BFP-Selbstverständnis: Kandidatenschulung in Erzhausen

Erwartungsvoll sitzen sie vor mir und ich schaue in 50 gespannte Gesichter: Kandidatenschulung auf BERÖA. Der große Seminarraum ist bis auf den letzten Platz gefüllt, wenn von hinten die Fragen gestellt werden, kann ich die Studenten nur schwerlich verstehen…

Seitdem ich Vizepräses bin, gebe ich diesen Unterricht zum Thema „BFP-Selbstverständnis“. „Was erzählst du den Teilnehmern in sieben Stunden denn über den BFP, geht dir da nicht der Stoff aus“, fragt meine Frau mich abends am Telefon, als wir gemeinsam über den Tag reflektieren. Nein, keineswegs – im Gegenteil. Identität des BFP ist jeweils mein erster Schwerpunkt, wobei ich auch ein wenig historisch beleuchte, wer und was die Identität unseres Bundes geprägt hat – und wie sie sich entwickelt hat.

JESUSbewegt ist unser Bund, GEISTbewegt, GEMEINDE- und MISSIONSbewegt – und PERSÖNLICHKEITSbewegt. Wir gehen tief in die Themen rein, sprechen dabei viele Punkt aus dem Gemeindealltag an, oft entspannt sich eine rege Diskussion. „Man spürt dir ab, dass dein Herz für den BFP brennt, du BFP bist…“, spiegelt mir eine Teilnehmerin später, die ihre geistlichen Wurzeln in der Landeskirche hat und jetzt in einer BFP-Gemeinde dient. Ja, das ist mein Herzensanliegen, dies zu vermitteln. Weiter geht es mit dem Thema „Zwischenkirchliche Beziehungen“.

Die Mischung der Teilnehmer gefällt mir: Kandidaten der modularen Ausbildung, BERÖA-Absolventen im Vikariat und Integrationspastoren. Als Leiter des Bundes haben wir die Möglichkeit eine nachwachsende Generation mit den Visionspunkten zu prägen, über die vor allem der Präses spricht. Peter Bregy spricht über die strukturellen Fragen und den Pastorendienst im Allgemeinen, Daniel Dallmann über Finanzen, Missionsleiter Thomas Halstenberg über das Anliegen von Mission und Regionalleiter Andy Kopp aus der Sicht seiner Aufgabenstellung und Erfahrung, der Personalbeauftragte Daniel Aderhold thematisiert Datenschutz und Dienstwechsel. Studienleiter Horst Werner hat alles bestens organisiert und nimmt die Fäden während des Kurses immer wieder in die Hand.

Horst Werner, Markus Schmutz

Im Rahmen des Kurses BFP-Selbstverständnis wird Markus Schmutz der BFP-Dienstausweis von Studienleiter Horst Werner im Auftrag des Generalsekretärs überreicht. Markus hat alle erforderlichen Kurse als Integrationspastor erfolgreich absolviert. Er ist als Pastor in einer Gemeindegründung in Peiting / Allgäu tätig. Seine Gemeinde ist angedockt an das Netzwerk, das durch Jean-Christof Nadon von Füssen aus gebildet wird.

Am Mittwochabend predige ich im Rahmen des Gottesdienstes. Die Atmosphäre ist dicht, der Hunger nach Gebet groß.

Wie gut, dass wir diese begleitende Kandidatenausbildung im BFP haben.   (up)

Gottes Berufung mit Israel geht weiter

Reisebericht einer eindrücklichen Woche mit Konferenzbesuch

„Ich könnte nichts anderes tun, als 24 Stunden lang Gemeinden gründen.“ Die Begegnung mit Pastor E. und seiner Frau in der Nähe von Tel Aviv ist beeindruckend. Wir finden ihre Gemeinde, auch ohne GPS, am Schabbat im Untergeschoss einer großen Shoppingmall. Hier beginnt unser einwöchiger Israelaufenthalt.

Eingemietet ist die Gemeinde in einem Tanzstudio. Die Reihen sind gut gefüllt mit Menschen aus allen Altersschichten. Ob sie Probleme mit der Regierung haben bezüglich der Gemeindearbeit, will ich wissen? „Nein überhaupt nicht, wir können hier in völliger Freiheit arbeiten“, konstatiert der sympathische Pastor, der in der Ukraine geboren ist.

