Michaela, meine Nachbarin stöhnt. Ich frage am Freitag bei ihr an, ob ich ihren Laubsauger kurz ausleihen dürfte. „Wenn ich für jedes Blatt, das in meinem Garten liegt, ein Zehnerl bekommen würde, hätte ich ausgesorgt…“ Ich antworte ihr, dass auch ein Cent schon reichen würde…
Als ich am Freitagmorgen durch den Südpark laufe, fasziniert mich die Atmosphäre. Die Morgensonne scheint golden durch die Blätter, ein stimmungsvolles Bild. Das Laub hier auf dem Weg, das wie ein echtes Kunstwerk farbenfroh den Boden bedeckt, wird keiner wegfegen müssen. Aber daheim ist das anders. Und die Ahornblätter vor der HB4 haben unseren Behinderteneingang in der vergangenen Woche fast völlig eingehüllt.
Herunterfallende Blätter scheinen manchmal nur sinnlos zu sein und Arbeit zu machen. Millionenfach tun sie das in diesen Tagen. Sinnloses Blätterfegen? Warum hat Gott das in der Schöpfung nicht anders geregelt? So wie Efeu, nur dauerhaft grüne Blätter, das ganze Jahr über. Das wär’s doch! Warum haben wir nicht das ganze Jahr nur Sommer mit 35 Grad und Sonne pur? Das wäre doch ein Leben? Kein Blatt mehr wegfegen müssen.
Wir hätten eben nicht den herbstlichen Morgen, die golden schimmernden Blätter, keine Pilze im Wald, kein… Wir hätten, wenn die Blätter dranbleiben würden, keine Hinterbärige Weihnachten mit schneebedeckten Bäumen und heißem Teepunsch. Wir hätten keinen Winterspaziergang durch einen stillen, schneebedeckten Wald. Und selbst wenn es kalt werden würde und die Blätter bleiben würden: viele Bäume würden, mit Blättern, unter der Schneelast zusammenbrechen, wie vor zwei Wochen in Garmisch-Partenkirchen. Unser Wald wäre im Nu zerstört.
Wie gut also, dass es den Herbst gibt. Wie gut, dass es in unserem Leben ‚Herbstphasen‘ gibt, in denen wir loslassen müssen und dürfen. Das macht uns die Hände frei für das Neue, was kommt. Selbst, wenn es bedeutet, dass wir manchmal, scheinbar sinnlos, Blätter fegen müssen. Es hat doch einen Sinn. Wenn wir das vertrauensvoll zu Gott sagen, bekommen wir eine ganz andere Lebensperspektive.
Die wünsche ich dir neu. Gott hat in seiner Weisheit eben ALLES wohlgemacht, auch, dass die Blätter fallen müssen.
Der Volleyballplatz der Jugendherberge ist voll von Menschen. Ungefähr 10 Autos, gehüllt in nächtliches Blaulicht, stehen rund um die Jugendherberge. Mütter halten ihre Kinder in Decken gehüllt auf dem Arm, dazwischen die Musiker der Blaskapelle, die uns den ganzen Abend nebenan „aufgespielt“ hat. Und dazwischen wir – die Ältesten und EGL der FCG-M. Die Feuerwehr in Garmisch-Partenkirchen ist ausgerückt, die Szenerie hat etwas Filmisches in sich…
Gerade ist Marcin verspätet zu uns gestoßen und hat sein Essen mit in den Seminarraum gebracht, da schrillt der Hausalarm. Nein, keine Übung, wirklich Ernstfall. Christine, die das von ihrer Arbeit her kennt, ermutigt uns, Ruhe zu bewahren, aber zügig das Haus zu verlassen. Erst denken wir, das heiße Essen hätte den Feuermelder beeindruckt. Nein, es ist nicht Marcins Essen, sondern der geplatzte Heizungsschlauch im Keller, der den Alarm auslöst. Nach 15 Minuten ist Entwarnung und wir können zurückkehren in den Seminarraum und noch bis Mitternacht ist Zeit zum abendlichen „Chill out“.
