Die Sonntagsfrage: Mocca oder Nescafé?

11 Uhr, nein zehn Uhr. Wir stehen vor den Türen der First Baptist Bible Church in R.. Keiner da. Ob der Gottesdienst heute überhaupt stattfindet? Wir sind nicht allein hier, sondern der Gastprediger dieses Gottesdienstes hat uns mitgenommen. Wg. des Ramadans ist die Zeitverschiebung der Sommerzeit hier aufgehoben und wir haben wieder „deutsche Zeit“. „Damit das Fasten bei der Hitze einfacher fällt und die Sonne eher untergeht“, ist die einfache wie plausible Erklärung.

Punkt 10:01 Uhr kommt die Schwester, die den Schlüssel hat. Nein, wir fangen erst um 10:30 Uhr an. Den Beamer – bisher in jeder besuchten Gemeinde Standard – bedient hier ein Asiat aus K., der mit seiner Frau diese Gemeinde unterstützt. Er ist Student in Jerusalem. Aber sie investieren viel in die Unterstützung der Gemeinde.

„Ich will einzieh’n in sein Tor mit dem Herzen voller Dank“. Es ist zwar nicht das neuste Lied, was wir hier auf Arabisch singen, aber ich kann es jedenfalls. Das Liederbuch mit den vielen verschlungenen Linien hilft leider nicht viel weiter. Das Klavier ist leicht verstimmt.

Die Gemeinde ist leider zahlenmäßig geschrumpft. Aber sie lieben Jesus von Herzen. Das ist das Wichtigste. Ich bringe Grüße aus München. Schnell werden die Herzen warm. Sehr warm. Die Aufnahme und der Austausch ist herzlich. Ein Foto? Ja, natürlich. Und natürlich herzliche Grüße zurück nach München. Das will ich gerne ausrichten. Beim Abendmahl wird das Fladenbrot in den Kelch getaucht, der Saft nicht getrunken. So sind die Sitten überall verschieden. Aber es ist der erste Sonntag im Monat. Da feiert man Abendmahl. Genau wie in München üblich.

„Was kostet das Iphone in Deutschland?“, fragt mich eine junge Dame im Small-Talk nach dem Gottesdienst, um im gleichen Atemzug  „meines hat 1000 Dollar gekostet“ zu sagen. Ich lerne, dass das hier eines der Standardtelefone ist. Telefonieren? Immer. Überall. Lautstark. Scheinbar im ganzen Nahen Osten

Nach dem Gottesdienst werden wir zu sechst eingeladen zu einem üppigen Mittagessen. „You must come to my house“. Der Gemeindeleiter lässt uns mit seinem höflichen aber deutlichem Druck keine Wahl offen. Wir müssen. Folgt mir einfach mit dem Auto. Unser Fahrer, selbst arabischer Herkunft, ist vom Fahrstil unseres „Vorfahrers“ höchst angetan und folgt nur mit Mühe seinem Tempo…

Doch wir kommen sicher an. Das Essen steht auf dem Tisch. Hähnchenteile, Kebab, köstliche Speisen werden uns in Fülle serviert. Unser Gastgeber hat vom Gottesdienst aus seine Haushälterin angerufen, die alles auf den Punkt zubereitet hat. Wir brauchen nur noch essen. Seine kürzlich verstorbene Frau hat die Gemeinde geründet und jahrelang geleitet. Bilder werden bewundert.

„Iss nicht so viel von der xyz-Soße“, flachst unser Gastgeber. Er ist ein liebevoller Mensch mit viel Humor. „Dann bleibt mehr für uns übrig.“ Natürlich habe ich den Namen der spinatähnlichen köstlichen Soße bis zur nächsten Begegnung mit meinem ‚Puter‘ wieder vergessen.

Die arabische Gastfreundschaft wird mit einer Zeremonie in kleinen Tassen abgerundet. „Mocca oder Nescafé?“ Ich entscheide mich für beides. Schon der Kirchenkaffee mir arabischem Mocca in kleinen Pappbechern war köstlich.

„Kannst du nächsten Sonntag wiederkommen und bei uns predigen?“ Wir tauschen Visitenkarten aus. Nein, eine Zusage will ich noch nicht machen, aber es in meinem Herzen bewegen. Unser „Taxifahrer“ ist am nächsten Sonntag verhindert. Kein Problem, meint er, aus der Nähe des Gartengrabs fahren die Busse auch nach R. Kostet nur 5 Scheckel…

Man muss nur früh genug losfahren, lernen wir auf der Rückfahrt. Die Innenstadt von R. hat sich zum reinsten Verkehrschaos entwickelt.

Allzeithoch – plus zwei

Wir schätzen uns glücklich zum Rekordsommer am Flughafen Ben-Gurion mit beigetragen haben zu dürfen. 🙂

Juli bringt Allzeit-Rekord für Passagierzahlen am Flughafen Ben-Gurion

Der Sommer dieses Jahres scheint ein Rekordsommer zu werden, was die Passagierzahlen des Flughafens Ben-Gurion betrifft: Es werden 2,83 Millionen Passagiere erwartet.

Der Juli hat bereits einen Rekord beschert: Mit 1,365 Millionen Passagieren wurden in diesem Jahr 15% mehr Passagiere abgefertigt als im Juli 2010 und damit mehr als jemals in einem Juli seit Eröffnung des Flughafens. Der Tag mit den meisten Passagieren war der 28. Juli mit 61.091 Passagieren an einem Tag.

Sowohl für die Touristen, die von ihrem Israel-Urlaub nach Hause fliegen, als auch als Urlaubsziele für Israelis sind dabei Griechenland, die USA, Deutschland, Frankreich, Italien und Russland die am meisten angeflogenen Ziele.

Aufgrund des erhöhten Passagieraufkommens hat die Flughafenbehörde Reisende jetzt dazu aufgerufen, bereits drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein.

(Ynet, 07.08.11) veröffentlicht im Newsletter der Botschaft des Staates Israel, Berlin