Pastor E. mit Frau sowie Petra und Frank Uphoff

Jüdische Wurzeln

„Meine Frau hat jüdische Wurzeln und deswegen kamen wir vor mehr als zehn Jahren hierher“. Schon in der Ukraine diente er als Pastor. Was kann er da anderes in Israel tun als Gemeindegründung? Und er hat ein starkes Herz für Evangelisation. „Als Johannes unlängst da war, haben wir etwa 150 Menschen zusammengebracht, die keine Beziehung zu Jesus haben. Und sie haben das klare Evangelium gehört.“ Mit Johannes meint er natürlich „unseren Johannes Justus“. Man spürt ihm die Wertschätzung für und die Beziehung zu unserem Präses total ab. „Die Menschen haben gefragt, wann Johannes denn wiederkommen wird. Wir laden sie erst zu einer Evangelisation ein, verknüpft mit einem touristischen Programm.“ Jüdisch schlau wäre das, so meint er und lächelt.

 „In Petah Tiqua suchen wir gerade nach geeigneten Räumlichkeiten, weil wir da schon so viele Gläubige haben“, berichtet er begeistert. Und samstags haben wir immer einen Gebetsdienst auf dem höchsten Gebäude Jerusalems. „Nebenbei“ geht er noch einer Teilzeittätigkeit im Bereich der öffentlichen Sicherheit nach. „Dadurch kenne ich viele Menschen und kann ihnen dienen.“

Wir sind BFP

„Im September sehen wir uns wieder auf der BFP-Konferenz in Willingen“, ist er entschlossen. „Na klar, wir sind BFP und wollen das auch leben“, fügt er hinzu, denn seit einem Jahr gehören sie zum BFP International Network. In-israel.bfp.de ist die Internetadresse für die Arbeit des BFP in Israel. Etliche Gemeinden aus Deutschland unterstützen sie.

Ob er denn noch mehr Pastoren aus Russland oder der Ukraine kennen würde, die hier im Land leben, will ich wissen. Sicher, es gibt etliche, die auch Gemeinden gründen, weiß Pastor E. zu berichten. Sein Englisch, das er erst hier gelernt hat, ist exzellent, so dass Kommunikation leichtfällt. Gerade die Tage vorher war mir wichtig geworden, welch ein Segen für Deutschland (und den BFP) Geschwister aus russischsprachigem Hintergrund sind. Das erlebe ich auch hier.

Der Platz auf dem Karmel, wo Altar des Elia gestanden haben soll.

Feuerstätte mit gutem Ausblick 

Weiter geht es gen Norden. „Ich bringe euch zu dem Platz, wo Elia gebetet hat und Feuer vom Himmel fiel“, sagt Pastor M., unser Gastgeber, ein arabischsprechender Israeli. „Wir sind in wenigen Minuten da.“ Dass er damit arabische Minuten gemeint hat, merken wir etwa eine Dreiviertelstunde später. Der Berg Karmel ist groß und die Stadt Haifa erstreckt sich über eine weite Distanz. Aber auf googleMaps sieht manches anders aus, als es in Wirklichkeit eben ist.

Es ist der zweite Tag unseres Besuchs in Israel, wir sind in den Norden gefahren, um Pastor M. zu treffen, der uns in Velbert schon besucht hat. Seine Gemeinde trifft sich in einem selbst errichteten Gebetshaus gleich außerhalb von Haifa.

Vom Berg Karmel aus ist die Ebene Meggido, das „Tal Israel“, gut überschaubar, leider ist es etwas diesig und verhangen.  Hier wird Geschichte total lebendig, aber auch prophetische Worte der Bibel über diesen Ort, an dem sich laut Bibel einmal alle Völker gegen Israel versammeln werden, kommt zum Greifen nahe.

Abends sind wir in einer anderen arabischsprechenden Gemeinde in Haifa, der dortige Pastor Y. lädt mich – ohne mich zu kennen – am Morgen per Telefon zum Predigtdienst ein. Es entsteht eine herzliche Verbindung, die Gemeinde tut einen europaweiten Dienst unter Flüchtlingen.