Jüngerschaft ist das Zentralthema des Tages. In intensiven Runden besprechen wir, wie wir in der Gemeinde den Auftrag von Jesus umsetzen, wo in unserer Gemeinde Schwachpunkte liegen, wie wir ihn zukünftig besser ausführen können. So manche Fragestellung aus dem Gemeindebereich, aber auch viele persönliche Aspekte kommen auf den Tisch.
Am Freitagnachmittag genießen wir die herbstliche Sonne in Garmisch-Partenkirchen. Pünktlich zu unserer Klausur ist das schöne Wetter da: einfach klasse! Wir genießen den Philosophenweg unterhalb des Wank, beim Gang durch den Wald treffen wir auf viele umgestürzte Bäume, Schneebruch am letzten Freitag. Dagegen ist das Wetter heute herrlich, ein tolles Ambiente für eine Klausurtagung.
Wie ist dein Name? – Peter Riedl, Leiter der Gemeindeberatung im BFP, selbst aus Garmisch-Partenkirchen, dient uns am Samstag über persönliche, ganzheitliche Entwicklung als Mitarbeiter und Leiter. Er fragt uns, welchen Namen wir uns selbst gegeben haben und welchen Namen Gott uns gegeben hat. Das führt das Team in gute Prozesse hinein.
Sehr kompetent führt Peter uns Phasen im Leben eines Mitarbeiters vor Augen. Er spricht über Wachstum und Entwicklung, über Persönlichkeit, Auftrag und Tools, die uns von Gott gegeben sind. Aber er spricht auch über Krisen und der dunklen Seite von Persönlichkeitsentwicklungen. Bezüglich Leiter- und Mitarbeiterschaft ist es wichtig, in welcher Lebensphase wir uns gerade befinden. Wichtig ist, dass die Gemeinde lebt, aber dass auch einzelne Menschen die Möglichkeit haben, in ihrer Lebensphase zu leben. Die Gemeindeleitung muss das richtige Tempo für die ganze Gemeinde angeben, weil jede Phase des Lebens wichtig und wertvoll ist. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in Phasen unseres Lebens steckenbleiben.
Am Samstag ziehen wir in die Räume der Oasekirche um, die fußläufig von der Jugendherberge sind. Etwas unbedacht hatte die Hausleitung der Jugendherberge im Raum neben uns ein Blasorchester mit 25 Personen zum Übewochenende platziert. Die Oasekirche gibt uns ganz spontan Heimat und Aufnahme, und das wirkt sich als gesegnete Kombination aus, Jugendherberge und Gemeinderäume… Danke, liebe Oasekirche, für die spontane und unkomplizierte Hilfe.
Das Abendmahl bildet den Abschluss von zwei intensiven Tagen des Austausches und der Gemeinschaft.
Welch eine Konferenz! Ich bin dankbar für alle guten Impulse und Gedanken. Wenn ich über die Tage, die wir hier gemeinsam hatten, nachdenke, dann bin ich begeistert und beschämt. Wir haben die Gegenwart Gottes erlebt. Wir wollen zum Schluss gemeinsam reflektieren: Was hat Gott in dieser Woche zu uns geredet? Was nehmen wir mit, was setzen wir um?
Ich hatte im Vorfeld auf dem Herzen, heute über den Mut, der David ausgezeichnet hat, zu sprechen. Das möchte ich anhand eines kleinen Ausschnitts der Geschichte von David tun und dann das mit den aktuellen Impulsen der Konferenz verbinden.
„Das kommt an“ war das Motto der BFP-Medienkonferenz 2013 in Kirchheim. „Wie können wir neue Wege gehen, um unsere Botschaft zu transportieren?“ war ein Thema auf der Medienkonferenz.
