Politik und Rundfunk: Evangelische Freikirchen berufen zwei neue Beauftragte

Präsident im Amt bestätigt – ein neues Vorstandsmitglied

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat Konstantin von Abendroth als ihren neuen Beauftragten am Sitz der Bundesregierung berufen. Der 39-jährige Pastor tritt damit am 1. Mai die Nachfolge von Peter Jörgensen an, der zwölf Jahre lang die Stimme der VEF in den politischen Diskurs eingebracht hat. Bei der Mitgliederversammlung in Kassel wurde zudem die Theologin Jasmin Jäger als Rundfunkbeauftragte berufen. Die Delegierten bestätigten Präsident Christoph Stiba und Vizepräsident Marc Brenner sowie die Vorstandsmitglieder Stefan Kraft und Frank Uphoff im Amt und wählten mit Jochen Geiselhart ein neues Mitglied in das Leitungsgremium.

Konstantin von Abendroth hob anlässlich seiner Berufung die gesellschaftliche Relevanz des christlichen Glaubens hervor: „Die Bibel ist durchzogen mit politischen Perspektiven, vom Schöpfungsauftrag bis zur Nächstenliebe und dem Auftrag, das Evangelium in all seinen Facetten zu verbreiten.“ Um diese Perspektiven „in der Gesellschaft wirksam werden zu lassen“, sehe er die Zusammenarbeit von Kirche und Politik als sehr bedeutsam an, so der Pastor des Bundes Freier evangelischer Gemeinden. VEF-Präsident Christoph Stiba zeigte sich erfreut über die Berufung: „Konstantin von Abendroth ist eine gewinnende Persönlichkeit und ein hervorragender Netzwerker. Er wird die VEF weiterhin mit einem starken freikirchlichen Profil und inhaltlicher Weite vertreten.“

Stiba würdigte von Abendroths Vorgänger: „Peter Jörgensen hat die politische Arbeit über zwölf Jahre mit Herzblut, Engagement und Kompetenz ausgefüllt.“ Jörgensen habe die Freikirchen für ihren geistlichen Auftrag sensibilisiert, im Rahmen der Politik und darüber hinaus gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen. Und es sei in einem erheblichen Maße sein Verdienst, „dass an vielen Stellen freikirchliche und politische Akteure miteinander im Gespräch sind und die Freikirchen auch in der Politik einen Beitrag leisten können.“

Die Baptistin Jasmin Jäger wird ab 1. Juli Rundfunkbeauftragte der VEF. „Die Chancen, die diese Arbeit für die Freikirchen mit sich bringt, über Rundfunkgottesdienste und -andachten viele Menschen zur erreichen, sind enorm“, so Christoph Stiba. „Pastorin Andrea Schneider hat diese Arbeit seit 1996 mit viel Leidenschaft und Kompetenz nachhaltig geprägt und war das Gesicht für die Freikirchen in den Redaktionen.“

Die Delegierten wählten mit Pastor Jochen Geiselhart von Foursquare Deutschland ein neues Mitglied in den fünfköpfigen Vorstand der VEF. Vier Vorstandsmitglieder wurden erneut gewählt: Christoph Stiba (als Präsident bestätigt, im Hauptamt Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden), Marc Brenner (als Vizepräsident bestätigt, im Hauptamt Präses der Gemeinde Gottes in Deutschland), Stefan Kraft (Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche im Distrikt Essen) und Frank Uphoff (Vizepräses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden). Christoph Stiba dankte Major Frank Honsberg von der Heilsarmee in Deutschland, der sich nicht zur Wiederwahl stellte, für seine Mitarbeit im Vorstand.

Konstantin von Abendroth, Jahrgang 1980, studierte Evangelische Theologie. 2005 gründete er zusammen mit einem Kollegen das „Berlinprojekt – Kirche für die Stadt“, dessen Pastor und Geschäftsführer er bis Ende 2019 war.

Jasmin Jäger, Jahrgang 1989, studierte Evangelische Theologie und „Medien – Ethik – Religion“. Neben ihrer VEF-Beauftragung arbeitet sie für den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden als Referentin im Generalsekretariat.

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen: www.vef.de.

JAMI/VEF-Symposium: Das Sagen hat der Geist – wirklich?

Es war das zehnte Symposium dieser Art: Vertreter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und des  (katholischen) Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik trafen sich in dieser Woche in Paderborn, um über das Wirken des Heiligen Geistes zu diskutieren.

Als Vertreter des BFP waren Vizepräses Frank Uphoff und BFP-Vorstandsmitglied Dr. Bernhard Olpen anwesend und brachten jeweils ihre Beiträge. Andere freikirchliche Beiträge kamen von Vertretern der Baptisten, Methodisten und der FeG.

