1415-Gebet: Viermal „Ich will“

(ursprünglich veröffentlicht in den FCG-M-News September 2011)

Paulus geht mit Entschlossenheit die Frage des Gebets an. Er ermutigt uns in der Bibel an verschiedenen Stellen, das Gebet nicht zu vernachlässigen. Paulus tut das nicht ohne Grund, denn Gebet ist angegriffen. „Ich will beten mit dem Geist, aber ich will auch beten mit dem Verstand; ich will lobsingen mit dem Geist, aber ich will auch lobsingen mit dem Verstand.“ (1. Korinther 14,15). Mit diesen Worten teilt er uns seine persönliche Entscheidung mit.  Er hat sich dazu entschlossen beten zu wollen.

Nein, es ist nicht nur seine persönliche Entscheidung sondern dies leitet uns an: Wir sind aufgefordert, uns für das Gebet zu entscheiden. Es gibt viele Dinge, die uns vom Gebet abhalten wollen, da die Aufmerksamkeit in unserem Leben von allen möglichen Bereichen gefordert wird. Das ist wohl auch kaum zu ändern. Umso wichtiger ist, dass wir – wie Paulus – sagen: ich will auch!

Das Gebet hat viele Dimensionen und Facetten. Zwei davon möchte ich heraus greifen. Das eine ist die Ebene des Verstandes, das andere die Ebene des Geistes. Interessant finde ich, dass Paulus hier die Ebene des Geistes zuerst nennt.  Wenn wir beten, müssen wir manchmal die Ebene des Verstandes verlassen und uns auf die Ebene des Geistes begeben. Hier merken wir, dass uns die „sicheren Bretter“ fehlen, weil wir uns im übernatürlichen Bereich bewegen müssen.

Für mich bedeutet „Beten mit dem Geist“ zunächst einmal das Gebet in Zungen oder Sprachen. Das liebe ich und praktiziere es gerne. Da kann ich richtig eintauchen und menschliche Aspekte loslassen. Aber es geht von der Bedeutung her viel weiter. Gebet im Geist bedeutet auch, sich nicht auf seinen Verstand verlassen zu müssen, sondern vom Heiligen Geist Leitung zu erfahren. Der Heilige Geist übernimmt die Führung, wenn wir nicht wissen, wie und was wir bitten sollen (Röm. 8,26). Auch das Singen im Geist und im Verstand hat eine besondere Kraft.

Viermal „Ich will!“ – Mach diesen Tag, diese Woche, diesen Monat zu so einem „1415-Ja“, in dem du für dich persönlich die „Ich-will-Entscheidung“ triffst.

 

Durban III

Die Geschichte eines antisemitischen Hass-Festivals
Von Lisa Schmid
(übernommen mit freundlicher Genehmigung aus dem ICEJ-Newsletter vom 2.9.11)

Das Ziel der Anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen im Jahr 2001 in Durban, Südafrika, war es eigentlich, Sklaverei und Kolonialismus öffentlich als Verbrechen anzuerkennen. Doch statt einer Bewältigung der schmerzhaften kolonialen Vergangenheit passierte etwas ganz anderes – die Veranstaltung mutierte zu einem antisemitischen Schauprozess gegen Israel.

Die  Arabische Liga nutzte gemeinsam mit den blockfreien Staaten und einigen afrikanischen Ländern ihre automatische Mehrheit, um den Judenstaat zum
Sündenbock für alle tatsächlichen und vermeintlichen Verfehlungen des Westens zu machen. Befeuert durch Berichte der gerade ausgebrochenen zweiten palästinensischen Intifada landete von allen 192 Staaten dieser Welt allein Israel auf der Anklagebank.

Zionismus wurde mit Rassismus und Apartheid gleichgesetzt, während aktuelle Menschenrechtsverletzungen wie z.B. im Sudan oder Kongo nicht einmal erwähnt wurden, ganz zu schweigen von der Verfolgung von Minderheiten in der islamischen Welt.

Die stellvertretende Vorsitzende des Außenausschusses des italienischen Parlaments, Fiamma Nierenstein, berichtete damals als Journalistin aus Südafrika über die Konferenz: „Juden, die eine Kippa trugen, mussten sich vor Demonstranten schützen, die Porträts von Bin Laden mit sich herumtrugen und die Juden jagten. Die jüdischen Gemeindezentren in der Stadt wurden gestürmt und geschlossen. Die Pressekonferenz der israelischen Delegation wurde gewaltsam angegriffen und unterbrochen.  Israel wurde mit den Nationalsozialisten gleichgestellt und der Apartheid beschuldigt, um, insbesondere in Südafrika, sein Existenzrecht in Frage zu stellen.“

Die Anschläge vom 11. September, die wenige Tage nach der Konferenz stattfanden, verdrängten Durban I allerdings schnell aus den Schlagzeilen.

Durban II in Genf
Weniger gewalttätig aber ebenso antisemitisch ging es 2009 auf der Folgekonferenz „Durban II“ in Genf weiter. Die Konferenz begann am 20. April, dem Tag, an dem Israel der Opfer des Holocaust gedachte. Hauptredner war der iranische Präsident und Holocaustleugner Mahmoud Ahmadinedschad, der „die zionistischen Besatzer Palästinas“ (Israel) als „rassistisch“, „höchst brutal“, „kriminell“ bezeichnete und den Judenstaat des Völkermordes bezichtigte. Er brandmarkte die „Zionisten“ als Wurzel der Probleme in Irak und Afghanistan.

Einige Staaten hatten aus dem Debakel von 2001 gelernt und waren von vornherein der Konferenz ferngeblieben, darunter Israel, die USA und auch Deutschland. Vertreter weiterer Staaten verließen aus Protest den Saal, als Ahmadinedschad sprach, doch die Mehrheit der Delegierten blieb – und nicht wenige gaben dem iranischen Diktator stehende Ovationen.


Durban III in New York

Eine Mehrheit von 128 Ländern schaffte es bei Durban II erneut, die unleidliche Durban-Erklärung (Zionismus = Rassismus) auf die Agenda der UNO zu setzen. Ziel der Durban III- Konferenz am 23. September in New York ist es nun, den zehnten Jahrestag der Durban-Erklärung zu feiern und  die „Umsetzung der Durban-Erklärung in die etablierten Menschenrechte im UN-System“ einzuarbeiten
(Entwurf der Abschlusserklärung).  Mit anderen Worten – Antisemitismus, Israel- und Judenhass soll in die offizielle UN-„Menschenrechtsstrategie“ aufgenommen werden.

Besonders brisant ist erneut der Zeitpunkt dieser Initiative – die Konferenz findet kurz nach der Abstimmung über einen Palästinenserstaat bei der UNO statt und zeitgleich mit der Eröffnung der Generalversammlung. Diesmal wird die Verteufelung Israels und der Juden also auf höchster Ebene stattfinden – vor den Regierenden dieser Welt. Hauptredner ist erneut der iranische Präsident Ahmadinedschad.

Bisher haben die USA, Kanada, Israel, Italien, die Niederlande, Australien, die Tschechische Republik  und Österreich ihre Teilnahme aus Protest gegen die antisemitische und einseitige Agenda der Konferenz abgesagt.

Deutschland hat trotz zahlreicher Aufforderungen verschiedenster jüdischer und christlicher Gruppen, unter ihnen auch die ICEJ, bisher an seiner Teilnahme festgehalten – eine Haltung, die gerade aufgrund der Freundschaftsbeteuerungen Deutschlands gegenüber Israel und der historischen Verantwortung gegenüber dem Judenstaat auf immer größeres Unverständnis stößt.