Das kam wirklich gut an – die Livestream-Übertragung der 118. BFP-Bundeskonferenz aus Willingen via Internet, theoretisch weltweit empfangbar. Aus Albanien kam eine Meldung, ebenso aus Norwegen: „Danke BFP, dass wir mit dabei sein können.“ Die Rückmeldungen derjenigen, die nicht dabei sein konnten und dann doch dabei waren, waren in großer Zahl und dankbar bis euphorisch. „Könnt ihr einrichten, dass man im nächsten Jahr auch per PayPal spenden kann?“ kam es über den Feedbackkanal.
Anfang September kam in der BFP-Vorstandssitzung eine E-Mail auf den Tisch: Wir würden anbieten die Konferenz live via Internet zu übertragen. Der Vorstand brauchte nicht lange zu einer Entscheidung: Ja, wir wollen neue Wege gehen, transparent sein – wenn die Rahmenbedingungen passen, dann machen wir das.
Dass das Interesse so groß sein würde, hatten wir nicht erwartet. Über 48.000 Zugriffe wurden verzeichnet, so ergab die Auswertung.
Wird die Internetleitung von Willingen ausreichen? Erst im kommenden Jahr wird es dort eine wirklich starke Anbindung geben. Wie viele Kameras werden wir brauchen? Wie machen wir es mit der Übertragung der Musik, wie sieht die rechtliche Seite aus? Viele Fragen mussten quasi in letzter Minute geklärt werden – aber sie wurden geklärt.
Die Männer hinter dem Livestream sind Jürgen Frölje und Guntmar Rued aus Bremen, die mit BBRC Dienstleistungen für Gemeinden übernehmen. Ihre Vision liest sich so: Wir nutzen das Internet als Evangelisationsfeld. Dazu unterstützen und befähigen wir Gemeinden ihre Videoarbeit in das Internet zu stellen und vernetzen sie zu einer evangelistischen Plattform.
„Wir haben teilweise bis in die Nacht gearbeitet, um das Projekt in Willingen zu realisieren“, sagt Jürgen und lacht. Die FC Bremen, „Haus der Begegnung“ (Bremen-West) und das CZ Troisdorf werden u.a. von ihnen betreut und die Predigt wöchentlich ins Internet gestreamt. Damit agieren beide als Pioniere und unterstützen Gemeinden.
Ganz im Sinne der BFP-Ausrichtung, Gemeinden in ihrem lokalen Auftrag zu stärken, finden Gemeinden hier kompetente Ansprechpartner, wenn sie sich mit dem Gedanken tragen, ihre Gottesdienste zu streamen. Mehr unter bbrc.de.
„Ich fahre jetzt aus der Schweiz los, bin um 14:30 Uhr in Willingen und fahre um 17:30 Uhr wieder zurück.“ – Diese Zeilen hat Präses Johannes Justus am Dienstagmorgen, den 24.09.2013, in seinen E-Mails. Am Nachmittag ist der Schreiber wirklich in Willingen; er sitzt in der dritten Reihe der Konferenzversammlung, als der Präses seinen Namen nennt. Zurückhaltend, nicht aufdringlich, eben mit schweizerischem Charme: Robert Zulliger kommt extra auf die BFP-Bundeskonferenz, um dabei zu sein, wenn „sein Kind“ präsentiert wird.
„Sein Kind“, das ist die Stamps-Studienbibel, die an diesem Tag den Pastoren und Mitarbeitern im BFP vorgestellt wird. Der Präses dankt ihm und dem ganzen Übersetzerteam, den amerikanischen Herausgebern und der SPM mit ihrem Vorsitzenden Max Schläpfer für ihr Engagement für die Herausgabe der ersten pfingstlich orientierten Studienbibel.