Podiumsdiskussion

In einem Podiumsgespräch mit Vertretern von Kirchenleitungen (Bischof Gerhard Feige, Präses Ansgar Hörsting und Stv. Präses Frank Uphoff) wurde die Frage besprochen, welche Rolle das Wirken des Heiligen Geistes in den Diensten der Kirchenleitungen spielen würde. Frank Uphoff betonte die Wirksamkeit der Gaben des Heiligen Geistes auch heute und ermutigte seine Gesprächspartner, dem Wirken des Heiligen Geistes Raum zu geben. Mehr über diese Veranstaltung ist nachzulesen bei der Ev. Nachrichtenagentur IDEA. (https://s.idea.de/6x)

Bernhard Olpen betonte, dass der Empfang von Kraft und Ausrüstung zum Dienst in einer der Wiedergeburt folgenden Geisterfahrung nach wie vor tragende Säule der pfingstlichen Verkündigung ist. Damit verbindet sich auch die Hoffnung und Erwartung, dass unser Glaubenszeugnis nicht nur in Worten, sondern eben auch in „Erweisung des Geistes und der Kraft“ (1.Kor. 2,5) möglich ist.

Intensiver Austausch über das Wirken des Geistes

Prof. Dr. Thönissen (Lehrstuhlinhaber/Prof. für Ökumenik und Dogmatik an der Katholischen Fakultät der Uni Paderborn) erklärte das Verhältnis von Amt und Charisma. Dabei stellte er klar, dass nach katholischer Lehre die vielfältigen Gaben des Geistes allen Christen verheißen sind und den sogenannten „Amtsgnaden“ voraus gehen, also grundlegender sind.

Hans Gasper, ehemaliger Sekretär für Ökumenefragen der deutschen Bischofskonferenz (DBK), beschrieb die Spannung des Pfingstlich-Katholischen Dialogs, an dem er jahrelang teilgenommen hat, so: „Katholiken befürchten, dass Pfingstler das Wirken des Geistes ausschließlich mit Erfahrungen gleichsetzen und Pfingstler befürchten, dass Katholiken das Wirken des Geistes ganz an die Sakramente binden.“

Uwe Swarat, baptistischer Prof. für Systematik und Dogmatik in Elstal, bezog sich bei der Behandlung des Themas Geisterunterscheidung in der Katholischen Kirche auf den kath. Theologen Karl Rahner. Rahner unterscheidet in Anlehnung an die Exerzitientradition drei Wege, wie wir Gottes Stimme erkennen können. Er bejaht dabei als wichtigste Ebene eine unmittelbare, geistgewirkte Erfahrung, die der pfingstlichen Vorstellung sehr nahe kommt.

Als besonders wertvoll wurde von den Teilnehmern die Offenheit und Klarheit im Umgang miteinander gelobt, wobei unterschiedliche Sichtweisen nicht ausgespart wurden.

(up / bo)

Foto v. l.: Frank Uphoff, Burkhard Neumann, Ansgar Hörsting, Jürgen Stolze, Gerhard Feige. Foto: Johannes Oeldemann

Besuch beim BFP: „Dafür will ich mich einsetzen!“

Mit 18 Jahren hat sie im Rahmen eines Schulprojektes die lokale ACK in Koblenz gegründet, jetzt ist sie nationale Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland: Dr. Verena Hammes. Am Mittwoch der vergangenen Woche war sie zu Gast im BFP-Präsidium. „Dass ich mit 28 mal Geschäftsführerin der ACK sein würde, hätte ich mir nicht träumen lassen“, ist sie ehrlich.

Dr. Hammes hat katholische Theologie studiert, in Münster promoviert und bei der Deutschen Bischofskonferenz gearbeitet, bevor sie gerufen wurde, die Geschäftsführung der ACK-Zentrale in Frankfurt zu übernehmen. Herzlich wird sie von Frank Uphoff (der die Einladung an sie ausgesprochen hatte) und Johannes Schneider auf dem BFP-Campus willkommen geheißen, die ihr zunächst einmal eine Tour über das Gelände geben. Beeindruckt zeigt sie sich von der Bibliothek des TSE und den modernen Unterrichtsräumen.