Auch die befestigte Stadt Akko, nördlich von Haifa, lassen wir nicht aus. Pastor H. heißt uns in seinem baptistischen Bibelladen in der Altstadt von Akko willkommen. Das Angebot an christlicher Literatur und Bibeln ist breit. Jesus steht hier eindeutig im Mittelpunkt. An diesem Tag schüttet es wie aus Eimern, gut für das Land, für unsere Schuhe leider nicht.   

100 Leiter aus 20 Nationen

ENVISION heißt die Leiterkonferenz der Internationalen Christlichen Botschaft (ICEJ) zu der wir zum Wochenbeginn reisen. 100 Leiter aus 20 Nationen sind da und werden von Dr. Jürgen Bühler, dem Präsidenten der ICEJ willkommen geheißen. „Die deutsche Delegation ist mit 25 Leuten die stärkste“, freut sich Gottfried Bühler, Bruder von Jürgen und Leiter des deutschen Zweiges der ICEJ. Jürgen ist ein BFP-Pastor. Ihr verstorbener Vater Albert war es auch und „der hat die Liebe zu Israel in unser Herz gepflanzt“, bestätigen beide. Mit der ICEJ ist der BFP in Partnerschaft.

Eine größere Delegation kommt aus Liberia/Afrika, unter ihnen eine Parlamentarierin, die das Grußwort ihrer Regierung weitergibt. Nach vielen Jahren Bürgerkrieg formiert sich hier ein neues Bewusstsein innerhalb der Gemeinden, zu Israel zu stehen, zu segnen und sich segnen zu lassen. „Watch out for Liberia, wir werden mit einer größeren Delegation zum Laubhüttenfest kommen“, ist die charmante Parlamentarierin selbstbewusst.

Hochkarätige Sprecher

Die Rednerliste der Konferenz ist lang, wobei sich intensive Bibellehre und gemeindliche / gesellschaftliche Analyse, gewürzt mit politischen Aspekten ergänzen. In mehreren Diskussionsrunden kommen lokale Pastoren, sowohl messianische als auch arabische zu Wort. Durch die Vorstellung verschiedener lokaler Projekte und Gemeinden bekommt man ein umfassendes Bild, was sich im Land tut und wie die geistliche Entwicklung ist.

Auch der politische Chefanalyst der Jerusalem Post, Gil Hoffmann, ist als Sprecher eingeladen. Humorvoll und eloquent führt er den Pastoren die aktuelle politische Lage in Israel vor Augen. „Betet für uns“, schließt er seinen Vortrag. Als Jude weiß er die Sichtweisen evangelikaler Christen gut einzuschätzen – und pointiert zu kommentieren.

Gottes Berufung: Gemeinde hat Israel nicht ersetzt

Schwerpunkt der Bibellehre ist Gottes Sicht von Israel, seine Berufung für das Volk – und welche Bedeutung das für die Gemeinde hat. Dass Gott einen Plan für sein Volk hat und dieser Plan nicht durch die Gemeinde ersetzt wird, zieht sich wie ein roter Faden durch die Predigten der meist lokal ansässigen Pastoren und Mitarbeiter der ICEJ.

Eine Ebene des Vertrauens

Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Yad Vashem

ICEJ genießt in Jerusalem einen überaus guten Ruf. Durch ihre sozialen und karitativen Projekte haben sie eine Ebene des Vertrauens geschaffen. „Wenn wir euch gebraucht haben, wart ihr SOFORT da“, sagt ein leitender Kibbutzvertreter und führt uns stolz die mobile Brandbekämpfungseinheit vor, von denen die ICEJ insgesamt 17 gespendet hat. Sie helfen zum schnellen Eingreifen bei Feuern, die durch Feuerdrachen von Gaza aus in Israel entzündet werden. Ein lokaler Bürgermeister kommt extra zu unserer Gruppe, als wir an die Grenze von Gaza gefahren sind und spricht über die lokale Lage. „Dass ihr uns besuchen kommt, ist für uns ein hoher Beweis dafür, dass ihr zu uns steht! Hier kommt sonst keine Reiseorganisation mit ihren Gästen hin.“ Kein Wunder, die Grenze zu Gaza ist in Sichtweite. „Vor einigen Wochen hatten wir 500 Raketeneinschläge innerhalb von 24 Stunden“, erzählt der Bürgermeister weiter. „Aber wir weichen nicht von hier. Hier ist unsere Heimat, hier ist unsere Berufung.“  

Kranzniederlegung

Auch in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat sich die ICEJ hohes Vertrauen erworben. Aus Anlass des Holocaust-Gedenktages legen wir als Konferenzdelegation in einer kurzen Zeremonie mit Psalmlesung und Gebeten zwei Kränze nieder. Es folgen Momente der Stille und des Gedenkens.