Esther Dymel-Sohl, die im Übersetzerteam mitgearbeitet hat, ist tief beeindruckt vom Dienst Robert Zulligers: „Robert ist der Herausgeber der deutschen Ausgabe, aber noch viel mehr: Er ist der Koordinator sämtlicher Aufgaben, die mit der Übersetzung, der Produktion und der Vermarktung zusammenhängen. Er hat die Mitarbeiter akquiriert, war immer die Schnittstelle zwischen Deutschland/Schweiz und Amerika. Für die Assemblies of God und dem Verlag Life Publishers International ist er bei allen Fragen der zuständige Ansprechpartner. Jede Absprache lief über ihn. Er organisierte Meetings für uns Übersetzer in Erzhausen und war maßgeblich bei der Verlagssuche involviert. Mit dem Theologischen Verlag Zürich trat er in Verhandlung, damit der Bibeltext der Zürcher Bibel für die Stamps Studienbibel zur Verfügung stand. Er hatte den Überblick, was es zu übersetzen galt und verteilte diese Aufgaben an die Übersetzer und Mitarbeiter. Er selbst kontrollierte sämtliche übersetzte Texte, bevor er sie weiter an das Lektorat gab und hatte ein Auge für Fehlerquellen.
Er sorgte für die fristgerechte Bezahlung der Rechnungen der Mitarbeiter und verlor bei der Vielzahl der zu übersetzenden Kommentare, Artikel, Einführungstexte, Konkordanzbegriffe, Stichwortverzeichnisbegriffe, des Kartenmaterials etc. niemals den Überblick (!). Dabei blieb er immer ruhig und gelassen, machte nie Stress, forderte nichts ein und war in allem so unglaublich professionell, dass man als Mitarbeiter mindestens ebenso professionell sein wollte.
Man sagt, dass die Arbeit eines jeden Menschen durch einen anderen zu ersetzen sei. In diesem Falle stimmt das definitiv nicht. Ohne Robert und seine überdurchschnittlichen Fähigkeiten, seine Professionalität, seinen Weitblick, seinen Durchblick und seinen Überblick wäre das Projekt Studienbibel nicht durchführbar gewesen.“
Ein Unternehmer im (Un)-Ruhestand, der sich vorbildlich für das Wort einsetzt. Danke, Robert, für deinen Einsatz! Und danke an das Team der Übersetzer, Lektoren und deren Mitarbeiter: Esther Dymel-Sohl, Angela Mumssen, Marita Wilczek, Günther Kaupp, Jokim Schnoebbe, Sonja Bachl, Lena Sohl, Bruno Benz, Florian Sondheimer und Hans-Peter Mumssen.
Und dann haben wir in der 95. Nachspielminute noch ein Tor in diesem wichtigen Spiel geschossen. Ich bin vor Begeisterung dort im Stadion auf die Knie gefallen. Mir war egal, dass gerade der bekannte Prediger John Bevere neben mir im Stadion saß. In diesem Moment brach das Stadion in ‚Lobpreis und Anbetung‘ aus.“ Glyn Barrett weiß, dass seine Zuhörer den tieferen Sinn der Botschaft verstehen „Wir haben gewonnen.“ Zehntausende hätten das damals gerufen.
„Wir haben gewonnen – oder?“
„Wenn wir gewinnen, dann sind es nicht die 75.000 Zuschauer, sondern in Wahrheit die elf unten auf dem Rasen.“ Dass der drahtige Pastor eingefleischter Fußballfan ist, weiß jeder nach weniger als fünf Predigtminuten. Glyn Barrett, knappe 40, T-Shirt, Jeans, legere Jacke. Mal hüpft er über die Bühne, um gleich wieder niederzuknien und dann seine Bibel zu greifen und sie über sich in der Luft zu schwenken. Seit 18 Jahren ist er Prediger, seine theologische Ausbildung hat er in Australien erhalten.
ÜbersetzerTim Sukowski, Glyn Barret (rechts)
Die überdimensionalen Bildschirme in der Willinger Konferenzhalle lassen den Redner ganz nah kommen. Übersetzer Tim Sukowski aus Wunstorf versucht synchron hinterherzuhüpfen. Im Livestream kommt der Pastor aus Manchester über das Internet auf viele angeschlossene Bildschirme, mehr als 1.100 waren das allein am vergangenen ersten Abend.