Grüße vom Vorsitzenden der ACK-D

Die ACK-Geschäftsführerin richtet herzliche Grüße vom ACK-D-Vorsitzenden, dem orthodoxen Erzpriester Radu Constantin Miron, aus. „In der vergangenen Woche war ich in Elstal bei den Baptisten“, berichtet die BahnCard-100-Besitzerin, denn sie ist viel unterwegs, um zu vernetzen und kennenzulernen. „Mein Vorteil ist, dass ich gerne reise“, lacht sie. Und mit dieser Motivation ist sie auch nach Erzhausen gekommen: Sie möchte den BFP kennenlernen und dessen Leitern direkt berichten. Sie tut als junge, dynamische Kraft, die offensichtlich ohne Vorbehalte an die verschiedenen Gruppen herangeht, der ACK sichtbar gut, auch wenn ihr Anfang wegen vieler Herausforderungen im Personalbereich nicht einfach sei. „Da habe ich erstmal mit einem Handbuch gesessen und gelernt, wie man Homepages pflegt“, berichtet sie freimütig.

Ein Herzensanliegen ist ihr es, dass in Deutschland nicht nur die großen kirchlichen Player sichtbar sind, sondern besonders auch die kleinen. „Kirchliches Leben in Deutschland bedeutet mehr als evangelisch und katholisch, dafür will ich mich einsetzen“, betont sie energisch. Sie ist überzeugt, dass der BFP den anderen Kirchen viel zu geben habe und ermutigt das Präsidium ausdrücklich, dass die Gemeinden des BFP sich einbringen mögen. „Besonders im Bereich der Migrantenarbeit sind Sie ein Vorbild für viele andere“, stellt sie fest.

Nach ihrer Zielsetzung für die Arbeit der ACK befragt, skizziert sie den Traum von einem nationalen Kirchenrat in Deutschland, den die ACK derzeit nicht bildet. Aber sie ist auch realistisch: „Dieser Traum ist auch bei meinen Vorgängerinnen leider geplatzt.“

So setzt sie sich dafür ein, dass die kleineren Kirchen in der ACK auch beim Ök. Kirchentag 2021 in Frankfurt und bei anderen Gelegenheiten Berücksichtigung finden. „Bitte lassen Sie mich da nicht hängen, wenn ich mich für Sie einsetze“, fährt sie fort.

Zum Schluss betet das Präsidium für sie. Ihre Bitte war ausdrücklich auch, das Sprachengebet kennenlernen zu dürfen. Präses Johannes segnet den Gast und überreicht ihr sein Buch „Entfachende Gnade“ – zur Erinnerung und Vertiefung, wie er sagt. (up)

Treffen von VPE und BFP: Keine Herzensgrenzen

„Wir sind gekommen, um zu sehen, was wir von euch lernen können.“ Machiel Janker, Präses der niederländischen Pfingstbewegung, ist gleich zu Beginn des heutigen Treffens in Erzhausen sehr direkt und ohne Umschweife. Mit sich gebracht hat er einen Teil seines Bewegungsvorstands und Helene Wuhrer. „Wir sind froh, dass ihr sie uns von Deutschland nach Holland ausgeliehen habt“, flachst er. Dr. Helene Wuhrer ist Pastorin im BFP und Sprecherin des Forums Theologie & Gemeinde im BFP und wirkt als übersetzendes Bindeglied. Die Sprache erweist sich aber kaum als Hindernis.

Sechs Besprechungspunkte hätte er, meint Machiel, aber auch Präses Johannes hat sich seine Gedanken über den Tag gemacht und so ist gleich von der ersten Minute des Gespräches eine lockere Atmosphäre zu spüren und es entwickelt sich eine erfreuliche Offenheit. VPE heißt die niederländische Bewegung, „Verenigde Pinkster- en Evangeliegemeenten“. Sie berichten über ihre Wurzeln als Sammlungsbewegung und ihren Wandel von einer streng kongregationalistischen Bewegung zu einem Miteinander, das von apostolisch geprägten Momenten durchzogen ist.

„Wie schafft ihr es, neue Gemeinden zu integrieren und sie dabei nicht zu erdrücken“, wollen die Geschwister aus dem Nachbarland wissen? Was macht den BFP attraktiv? Der Präses und sein Team sprechen über die Vision des BFP, über gute Entwicklungen, aber auch über Herausforderungen.

Dass das Herz an vielen Punkten gleich schlägt und die Bewegungen ähnlich ticken, zeigt sich spätestens, als Christian Tan, der indonesische Wurzeln hat, über Gemeindegründung im Nachbarland (und darüber hinaus) redet. Auch dort ist eine Entwicklung in Gange, wo neue Gemeinden an den Start kommen und wachsen. „100 Gemeinden wollen wir in den nächsten Jahren neu gründen“, berichten die Christian. Gleichzeitig will er wissen, welche Schulungen es im Bereich Gemeindegründung im Rahmen des BFP gibt. „Und wie finanziert ihr den BFP? Was kostet euch die BFP-Ausbildung?“ Die Leiter aus dem Nachbarland sind inspiriert von der Sendungsbereitschaft und dem Mut, den sie im BFP wahrnehmen und drücken das entsprechend aus.