Baumpflanzung

Baumplanzung in Kfar Azar.
Frank Uphoff, Dr. Jürgen Bühler, Präsident ICEJ und dem Vertreter des Kibbutz Kfar Azar, Shai Hermesh, einem früheren Knesset-Mitglied

Während des Besuches im Kibbutz Kfar Azar pflanzen wir als Konferenzdelegation einen Feigenbaum, der ein Zeichen der Hoffnung in diesem Kibbutz sein soll, der in „Schussweite“ der Gaza-Grenze liegt. Die Bushaltestelle mit Bomben-Shelter trägt ein Schild: Gespendet von der ICEJ. „Wir stehen zu euch“, betont Dr. Jürgen Bühler und gießt Wasser an den frischgepflanzten Baum. Die Konferenzgruppe segnet die Bewohner des Kibbutz!  

Keinen „Israel-Extremismus“

„Es gab während der ganzen Konferenz keine Fahnenschwenker oder Schofarhornbläser“, resümiert Edwin Jung, Leiter der österreichischen Pfingstgemeinden. Recht hat er, denn selbst Jürgen Bühler warnt vor den „Israel-Extremisten“, die sich hier und da sammeln. ICEJ will hier einen gesunden Gegenpol mit Liebe zu Israel setzen, die aber auch die Fehlentwicklungen und falschen Haltungen klar benennt, sowohl auf israelischer als auch auf (internationaler) Gemeindeseite.

Ich denke, das gelingt ICEJ in hervorragender Weise.

Frank Uphoff

mehr: icej.de oder envision.icej.de

Namenswechsel zum 111. Jubiläum


Aus Christlicher Gemeinschaft wird Christus Gemeinde Velbert | „+Gottesdienst“ ab Februar

Auf 111 Jahre Bestehen blickt die Christus Gemeinde in Velbert zurück. Das Jubiläumsjahr wurde zum Jahresbeginn unter dem Motto „Aufbruch 2019“ eingeleitet und in einem feierlichen Gottesdienst der Namenswechsel zelebriert: Aus der Christlichen Gemeinschaft wurde die Christus Gemeinde Velbert.  

Der Beginn der Gemeinde reicht bis in das Jahr 1908 zurück. Damals gab es geistliche Aufbrüche im Rahmen der Velberter Kirchen. Neue Gläubige, die sich neben den kirchlichen Gottesdiensten zu intensiveren Zusammenkünften, Gebeten und Bibelstudien trafen, sammelten sich und bildeten die „Christliche Gemeinschaft“. Man wählte damals bewusst den Namen „Gemeinschaft“ und nicht Gemeinde oder Kirche, um deutlich zu machen, dass man ein Zusatzangebot machen wollte. 

Das Bild der Gemeinschaft hat sich im Laufe der Geschichte der Gemeinde stark gewandelt. Aus einer Gemeinschaft ist eine fest in Velbert etablierte Kirchengemeinde geworden, die mit ihrem Standort in der Bahnhofstraße weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist. Mit 330 auf eigenen Wunsch getauften Mitgliedern plus Kindern, Jugendlichen und Zugehörigen ist die „CGV“, wie sie gern kurz (auch weiterhin) genannt wird, eine multikulturelle Multigenerationsgemeinde mit starkem Familiencharakter geworden. 