Ja, er sei in Manchester geboren, sein Vater, auch Pfingstprediger und „Fünf-Punkte-Calvinist“, habe ein gutes Fundament in seinem Leben gelegt. „Mit zwölf ist mir Jesus ganz real begegnet. Damals war mein Vater Pastor in Australien.“ Und so geht sein biografischer Weg zwischen Manchester und Australien hin und her.
Disziplin, so meint er, ist die erste Lektion, die ein Leiter lernen muss. Er selbst will ein Beispiel sein. Seine Kinder sind am gleichen Datum, drei Jahre auseinander geboren. „Seht ihr, ich bin ein Leiter mit Ordnung…“. Die Menge lacht herzlich.
Kirchenbänke raus – neues Leben rein
Was denn die monströsen Kirchenbänke mit dem Lebensalltag eines jungen Australiers zu tun haben würden, habe er damals in jungen Jahren mit seinem Vater heftig diskutiert. Glyn berichtet über die Veränderung, die die australische Pfingstbewegung erlebt hat.
Sein Vater habe ihm gesagt, die Gemeinde sei nicht da, um Kirche zu spielen, sondern eine Stadt zu erreichen. Aber damals sei das mehr Theorie gewesen, die die Gemeinde in der Praxis nicht erlebt habe. Als Pastor hätte sein Vater mindestens 10.000 Bücher in seiner Bibliothek gehabt. Er hätte damals so gut predigen können, wie er wollte. Es haben sich keine Leute bekehrt, weil keiner in die Kirche gekommen wäre. Die Gemeinde sei nicht relevant für die Stadt gewesen. „Und dann haben wir die Bänke rausgetragen, die Kanzeln, alle „alten Dinge“. Sein Vater habe alles mit Benzin übergossen und ihm die Streichhölzer gegeben. „Dann haben wir alle Bänke angezündet.“
Glyn Barett
Glyn Barrett wirkt begeistert. Gemeinde muss Menschen erreichen, das ist ihm wichtig. Er hat heute für seine Gemeinde in Manchester die Vision, dass sie einen Verkehrsstau auslösen wird, wenn Gottesdienst ist. Ganz so sei es in Australien nicht gewesen, aber nach dem radikalen Umbruch seien am folgenden Sonntag die 60 Leute in die Kirche gekommen, die schon immer gekommen seien. Davon wären 30 Leute gleich wieder weggegangen, weil keine Bänke mehr da waren. Dann aber habe eine Entwicklung eingesetzt, die nicht mehr mit dem vergleichbar war, was vorher war. „In den nächsten Jahren wuchs unsere Gemeinde von 30 auf 450 Leute. Und sie wurde wahrgenommen.“
Leidenschaft fängt bei mir an
Es liegt eben nicht nur am theoretischen Wissen über Gott. Ohne Leidenschaft sei kein Dienst möglich, meint der Australier. „Leidenschaft fängt immer mit mir an. Eine Gemeinde will über einen Leiter nicht nur wissen, dass er Gott liebt. Sie will seine Leidenschaft und Liebe sehen. Als Leiter darf man nicht nur über Evangelisation und Lobpreis reden, sondern die Gemeinde will sehen, wie er leidenschaftlich anbete und evangelisiere. Er schlägt Jesaja 6 auf. Ein guter Abschnitt für ein Konferenzthema, wie er meint. „Leidenschaft bringt dich immer zurück zu dem ursprünglichen Ruf, den Gott dir in deinem Leben gegeben hat. Er führt uns immer wieder durch die Schritte durch, die uns im Wort Gottes aufgezeigt werden.“
Den Moment ergreifen
Und dann geht er mit seinen Zuhörern, die ihm gespannt folgen, die Schritte durch, die Jesaja gegangen ist. Er zeigt auf, wie Jesaja den Moment ergriffen hat. „Nutze die Zeit, mach das, was Gott zu dir sagt! Du musst ein Ziel anvisieren, das jenseits von dem liegt, was du erreichen willst und auch erreichen kannst. Schaue nicht nur auf die äußerliche Situation, sondern schaue darüber hinaus. ‚Ich sah den Herrn‘, sagt Jesaja. Schau in das Übernatürliche hinein. Konferenzen, wie diese, sind dazu gemacht, nicht nur den Moment zu ergreifen, sondern auch einen Blick in das hinein zu wagen, was Gott tun und mit dir tun will.“