„Wir spüren hier einen Geist für mehr, für eure Berufung in Europa, ihr seid in eurem Denken nicht limitiert“, fasst der holländische Präses das Gespräch zusammen. Besonders „zur Sache“ geht es in der abschließenden Gebetszeit. Gemeinsam ist man auf den Knien für die beiden Nationen – und für Europa. Gegenseitige sehr persönliche, prophetische Segnung schließt sich an, bevor sich die Geschwister wieder auf die Autobahn begeben.  (up)

Guter Kaffee und viel Grund zum Feiern auf dem „Heiligen Berg“

„Auf dem Heiligen Berg, Missionsstraße 9“, steht auf unserem Einladungsschreiben – ja, die Adresse gibt es wirklich – in Wuppertal. Zum zweiten Mal ist der BFP-Vorstand hier zur Jahresanfangsklausur, „es ist unsere siebente Klausur, die ich als Präses leiten darf“, begrüßt Präses Johannes Justus das Team. Leider sind zwei durch Krankheit bzw. Todesfall in der Familie verhindert. Auch die zum Vorstand Hinzugerufenen (Konstantin Kruse, Stefan Striefler und Freimut Haverkamp) sind mit dabei.

Gebet, Lobpreis, Austausch von persönlichen Aspekten und die Vision des Bundes sind jedes Jahr die Schwerpunkte der Klausur. Und guter Kaffee in den Pausen. Eine der Gebetszeiten beschäftigt sich, wie in jedem Jahr, mit den Visionspunkten des Bundes. Viel Zeit nimmt sich der Vorstand auch, um weiter über die Zukunft auszutauschen. Unter Moderation von Vizepräses Frank Uphoff denkt er über ein visionäres Leitmotto nach, das die Ausrichtungspunkte des Bundes bündelt und erarbeitet erste Formulierungsvorschläge.

Verbindlichkeit und Strukturen im Bund

Der Vorstand reflektiert die Zwischenergebnisse der letzten Präsidiumssitzung. Dort ging es um die Frage von regionalen Strukturen und Netzwerken im BFP. Beziehungen und ein „Miteinander“ sind entscheidend, führt Freimut Haverkamp zusammenfassend aus. Weiter betont dieser aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen, dass es für dieses Miteinander Freiheit und Flexibilität, aber auch Klarheit und Richtung brauche. Engagiert diskutiert der Vorstand verschiedene Modelle, wie der Bund zukünftig strukturiert sein könnte. Stefan Striefler stellt dazu unterschiedliche Modelle vor. Die Diskussion ist lebhaft, engagiert und geschieht in lockerer, freundschaftlicher Atmosphäre.

Ressourcenplattform

Der Visionspunkt „Gemeinden stärken“ hat Kontur bekommen, erläutert Andreas Sommer. „Wir haben viel Energie investiert, die Ressourcenplattform growleader.com mit gutem deutschen Material zu füllen, das nach Anmeldung kostenlos auch unter eigenem Gemeindelabel genutzt werden kann.“ „Ich werde das auch auf meinem Blog empfehlen, jeder BFP-Leiter sollte sich hier anmelden und das Angebot nutzen“, unterstützt Präses Johannes das Engagement.

Ausbildung

Generalsekretär Peter Bregy stellt, präzise wie immer, den Sachstand der Ausbildung dar. Besonders positives Aufsehen erregt beim Vorstand eine von ihm vorgestellte vertrauliche Studie (Ordinationsarbeit) über die Qualität der BFP-Ausbildung in Bezug auf „Aussteiger“ nach Ordinationsbeschluss. Der Vorstand zeigt sich voll Dankbarkeit über die auf diesem Wege gewonnenen positiven Erkenntnisse.

Gemeindegründungen

Und der Bericht über den aktuellen Stand der Entwicklung beim Thema „Gemeindegründung“ wird im Gebet kräftig „gefeiert“. Für Details reicht hier leider der Platz nicht mehr… (up)

Besuch im Nordosten des Landes: „In MV geht was…“

Neubrandenburg – Stralsund – Rostock – Wismar – Perlin – Parchim – Schwerin – … Pünktlich zum 30-Jahre-Mauerfall-Wochenende besuchen Petra und ich BFP-Mecklenburg-Vorpommern, lang ist diese Reise bereits geplant. 622 Kilometer, acht Gemeindebesuche, fünf Versammlungen und unzählige Gespräche später sitzen wir im Zug über Hamburg zurück nach Velbert und denken über die vergangenen 72 Stunden nach… Es war stark!