Dieser Entwicklung will man durch den Namenswechsel Rechnung tragen und hat dazu auch den Auftritt in der Öffentlichkeit unter dem Motto „Komm. Entdecke. Lebe.“ mit einem neuen Logo und einem neuen Design zeitgemäß aufgefrischt. Die Änderung des Namens wurde auch mit den Gremien anderer Kirchen im Vorfeld abgestimmt, unter anderem mit dem Kirchvorstand der Evangelischen Gemeinde in Velbert-Mitte, die ja in der „Christuskirche“ beheimatet ist. 

Bekannt ist die heutige Christus Gemeinde auch durch die von ihr gegründete Velberter Mission, eine Organisation, mit der derzeit 70 geistliche und soziale Mitarbeiter weltweit ausgesandt sind, beispielsweise Afrika, Südamerika und Indien. Ein weiterer Schwerpunkt ist ihr Dienst unter Kindern und Jugendlichen. Der Kindertreff Hefel, eine Stadtranderholung im Sommer, lockt seit über 60 Jahren jedes Jahr über 100 Kinder an, der Jugendgottesdienst CHANGE bringt freitags etwa 60 Jugendliche zusammen. 

Die Kinderband „Puzzles“ ist mit ihren Konzerten für Kinder bundesweit gefragt. Mehr als 60 Mitarbeiter sind im Kindergottesdienst engagiert. Highlight der Woche ist der sonntägliche Familiengottesdienst um 10 Uhr, der ab Februar 2019 durch einen +Gottesdienst am Nachmittag für die Generation der jungen Erwachsenen ergänzt wird. 

„Wir wollen Kirche für Velbert und für den Einzelnen sein“, betont der leitende Pastor Frank Uphoff, der seit Herbst 2017 die Gemeinde und das mehrköpfige Pastorenteam leitet. Pastor in Ausbildung z.A. Benjamin Hinze, der für die Jugendarbeit verantwortlich ist, bereitete den Gottesdienst zum Namenswechsel mit Musik, Segensgebeten und Choreografie vor, so dass dieser zu einem eindrücklichen Erlebnis wurde. 

Nach dem Gottesdienst wurde die mehrstöckige Torte von den Pastoren gemeinsam angeschnitten und war schnell verzehrt.     

Willkommen in der Christus Gemeinde Velbert. Pastoren Uphoff, Hinze, Leistner 



Aus einem anderen Land…

Über fast zwei Wochen hatten wir in unserer Kirche einen Gast aus einem Land des Mittleren Ostens, der uns ohne große Überlegungsmöglichkeit „vor die Füße gelegt wurde“. So hatte ich spontan entschieden, dass wir ihm, der ohne Unterkunft war, Aufnahme bieten.

Hammer, was er in den zwei Wochen so alles von Jesus „mitbekommen“ hat.  Gestern Abend brachte ich ihn in sein vorübergehendes neues Quartier!  Welch‘ beste (!) Aussicht aus dem 11813455_887195158036556_5969490046305039031_nFenster seines neuen Domizils.
Bayern Münchens Arena…!

„Jesus hilft dir, du kannst ihm dein Leben anvertrauen“, hatte ich ihm immer wieder gesagt. Das habe ich auch hier gemerkt, dass das stimmt! Sehr interessante Erfahrung für mich selbst!

BFP wächst weiter

bfp_statistik_2015Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR (BFP) wächst kontinuierlich weiter. Der Generalsekretär Peter Bregy (Erzhausen) gab im Juni bei der Vorstandsklausur die zahlenmäßige Entwicklung der zweitgrößten Freikirche in Deutschland bekannt.

Der BFP ist in den Jahren 2013 und 2014 um knapp 3.000 Personen gewachsen. 51.896 Mitglieder in 778 Gemeinden verzeichnet der BFP per 1.1.2015 gegenüber 48.988 Mitglieder in 783 Gemeinden zum letzten Berichtzeitraum am 1.1.2013. Der Generalsekretär erläutert dazu: „Hatten wir schon beim letzten Bericht im Jahr 2013 ein Mitgliederwachstum von 6%, so setzt sich diese Entwicklung mit 5,9% annähernd ungebrochen fort. Wesentlich daran ist, dass diese Steigerung durch gemeindeinternes Wachstum geschehen ist“. Als Mitglieder im BFP werden nur auf eigenen Wunsch getaufte Personen (Glaubenstaufe) gezählt.

