, ergänze ich. Ja, das ist richtig, er hätte den Brief sogar dabei…

karaffeBeim abschließenden Abendmahl in der Smolensker Gemeinde sticht mir die Abendmahlskaraffe aus Ton ins Auge. Irgendwie kenne ich die. „Da stehen unten bestimmt die Buchstaben „GP“ drauf“, raune ich V. zu. Richtig, so überzeuge ich mich nach dem Abendmahl, es ist eindeutig. „Kennst du eigentlich die Geschichte eurer Abendmahlskaraffe?“, frage ich Pastor A..  „Njiet“. Ich hole aus: In den 80ziger Jahren habe ich einmal bei der Töpferin GP in meinem Heimatdorf für mehrere Gemeinden Abendmahlsgeschirr aus Ton machen lassen. Irgendwie ist das über die AVC-Mission hier gelandet. „Stimmt, und ich „ärgere“ mich heute, dass ich die Kelche an andere Gemeinden im Land weitergegeben habe“, ergänzt Pastor A..

Russland holt mich irgendwie immer wieder ein…

Frank Uphoff

Totgesagte leben länger

IMG_1265a„Ich bin in den Weltraum geflogen, aber Gott habe ich dort nicht gesehen“, soll er gesagt haben (oder hat man ihm in den Mund gelegt). 1961 war der Nationalheld als erster im Weltall. Sein Denkmal musste ich heute in seiner (heute nach ihm umbenannten) Heimatstadt ablichten. Bin bereits ca. das vierte Mal hier. So konnte ich die Entwicklung der Gemeinde über die Jahre beobachten. Klasse.

IMG_1222aDie Gemeinde in Gagarin erfreut sich bester Gesundheit und Wachstum… Lieber Juri Gagarin, merke: Totgesagte leben meistens länger!

„Willst du noch Tee trinken?“ – Diese Frage um 23:30 Uhr heißt: Hast du noch Hunger? Denn der Tee kommt nie ohne Brot, Wurst, Käse oder süße Pfannkuchen.

Heute Nachmittag, auch eine Teerunde, diesmal beim „Zigeunerbaron“ von Gagarin. Er hat sich vor einem Jahr bekehrt und mit ihm viele aus seinem Haus, wie in Philippi. Nun brennt er für Jesus. Warmherzige, beeindruckende Begegnung in äußerlich sehr ärmlichen Verhältnissen.  Morgens war er mit seiner „Sippe“ im Gottesdienst. „Jetzt leben wir ehrlich, rauchen, saufen und fluchen nicht mehr und bauen uns vernünftige Häuser“. Klasse, wie sich das Leben durch Jesus ändert.IMG_1247aIMG_1232a

 

„Tabor“ so heißt das Viertel, in dem wir heute den Baron, seine Familie und seine Tiere besucht haben. Endlich hat ihnen die Stadt den Grund und Boden direkt vor dem Stadteingang zugesprochen. Wie Aussätzige werden sie behandelt. Jetzt halten sie bereits in diesen ärmlichen Hütten Gottesdienst. „Früher habe ich als Baron meine Leute ‚gerichtet‘, das tue ich nicht mehr, jetzt will ich sie zu Jesus einladen.“

Gegen 22:00 lokale Zeit sind wir heute hier nun in Smolensk auf der Bibelschule angekommen, Veronika hat sich gleich ins „Getümmel“ gestürzt, die Schüler waren im Kurzpraktikum. Sie geht darin wirklich mit „Leib und Seele“ auf.

Morgen früh geht mein Unterricht los. Jeweils von morgens früh bis abends. Mir wird also nicht langweilig – und ihr habt „freien Ostermontag“…. 🙂 Den genießt mal und denkt an mich.