„McPomm“ ist weitläufig! Die Baumalleen sind beeindruckend, die Felder riesig, das Land dünn besiedelt. Aber „McPomm“ ist schön. Nicht nur das Äußere ist auch im November wirklich schön – wir erleben die Schönheit der Gemeinde von Jesus. Ja, es gibt viel Luft nach oben, aber es gibt viel was unser Herz SEHR dankbar macht.

Kai ist mit seiner Frau Sarah als Royal-Rangers-Ost-Missionar in Perlin (nein, nicht Berlin), einem 300-Seelen-Dorf, 25 Minuten von Schwerin. Hier wohnen sie für ganz kleines Geld in einem fast herrschaftlichen ehemaligen Pfarrhaus. „Gott ist in seiner Versorgung so genial“, bestätigen uns beide.

Er hat die Reise für uns fast minutiös geplant und drängt immer wieder auf Einhaltung des Zeitplans. Ihre Herzen brennen für Stamm- und Gemeindegründung in dieser Region! Und es funktioniert! Unermüdlich erzählt Kai während der langen Autofahrten, was im Lande geht – und wo Bedarf ist. Hier will er einen Stamm gründen, dort hat einer begonnen – und dort sollte es eine Gemeindegründung geben. Und so ist er selbst mit seiner Frau auch in diesem Bereich aktiv.

Günther und Loni mit dem Jesus-Punkt in Neubrandenburg kennen wir seit unserer Studienzeit. Sie sind Papi und Mami für diese Gemeindegründung, die Räumlichkeiten mit „Unmengen“ an Platz hat, die andere Gemeinden vor Neid erblassen lassen würden. Sie erzählen uns beim Gang durchs Haus viele Wundergeschichten anderen, wie auch sie Gottes Versorgung erlebt haben.

In Wismar begegnen wir Christa und Helmut, einem älteren Ehepaar, die ihr Anwesen bei Hannover aufgegeben haben, um die Gemeinde hier zu unterstützen. Nein, leiten wollen und können sie nicht, aber unterstützen – das ist ihre Berufung! „Solche Menschen werden hier mehr benötigt“, hören wir unisono. Claudia und Andreas  dienen dieser Gruppe, die bald neue Räumlichkeiten beziehen will.

Im kleinen Städtchen Parchim treffen wir Anke, die mit ihrem neuen „Beratungs- und Begegnungszentrum“ Anschluss an unseren Bund sucht. Sie ist voller Begeisterung, gerade sind neue Möbel für die Räume angekommen. Eine Stunde fährt man zur nächsten BFP-Gemeinde, zur Muttergemeinde zwei!

Auf der dezentralen Regionalkonferenz in Rostock (Foto) erleben wir eine motivierte Gruppe, die für das Bundesland brennt. Pastor Daniel, der das CZ Rostock leitet, zeichnet die Vision nach, wie #ostdeutschlandglaubt auch in „McPomm“ als Weiterführung des Projektes MV Frucht bringen kann. Am Sonntag dienen wir in dieser aufstrebenden, richtig modern aufgestellten Gemeinde, deren multinationale Zusammensetzung unsere Herzen höher schlagen lässt, nebst ihrem nagelneuen Indoor-Spielplatz.

Christine aus der Arche in Schwerin bewirtet uns liebevoll und berichtet über den Dienst in der Landeshauptstadt, bevor wir wieder zum Zug eilen. In McPomm geht was! Vernetzung mit anderen missionarisch gesinnten Gemeinden, Patenschaften, ja das wäre was, höre ich immer wieder. „Ihr seid nicht die Stiefkinder im BFP“, versichere ich in der Gebetsrunde den versammelten Leitern.

Das sollen nicht nur nette Worte sein! (up)  

Gott nimmt sich der Schwachen und Benachteiligten an

pastor_asPastor Arthur Simonyan leitet die „Word-of-Life“-Gemeinde in Eriwan, Armenien. Ihn treffe ich am Freitagabend in Frankfurt, er dient als einer der Sprecher auf der Konferenz der russischsprechenden Pastoren im BFP. Eigentlich ist er aus familiären Gründen in Deutschland, da seine Tochter an Leukämie leidet und in Heidelberg behandelt wird. Wenn ich es mir richtig gemerkt habe, sind etwa 4000 Menschen in der Gemeinde, die er leitet. Außerdem ist auch er für weitere Gemeinden als nationaler Leiter verantwortlich. Meine Kollegen Juri und Vladyslav haben ihn eingeladen.