Für das Kalenderjahr 2014 wurden 2.559 Glaubenstaufen gemeldet, was verglichen mit der Zahl vor zwei Jahren ein fast identischer Wert ist. „Die Taufzahlen erheben wir jeweils nur für das letzte Kalenderjahr“, erklärt Bregy.

Bei der Zahl der Gemeinden verzeichnet der BFP einen leichten Rückgang um fünf Gemeinden gegenüber dem Berichtszeitpunkt vor zwei Jahren. „Das ist immer eine Momentaufnahme“, erörtert der Generalsekretär. „Manche Gemeindeneugründungen entwickeln sich nicht so wie erwartet. Dadurch geschieht hier eine Korrektur, wenn gesundes Wachstum ausbleibt. Etliche Gemeinden und Gemeindegründungen stehen aber zur Aufnahme in den Bund an.“ Das Ziel, „1000 Gemeinden sind nicht genug“ ist nach wie vor fest im Visier der BFP-Bundesleitung und des Gemeindegründungswerkes (GGW).

291 Gemeinden des BFP haben einen anderssprachigen Hintergrund, was 37,4% der BFP-Gemeinden ausmacht. Zu diesen Gemeinden gehören ca. 14.000 Mitglieder (27% der Gesamtmitgliederzahl). Zahlenmäßig am stärksten ist der BFP weiter in Baden-Württemberg vertreten. Den stärksten Zuwachs verzeichnet die Region Nordrhein-Westfalen.

Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR (BFP) ist die zweitgrößte Freikirche innerhalb der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland. Vom 21. bis 24. September findet die nächste BFP-Bundeskonferenz in Willingen/Upland mit dem Thema „Gottes Kraft und unser Bestes“ statt. Weitere Infos unter www.bfp.de.

Quelle: Pressemeldung des BFP

Taufe am Inn und Gemeindebesuche

Taufe am Donnerstag
IMG_9657Ein wenig wie am Jordan fühle ich mich am Donnerstag. A. fährt mich freundlicherweise als Chauffeur auf das Camp und wir feiern gemeinsam mit zwei Rangermädels ihre Taufe. D. hatte mit ihnen die Taufvorbereitung gemacht und so ist es ein heiliger Moment, als wir im Nebenarm des Inn (im Hauptfluss geht es wg. des reißenden Hochwassers nicht) M. und K. taufen. K. gehört zur Gemeinde in P., M. kommt mit ihrer Mama zu uns. Ihnen war es ein Herzenswunsch, sich gemeinsam während des Camps taufen zu lassen – in Kluft. „Die Ranger haben mir sehr geholfen, zu Jesus zu finden und bei ihm zu bleiben“, sagt M.

Natürlich komme ich auch in Kluft…! Die Royal Rangers sind ein wichtiger Teil unserer Gemeinde. Den Leitern ist es wichtig, dass ich diese Taufe durchführe, denn Taufe hat immer etwas mit Gemeinde zu tun.

Das Royal-Rangers-Camp, das wir uns kurz angeschaut haben, war wieder eine beeindruckende Kulisse. Die Mitarbeiter haben von einer sehr guten Zeit auf dem Camp berichtet. Danke an alle Mitarbeiter.

Gemeindebesuche
russlanddeutsche_gemeinde_ffm_2Am vergangenen Wochenende hatte ich verschiedene Gemeindebesuche in Frankfurt, so bei der äthiopischen Gemeinde, einer russlanddeutschen Gemeinde und einer indonesisichen Gemeinde. Davor hatte ich verschiedene Termine und Gemeindebesuche im Norden Deutschlands und konnte auch noch wenige Stunden bei meinen Eltern hereinschauen. Die Dienste in Frankfurt waren sehr inspirierend und wurden dankbar angenommen. Ich bin begeistert zu sehen, wie Jesus in der ganzen Republik seine Gemeinde baut – und das auf ganz verschiedene Weise.

Kann man durch „Gutes tun“ Schuld beseitigen?

allianz_arena_2014_03a
Die beleuchtete Allianz-Arena des FC Bayern am Abend des 15.3.14

In der Haut des Richters hätte ich nicht stecken wollen: Vor dem Gerichtsaal skandieren die Fans, eine Flotte von Übertragungswagen direkt daneben, ein Heer von Journalisten drinnen. Die ARD ändert ihr Abendprogramm und sendet zur Urteilsverkündigung einen ‚Brennpunkt‘. Man hat das Gefühl, dass Deutschland am Rand einer ’nationalen Katastrophe‘ taumelt. Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß wird verurteilt.