Frucht wächst nur im Tal, nicht auf dem Berg
Glyn Barett
Glyn spricht auch über schwierige Zeiten und ermutigt die Zuhörer. Manchmal wolle man im Leben und Dienst nur von Höhe zu Höhe gehen und vergisst dabei, dass auf den Bergen normalerweise wenig Frucht wächst. Berge und Höhen sind in unserem geistlichen Leben gut und wichtig, aber wir müssen wissen, dass Frucht eigentlich nur im Tal wächst. Und damit meint er schwierige Phasen im Leben und Dienst. „Aber lass dir nicht die Schwere und Last, die andere tragen, zwangsweise auf deine Schultern legen“. Er richtet den Blick immer wieder auf die Ermutigung: “ Dieselbe Kraft, die Christus von den Toten auferweckt hat, ist in der Lage, auch dir Sieg zu geben. Weigere dich, der Stimme der Entmutigung zuzuhören. Höre dafür aber auf die Stimme Gottes!“
Enthusiasmus ist biblisch
Ja, er liebe wirklich laute Musik. In den Psalmen habe er immer wieder Aussagen gefunden, die auf einen lauten Lobpreis hindeuten würden. „Wenn du keine laute Musik magst, kann es sein, dass du dich im Himmel nicht wohlfühlen wirst“. Er witzelt immer wieder und berichtet aus der Praxis. „In unserer Gemeinde haben sich Leute bekehrt und spielen heute im Lobpreis mit, von denen du das eigentlich nicht erwarten würdest. Sie sehen gar nicht so heilig aus, aber sie lieben wirklich Jesus.“ Ein Video-Einspieler folgt, der den Zuhörern deutlich macht, was er damit meint, wenn er von lautem Lobpreis spricht.
Petrus sei fast immer enthusiastisch gewesen. Er hat jemand enthusiastisch das Ohr abgehauen, das war nicht so gut. Er ist enthusiastisch auf dem Wasser gelaufen. Im Englischen heißt das heißt wörtlich auch „über Bord zu gehen“. Auch David hat in Begeisterung seinem Gott gedient.
„Deswegen bin ich überzeugt, dass wir Enthusiasmus brauchen. Das hat etwas mit „in Gott sein“ zu tun, griechisch „en theos“, hier liegt die Wurzel des Wortes“, führt er weiter aus. Barret führt zum zentralen Konferenzthema zurück und will nicht nur nette Worte machen.
Und dann kommt er auf den Epheserbrief zu sprechen. Er vergleicht die Kultur der damaligen Stadt mit der heutigen Zeit. „In Ephesus war so viel Götzendienst und Dämonie, wie wir uns das heute kaum vorstellen können“. 36 x in sechs Kapiteln sagt Paulus „Ihr seid in Gott“. „En theos“. Wenn das kein „Enthusiasmus“ ist, immer wieder zu betonen, was wir in Gott haben und sind! Das heißt „Begeisterung, ausflippen, außer sich sein“ – warum eigentlich? Das, was wir haben, ist wirklich eine „Gute Nachricht“. Darüber können wir wirklich „ausflippen“.
Und das dürfe ein Christ durchaus auch laut ausdrücken. „Wenn wir schreien, dann nimmt das Besitz von unserem Körper. Wenn du das Wort Enthusiasmus benutzt, dann nimmt es Besitz von deinem Gesicht. Der Enthusiasmus übernimmt Kontrolle von deinem ganzen Körper. Es muss sich einfach in deinem Gesicht und deinem Körper ausdrücken. Das geht nicht anders. Denke mal an einen jungen Vater. Enthusiasmus drückt sich bei ihm in ganz bestimmter Art und Weise aus.“ In Gott zu sein heiße „enthusiastisch“ zu sein.