Am Nachmittag hatte ich zu den russischsprachigen Pastoren gesprochen. Viele von ihnen habe ich schon vorher getroffen, aber hier lerne ich etliche Neue kennen. Ich bin wirklich begeistert darüber, welche Schätze wir in unserem Gemeindebund haben. Das war auch schon an den Tagen vorher deutlich geworden, wo wir uns mit den Leitern des BFP im Bundesrat getroffen haben. Wir wollen GEISTbewegt unterwegs sein, ist das Credo der Tage. An die 20 Beiträge, jeweils 20 Minuten lang, sind wie ein Feuerwerk des geistlichen Reichtums. Die Tage enden damit, dass wir gemeinsam vor Gott knien und ihm uns selbst – und die Menschen in unserem Land – neu weihen. Das bewegt sehr. Die Inhalte der Tagung werden demnächst in einer schriftlichen Veröffentlichung publiziert.

Doch zurück nach Frankfurt. Welche Botschaft bringt uns Pastor Arthur? Auf der einen Seite spricht er über den Eifer, den wir für Gott haben müssen. Hier ermutigt er die Pastoren. Und dann spricht er über das „Schwache“. Er zitiert aus der Geschichte von Rahel, Lea und Jakob. Und Lea hatte matte Augen, Rahel aber hatte eine schöne Gestalt und ein schönes Angesicht (1. Mose 29,17). „Mit wem fühlst du mit?“, spiegelt er in seiner Predigt Gefühle. „Die meisten Bibelleser fühlen mit der ‚betrogenen‘ Rahel mit, Gott aber kümmert sich um Lea“. Als aber der Herr sah, dass Lea verschmäht war, da öffnete er ihren Mutterschoß; Rahel aber war unfruchtbar (1. Mose 29,31).

„Wie gehen wir in unseren Gemeinden mit Menschen um, die Defizite haben, vielleicht körperlich oder geistig? Oder anderweitig benachteiligte Menschen? Wir müssen sie mit besonderer Liebe umgeben.“ Und dann spricht er an diesem Punkt über das pastorale Herz – und wie Gott die Schwachen sieht. Dem Pastor einer großen Gemeinde geht es nicht um „Erfolg“ und Prestige, sondern um das Herz. Das berührt. Er bittet um Gebet für seine Tochter, man merkt, wie ihn das zeichnet.

Später haben wir Gelegenheit, auf Englisch miteinander ins Gespräch zu kommen. Wir beten miteinander. Ich bin dankbar, dass ein Austausch in alle Richtungen stattfindet. Nicht nur der Osten braucht uns – wir brauchen den Dienst der Geschwister aus dem Osten – und nehmen ihn dankbar an. Das macht Mut.

„Ich bin nicht dein Schaukelstuhl gewesen“

Velbert-Langenberg ist nur ein eingemeindeter Vorort des legendären „Velbert“ – eine Stadt, die (man staune) keinen eigenen Bahnhof hat. Für mich als bekennenden Bahnfahrer also eine kleine Hürde via S-Bahnhof in Langenberg zur Regiokonferenz BFP-NRW zu kommen, auf der ich an diesem Samstag als Sprecher eingeladen bin.

Vorher bewundere ich aus dem Fenster des Regionalexpress die „Stelzen“ der Wuppertaler Schwebebahn, denke mit einem leicht verschlafenen Morgengebet an meinen Vorstandskollegen Friedhelm und die Wuppertaler CGW. Um 5:45 Uhr aus Erzhausen losfahren, das fällt auch mir nicht ganz leicht, zumal der Abend vorher auch nicht ganz früh zu Ende war: Als Vorstand hatten wir den Mitarbeitern der BFP-Geschäftsstelle in Erzhausen unseren Dank für ihren super Dienst für den Bund im Rahmen eines netten Abendessens zum Ausdruck gebracht: „Keiner geht mir von den Mitarbeitern ohne ein kleines „tee-ologisches Geschenk nach Hause“, flachst unser Bundesschatzmeister gutgelaunt. Wertschätzung ist ihm wichtig.

In Velbert angekommen komme ich kaum zum Örtchen durch, um meinen Morgenkaffee vom Essener Bahnhof wegzubringen. Überall werde ich mit „Hallo“ und „Schön, dass du da bist“ begrüßt. Mein Jacket ist anschließend gut ausgestaubt …

Uwe Liermann, der Noch-Regionalsekretär sitzt mit seinem „Läppi“ am Eingang. Am Nachmittag leitet er souverän weite Teile der Geschäftssitzung. Seine Art zu führen und zu strukturieren begeistert mich. „Das habe ich in der Logistikbranche gelernt.“ Richtig gut hat er das gelernt, finde ich. Später wird er zum stellvertretenden Regionalleiter gewählt und Marc Strunk zum Regionalsekretär. „Damit kann ich mich mehr meiner Berufung der Beratung und Unterstützung widmen“, meint Uwe nach seiner Wahl.