„Er hat so viel Gutes getan, man kann ihn doch nicht einsperren“. Die Frau im Fernsehinterview wirkt erregt und ist den Tränen nahe. Ja, er hat in seiner Wurstfabrik viele Arbeitsplätze geschaffen, unsere Stadt zu „Weltruhm“ gebracht, viele Steuern bezahlt – und sogar seeeeehr viel gespendet.

Beim Mittagessen debattieren wir in der Familie noch darüber, ob er denn wohl eine Strafe zu erwarten hätte? Schuld muss seitens des Staates geahndet werden, äußere ich mich, sonst verliert er jede Glaubwürdigkeit – und jeder tut dann letztlich, was er will. Das geht nicht.

Um 14.11 Uhr fiepst am Donnerstag mein Handy, was es immer tut, wenn eine Eilmeldung kommt. Drei Jahre und sechs Monate, lese ich.

Am Schluss reicht alles Gute, was der Angeklagte getan hat, eben doch nicht. Selbstanzeige unwirksam, über die genauen Umstände will ich mich hier nicht weiter auslassen. Schuld, so lernen wir in dieser Woche, kann eben nicht durch ‚gute Taten‘, ’soziales Engagement‘ und auch nicht durch ‚Prominenz‘ unwirksam gemacht werden. Schuld muss gesühnt werden. Wenn sie nicht gesühnt wird, verliert das menschliche Miteinander seine Basis und Glaubwürdigkeit.

Hätte der ‚liebe Gott‘ das mit der Sünde nicht auch einfach ‚durchwinken‘ können? Adam, du hast so viel gearbeitet und gemeinsam mit deiner Eva einen tollen Job bei der Namensgebung der Tiere getan. Vergessen wir die Geschichte doch einfach! Bewährung! Lassen wir das mit der Frucht, mit dem Baum, mit der Schlange. Das ist doch nur EINE Frucht, nicht mal 27,2 Millionen Äpfel, Birnen, oder Kiwis… Halb so wild.

Nein, das funktioniert eben nicht. Durchwinken ist nicht möglich! Schuld kann nur gesühnt werden. Punkt!

Und genau das hat Jesus für uns getan und die Schuld ‚übernommen‘, als er am Kreuz starb. So hat die Gerechtigkeit wieder eine Basis bekommen. Wir können das annehmen, in dem wir umkehren und Buße tun, eine ‚Selbstanzeige‘, sozusagen. Und dann können wir als Menschen, denen vergeben ist, leben. Das ist der Hammer! Das ist genial! – Aber die ‚Selbstanzeige‘ muss aufrichtig sein, lernen wir in dieser Woche auch.

Diese gute Nachricht davon, dass Jesus die Schuld übernommen hat, wäre eigentlich jeden Abend einen ARD-Brennpunkt wert…

Donnerstagabend. Ein befreundeter (ausländischer) Pastor, selbst fußballbegeistert und deswegen Vereinsmitglied beim FC Bayern hat „seinem“ Ex-Präsidenten einen Brief geschrieben. Er schrieb mir die Tage in einer eMail: „Ich habe ihn ermutigt (Gott verdammt niemanden) …… und das Heft von „…“ und „…“ beigelegt. Prompt, drei Tage später, bekam ich eine Antwort, von ihm persönlich, wo er seine Dankbarkeit geäußert hat und sich über meinen persönlichen Brief gefreut hat. (…) Ich werde ihm jetzt wieder einen Brief schreiben und den Hlg. Geist bitten, mir die richtigen Worte zu geben.“

Es gibt also doch noch gute Nachrichten für ihn.

Und für uns.