„Können wir Begeisterung mal gemeinsam praktizieren und nicht nur darüber reden?“ – „Ich wusste gar nicht, dass die BFP-Pastoren so begeistert hüpfen können“, sagt mir später ein 20-Jähriger, der als Nachwuchs-Bibelschüler mit auf die Konferenz gekommen ist. „Oh happy day.“ Die Outbreakband gibt ihr Bestes, der Saal wallt und 1000 Delegierte hüpfen – fast 1000. Schade eigentlich, dass ich diesen Gottesdienst nur am Livestream verfolgen kann.
Und warum Manchester City, nicht United…
„Meine Theologie des Teufels ist ganz einfach. Er ist wie ein Löwe, aber ich habe den Löwen Jesus Christus bei mir. Und der ist wirklich ein Löwe, nicht nur wie ein Löwe. Mein ganzes Leben war ich ein enthusiastischer Unterstützer von ‚Manchester City‘. Gibt es hier etwa Leute, die „Manchester United“ unterstützen? Steht bitte an euren Plätzen auf. Man nennt diese Mannschaft nämlich die ‚Roten Teufel'“, schmunzelt er. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass deutsche Christen die gut finden – Könnt ihr bitte den Raum verlassen….?“
Deutschland sei wirklich ein besonderes Land. Glyn dankt herzlich für die Einladung zur Konferenz. „Ich fühle mich wohl bei euch.“ Das Land habe großartige Theologen hervorgebracht. Dass es aber England im Fußball besiegen würde, sei für ihn doch etwas belastend, fügt er hinzu. Die Lacher sind auf seiner Seite.
118. Bundeskonferenz des BFP fokussiert die Zukunftsausrichtung des Bundes
Erzhausen (up/hw) – Rund 1.000 Delegierte des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) werden vom 23. bis 26.9.2013 zur 118. Bundeskonferenz im Sauerland Stern Hotel in Willingen/Upland erwartet.
„Die Gemeinde Jesu hat Zukunft! Das garantiert Jesus, wenn er sagt: ‚Nicht einmal die Macht des Todes wird sie vernichten können'“, betont Präses Johannes Justus in der Einladung zur Bundeskonferenz. Mit der ersten von ihr verantworteten Leiterschaftskonferenz setzt die neue Bundesleitung des BFP Signale für die Zukunftsausrichtung des Pfingstbundes. „Wir setzen uns nachhaltig dafür ein, dass der BFP in naher Zukunft von jetzt 783 auf 1000 Gemeinden wächst“, so die klare Weichenstellung aus dem Vorstand. Unter dem Leitmotiv „Gemeinsam Gemeinde(n) bauen“ wird der Präses bei einem „Visions-Abend“ die Antwort des Bundesvorstands für die Zukunft des BFP auf die Frage „Wohin will der BFP?“ darlegen. „Wir haben als Bundesleitung in einem längeren Prozess auf Gott gehört und bauen auf die guten Impulse der Vergangenheit auf. Insbesondere werden wir in eine erweiterte Leiterschaftsausbildung investieren“, so der Präses weiter. Außerdem soll unter dem Stichwort „Sommerbibelschulen“ an eine ältere BFP-Tradition angeknpft werden und in die Ausbildung von ehrenamtlichen Mitarbeitern intensiviert werden.
Hauptsprecher an den Vormittagen ist Glyn Barrett, Hauptpastor der „!Audacious-Church“ in Manchester. Unter seiner Leitung ist die Gemeinde in einem Zeitraum von vier Jahren von 90 auf 1500 Menschen gewachsen. Zu den weiteren Sprechern der Konferenz gehören neben Präses Johannes Justus (Hannover) auch Altpräses Ingolf Ellßel (Tostedt), Friedhelm Holthuis (Wuppertal), Joanna Haverkamp (Konstanz) und Vizepräses Frank Uphoff (München).
Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst am Montag wird BFP-Schatzmeister Dr. jur. Martin Stötzel im Café- und Eingangsbereich vor der Veranstaltungshalle feierlich die vierte BFP-Kunstausstellung eröffnen. Sie steht unter dem Motto „Bei mir findet er Hilfe, die er braucht“ (Psalm 91,16). Irene Justus, Ehefrau des BFP-Präses, hat die Ausstellung in diesem Jahr organisiert und stellt als Malerin auch selbst gemeinsam mit fünf anderen Künstlern aus.
Seminare, Interaktive Runden („World-Cafe“), Begegnungs- und Segnungszeiten, die Feier des Abendmahls, und eine große Ausstellungshalle ergänzen das Konferenzangebot. Die musikalische Gestaltung hat die „Outbreakband“ aus Bad Gandersheim übernommen.
Zukunftsweisend ist, dass die Konferenz erstmals im Video-Livestream per Internet verfolgt werden kann. Nähere Infos dazu sind rechtzeitig zum Konferenzbeginn unter www.buko.geistbewegt.de und auf www.fcg-m.de zu finden.
Aktuelle Meldungen, ausführliche Berichte, Reportagen und Fotos zur 118. Bundeskonferenz stehen ab 23.9. unter www.buko.geistbewegt.de zur Verfügung.
Voller Vorfreude packen wir im August die letzten Sachen in unseren Skoda, gut ausgerüstet, um ein paar Tage irgendwo auf einem Campingplatz zu verbringen. Petra und ich lieben das Ungeplante, einfach losfahren und schauen, was passiert und sich ergibt. Was anderen Stress bereitet (nämlich nicht zu planen), macht uns große Freude.
Garmisch, Ettal, Linderhof, Plansee – erster Stop. Der Campingplatz ist voll, keine Chance. Außerdem ist es hier oben sehr zugig, das brauchen wir im Urlaub nicht. Weiterfahren bis nach Reutte in Tirol. „Klar, kein Problem, wir haben genug Platz“, sagt der etwas bärig wirkende Platzwart. Und Strom können wir auch haben. „Und mit unserer Gästekarte könnt ihr sogar kostenlos einmal am Tag in die Therme gehen und täglich die Bergbahn benutzen!“ Wow, wenn das nichts ist, das gefällt den Aufdemhoffs. Außerdem gibt es das orange-blaue „A“ und das große gelbe „M“ vor Ort auch, so dass Einkauf und Internetzugang gerettet sind, denn die Fertigstellung der GEISTbewegt!-Ausgabe muss vom Campingplatz aus noch begleitet werden…
Hahnenkammrennen, ja das haben wir schon gehört, nun fahren wir mit der Bergbahn fast täglich auf den Hahnenkamm rauf und runter – und die Kassierin in der Therme kennt uns nach dem dritten Tag auch schon. „Heute waren Sie aber kurz hier…“ Na klar, wir nutzen das gerne aus.
Geschenkt! -Wir haben das so richtig genossen. Wir waren immer „gut gebadet“ und hatten „tolle Aussichten“. Das, was uns „dazu geschenkt“ wurde, haben wir dankbar angenommen und genutzt.
Durch und in Jesus Christus haben wir von Gott alles das, was zu einem „gottseligen Leben“, so sagt es die Lutherbibel, zu einem „Leben in Ehrfurcht und Segen vor ihm“ nötig ist, geschenkt. Wir wären dumm, wenn wir es nicht annehmen, „ausnutzen“ und für unser Leben anwenden würden.
Dankbar schauen wir Anfang Oktober im Erntedankfest auf das zurück, wie Gott uns in diesem Jahr versorgt hat. Es ist wirklich ein Geschenk, mit Gott leben zu können. Wer das nicht erkennt, verpasst leider viel!