„Du hast an mir nicht geklebt und mich auch nicht als Schaukelstuhl benutzt“. Egbert Warzecha „interviewt“ in seiner Laudatio für den scheidenden Regionalleiter, Carsten Buck, den „Stuhl“, auf dem dieser als Regionalleiter saß. Herzliches Gelächter. Die Versammlung erhebt sich, dankt mit „Standing Ovations“ dem scheidenden Regionalleiter und beruft mit „bayerischen Ergebnissen“ Egbert als Regionalleiter und sein Team in dieNachfolge.

RT_NRW

Es geht Schlag auf Schlag: Der frisch gebackene Regionalleiter entfaltet mit motivierenden Worten seine nächsten Schritte, die Regionalfinanzen werden etwas angepasst, neue Gemeinden vorgestellt und GROWEB gibt seinen Bericht. Ich bin begeistert, wie sich diese Initiative des „Alt-Regionalleiters“ zu einem sprießenden Pflänzchen entwickelt hat. Meine Erinnerung verlässt mich etwas, waren es 26 Initiativen, die mit GROWEB unterwegs sind oder schon zu einer Gemeindegründung geworden sind?

Um 16 Uhr hält mich ein weiterer Kaffee gerade noch wach. „Das war eine klasse Tagung – die Region ist sehr gut aufgestellt, eine Hammer-Tagung“, sage ich zu Missionsleiter Thomas Halstenberg, der mich zum Gästezimmer der Velberter Mission begleitet. Die Laudatio von Egbert will ich mir gleich per Email zusenden lassen. Trotzdem muss ich jetzt erstmal eine halbe Stunde pennen, bevor wir mit Thomas bis Mitternacht weiter über (Velberter) Mission und das Ziel, die Unerreichten zu erreichen, brüten …

Bewegende Bilder der Woche

Die Bilder, die wir in dieser Woche aus Budapest, von der „Wanderung auf der Autobahn“, vom ertrunkenen dreijährigen Jungen, angespült am Mittelmeerstrand, vom Münchner Hauptbahnhof und der Welle der Münchner Hilfsbereitschaft, gesehen haben, sind sehr bewegend. Erinnerungen an die Zeit der „Wende“ kommen hoch. Wie können wir als Nation Deutschland damit umgehen? Viele Menschen wollen nach Deutschland kommen, möchten hier gerne mit uns leben. Warum? Weil die Bedingungen in ihren Herkunftsländern teilweise traumatisierend sind. Schaffen wir das, diese Menschen alle aufzunehmen, fragt sich manch einer. Unsere Bundeskanzlerin hat dieser Tage gesagt: „Ja, Deutschland schafft das!“ So eine mutige und zukunftsweisende Aussage gefällt mir.

Noch vor der dramatischen Zuspitzung der Ereignisse waren wir in dieser Woche im BFP-Präsidium in Erzhausen im Gebet zusammen. Aus dem Gebet heraus, verbunden mit geistlichen Eindrücken, entstand nachfolgendes „Wort“, das wir als BFP-Präsidium an die Gemeinden unseres Bundes gegeben haben. Ich wünsche mir, dass wir als Gemeinde das entsprechend aufnehmen. Hilfe kann da konkret werden, wo einzelne von uns aktiv werden und gemäß dem handeln, was sie für sich empfinden. Das kann dann auch in gemeinsame Aktionen münden.

Sehr berührt haben mich die Bilder vom Münchner Hauptbahnhof, wie tonnenweise Hilfsgüter gebracht wurden. Aber die Flüchtlinge benötigen mehr als Mineralwasser…

Wort des BFP-Präsidiums zur aktuellen Flüchtlingssituation

Wie ein breiter Strom kommen derzeit viele Menschen als Flüchtlinge in unser Land, um hier Schutz und Hilfe zu finden. Dieser Strom hat in den letzten Wochen Ausmaße angenommen, die bedrohlich und angstmachend wirken können.
Wir sind dankbar für unsere politisch Verantwortlichen, die sich intensiv um Lösungen auf allen Ebenen bemühen. Ebenso sind wir dankbar für eine breite Hilfsbereitschaft in unserer Bevölkerung. Wir sind aber auch dankbar für Gemeinden, die sich im Bereich der Flüchtlingshilfe engagieren und Möglichkeiten der praktischen und seelsorgerlichen Hilfestellung suchen und auch umsetzen. Mit Sorge schauen wir auf fremdenfeindliche Äußerungen und Handlungen in unserem Land. Diesem stellen wir uns mit aller Entschlossenheit entgegen.