Der Stern zeigt den Weg

Es ist fast wie bei den ‚Weisen aus dem Morgenland‘, als wir an diesem Samstag nach Augsburg kommen. Wir sind mit 220 auf der Autobahn etwas schneller, als die legendären Magier. Der übergroße Royal-Rangers-Stern weist den ankommenden Rangers den Weg zum neuen Gebäude der ARCHE-Gemeinde. „Kirche im Sheridan-Park“ steht auf den Flyern der Gemeinde. Das Gebäude ist noch ziemlich Baustelle, rundherum auch. Vor dem Gebäude aber ist ein sehr schöner Park mit Sportanlagen schon fertig: Toll, welche Möglichkeiten die Gemeinde hier zukünftig hat.

arche02

Es ist gut, bei den Rangers zu sein. Distriktversammlung nennt sich das Meeting, zu dem Rangermitarbeiter (vom Stammleiter bis zum Juniorleiter) aus ganz Bayern angereist sind. Viele junge Augsburger Rangers, die ich teilweise als Baby zur Kindersegnung in den Armen gehalten habe, sind heute junge Frauen und Männer und tun hier heute ihren Dienst. Es ist toll zu sehen, was durch die Royal Rangers geschieht. Vor dem Gebäude wird noch ein Loch für das Abwasser von den Waschbecken gegraben, man hat extra zwei Dixi-Klos besorgt, denn die ARCHE hat im neuen Gebäude noch nicht ausreichend Toiletten.

Rita Ernst aus Erlangen ist seit einem Jahr Distriktleiterin in Bayern. Sie spricht über gesellschaftliche Trends der Wohlfühlgesellschaft und von Unverbindlichkeit. Mir gefallen ihre Ausführungen sehr. Die Ranger setzen hier bewusst einen Gegenpol zum „Hotel Mama“. „Nehmt euren Kids in den Rangergruppen nicht alles ab. Es ist gut, wenn sie den Rucksack schleppen und sich durchbeißen müssen. Eure Mama soll euch nicht bis zum Abitur in die Schule chauffieren“. Applaus brandet auf.

Die Rangerarbeit boomt. Fast alle Regionen Bayerns können von Wachstum berichten. „Aber es geht uns nicht allein um zahlenmäßiges Wachstum“, so Rita, „sondern um eine Qualität der Arbeit.“ Die Distriktversammlungen sind ein Teil der Leiterförderung der Royal Rangers.

Die Ranger-Lobpreisband ist interkulturell besetzt. 50% der Musiker auf der Bühne sind schwarz. Auch das ist in vielen Stämmen mittlerweile stark gelebte Realität: Integration. „Setze dich bei deinem Pastor auf den Schreibtisch, bis er eine Zusage gegeben hat, dass er zum Pastorencamp auf das Bundescamp kommt.“ Ich ermutige in meinem kurzen Beitrag die jungen Ranger, für das Bundescamp zu beten und sich zu engagieren.

arche01
„Heute Nacht habe ich gerade von dir geträumt, nein, nichts Schlimmes.“ Eine Mitarbeiterin begrüßt mich herzlich und schneidet parallel die Papiertischdecke zu. „Ich heiße Hanna“, stellt sich mir die neue Mitarbeiterin aus dem Ranger-Bundesbüro vor. Auch Manfred Knecht, RR-Bundeswart, ist extra aus Ravensburg gekommen. Sein helles Hemd hätte sich im Lauf der Jahre passend zur Haarfarbe weiterentwickelt, flachst der Unternehmer, der sich ehrenamtlich enorm für die Pfadfinderarbeit engagiert.

12:06, Augsburg Bahnhof. Mein Zug geht zurück über München nach Traunreut. Schon oft war ich während meiner Regionalleiterzeit in dieser Gemeinde, die vor Kurzem einen neuen Pastor bekommen hat. Ich bin schon gespannt zu sehen, wie sich diese Gemeinde entwickelt hat. Die Rangers in Bayern entwickeln sich gut, ich bin froh, dass ich die Zeit genommen habe, um sie heute hier zu besuchen.

Im Zug freue ich mich schon auf Sonntag und bereite mich ein wenig weiter vor. Es ist schön, andere Gemeinden zu besuchen, aber etwas ganz Besonderes ist es, in „meiner“ Gemeinde zu sein, an diesem Wochenende gibt es wieder einen Vormittags- und einen Abendgottesdienst. Ich bin hochgespannt, welche Highlights diese haben werden.