Die Bibel ermahnt uns, dem Fremden wohlwollend und hilfsbereit zu begegnen. „Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig, und ihr gabt mir zu trinken. Ich war ein Fremder, und ihr habt mich in euer Haus eingeladen“ (Matthäus 25,34). Wir ermutigen unsere Gemeinden, diesem Thema nicht angstbesetzt zu begegnen, sondern die damit verbundenen Herausforderungen als Chance zu sehen und im Rahmen der sich bietenden Möglichkeiten Hilfe zu geben. Wir sind in Deutschland durch die aktuelle Situation herausgefordert, aber nicht überfordert. Gott hat unser Land gesegnet. Es ist gut, wenn wir von diesem Segen weitergeben.

Die Bibel fordert uns dazu auf, nicht müde zu werden Gutes zu tun. Dies gilt allen Menschen gegenüber, unabhängig von Rasse, Sprache, Hautfarbe oder Religion. Sie betont in diesem Zusammenhang aber auch, besonders die Geschwister im Glauben zu segnen und nicht zu vergessen (Galater 6,10). Wir ermutigen deshalb ebenfalls dazu, Hilfe nicht nur auf praktische Bereiche zu beschränken. Insbesondere sollte die Hilfe in den Bereichen gegeben werden, worin die Gemeinde ihre Stärke und Berufung hat. Hierzu zählen nicht zuletzt die Verkündigung der Botschaft von Jesus Christus und die seelsorgerliche Hilfestellung. Wir sind überzeugt, dass sich jegliche Hilfe für Notleidende zum Segen für unser Land und unsere Gemeinden auswirken wird.

Das Präsidium des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR am 03.09.2015

 

Den Fokus setzen – Vorbereitungen für die Leiterkonferenz

Wenn eine Kamera den Fokus setzt, dann konzentriert sie ihre Kraft auf das Wesentliche.“ Präses Johannes ist hochkonzentriert. Ein Student des Theologischen Seminars hält den goldfarbenen Lichtfilter und beleuchtet den Präses indirekt, während Tommy Friesen aus Bremen von der Kamera aus seine Anweisungen gibt. Es ist bestes Filmwetter! Am Eingangstor des BFP-Campus wird die Eröffnungsszene gedreht.

Erzhausen im Juli 2015. Der Vorstand ist zu seiner regulären Sitzung zusammengekommen und Peter Bregy gibt weitere Informationen zur Vorbereitung der Leiterkonferenz in Willingen im September.

fokusVisionsabend
Ich möchte beim Visionsabend den Bund weiter auf das Wesentliche konzentrieren“, führt der Präses aus. „Wir müssen diese Szene noch einmal drehen“, sagt Tommy. „Andere Dinge geraten in den Hintergrund und werden unscharf. Als Bund wollen wir uns fokussieren, nicht auf viele gute, sondern auf einige großartige Dinge.“ Diesmal ist der Produzent aus Bremen zufrieden. In etwas mehr als zwei Minuten soll die Ausrichtung des Bundes multimedial dargestellt werden. Das will Präses Johannes auf der Konferenz dem Bund präsentieren – und darüber hinaus.

Während der gesamte Vorstand im Sitzungsraum schwitzt, ist immer einer der Vorstandsmitglieder abgeordnet, um seinen Part für den Dreh beizutragen.

Anmeldung bitte im August!
Wer sich zur Konferenz noch nicht angemeldet hat, sollte den vorgezogenen Anmeldeschluss (01.09.15!) beachten, da wegen des veränderten Anmeldeverfahrens etwas mehr Vorlauf benötigt wird. Anmeldungen sind auf dem Portal konferenzen. bfp.de möglich, vier Vorkonferenzen werden in diesem Jahr angeboten!

Wir packen gerne an!
Inzwischen ist das Filmteam nach einem Ausflug in den Wald und zum Erzhausener Bahnhof vor die Geschäftsstelle gewechselt. Der Präses nimmt seine Schlussszene auf: „Gemeinsam Gemeinden bauen: Das fasst unsere Ausrichtung zusammen – und das ist unser Fokus. Der Mittelpunkt in dem Ganzen ist Jesus Christus, er ist der Herr der Gemeinde. Wir wurden dazu berufen und befähigt mitzugestalten und wir packen gerne an.“