Erwartungsvoll sitzen sie vor mir und ich schaue in 50
gespannte Gesichter: Kandidatenschulung auf BERÖA. Der große Seminarraum ist
bis auf den letzten Platz gefüllt, wenn von hinten die Fragen gestellt werden,
kann ich die Studenten nur schwerlich verstehen…
Seitdem ich Vizepräses bin, gebe ich diesen Unterricht zum
Thema „BFP-Selbstverständnis“. „Was erzählst du den Teilnehmern in sieben
Stunden denn über den BFP, geht dir da nicht der Stoff aus“, fragt meine Frau
mich abends am Telefon, als wir gemeinsam über den Tag reflektieren. Nein,
keineswegs – im Gegenteil. Identität des BFP ist jeweils mein erster
Schwerpunkt, wobei ich auch ein wenig historisch beleuchte, wer und was die
Identität unseres Bundes geprägt hat – und wie sie sich entwickelt hat.
JESUSbewegt ist unser Bund, GEISTbewegt, GEMEINDE- und
MISSIONSbewegt – und PERSÖNLICHKEITSbewegt. Wir gehen tief in die Themen rein,
sprechen dabei viele Punkt aus dem Gemeindealltag an, oft entspannt sich eine
rege Diskussion. „Man spürt dir ab, dass dein Herz für den BFP brennt, du BFP
bist…“, spiegelt mir eine Teilnehmerin später, die ihre geistlichen Wurzeln in
der Landeskirche hat und jetzt in einer BFP-Gemeinde dient. Ja, das ist mein
Herzensanliegen, dies zu vermitteln. Weiter geht es mit dem Thema
„Zwischenkirchliche Beziehungen“.
Die Mischung der Teilnehmer gefällt mir: Kandidaten der
modularen Ausbildung, BERÖA-Absolventen im Vikariat und Integrationspastoren.
Als Leiter des Bundes haben wir die Möglichkeit eine nachwachsende Generation
mit den Visionspunkten zu prägen, über die vor allem der Präses spricht. Peter
Bregy spricht über die strukturellen Fragen und den Pastorendienst im
Allgemeinen, Daniel Dallmann über Finanzen, Missionsleiter Thomas Halstenberg
über das Anliegen von Mission und Regionalleiter Andy Kopp aus der Sicht seiner
Aufgabenstellung und Erfahrung, der Personalbeauftragte Daniel Aderhold
thematisiert Datenschutz und Dienstwechsel. Studienleiter Horst Werner hat
alles bestens organisiert und nimmt die Fäden während des Kurses immer wieder
in die Hand.
Horst Werner, Markus Schmutz
Im Rahmen des Kurses BFP-Selbstverständnis wird Markus Schmutz
der BFP-Dienstausweis von Studienleiter Horst Werner im Auftrag des
Generalsekretärs überreicht. Markus hat alle erforderlichen Kurse als
Integrationspastor erfolgreich absolviert. Er ist als Pastor in einer
Gemeindegründung in Peiting / Allgäu tätig. Seine Gemeinde ist angedockt an das
Netzwerk, das durch Jean-Christof Nadon von Füssen aus gebildet wird.
Am Mittwochabend predige ich im Rahmen des Gottesdienstes. Die Atmosphäre ist dicht, der Hunger nach Gebet groß.
Wie gut, dass wir diese begleitende Kandidatenausbildung im BFP haben. (up)
„Akzeptiere, dass das Treffen von Entscheidungen eine
Voraussetzung für Leiterschaft ist.“ Präses Johannes Justus ist ehrlich und bekennt,
dass es ihm manchmal nicht leichtfällt, Entscheidungen zu treffen. Er spricht
weniger von seinen „Siegen“, mehr von seinen „Niederlagen“, seine Seminare und
Predigten sind mit ganz vielen authentischen Beispielen gespickt.
Große Resonanz
Präses Johannes Justus dient in der CGV
Gemeindekonferenz in der CGV unter dem Generalthema „Unser Gott kann“. Eine große Zahl an Mitarbeitern der Christus Gemeinde Velbert sind zum Mitarbeiterseminar am Samstagmorgen gekommen und hängen förmlich an den Lippen des Präses. Er nimmt die Mitarbeiter mit in die Fragen von Mitarbeiter- und Leiterschaft. „Es ist wichtig, dass du reflektierte Entscheidungen triffst.“
Es ist ein Genuss ihm zuzuhören und der Morgen geht sehr
schnell vorbei. „Ich möchte, dass ihr die Gedanken, die ich euch gebe, in euren
Gruppen reflektiert und darüber sprecht“, empfiehlt er und stellt seine Präsentation
zur Verfügung.
„Bindet Menschen nicht an euch, sondern an Christus“. Für
unser Ego sei es gut, wenn wir Menschen an uns binden, führt er aus. Und er
empfiehlt, Rat bei Fachleuten zu suchen.
Starke geistliche Kraft
Die Konferenz beginnt am Freitagabend mit einem Gottesdienst,
der von der CHANGE-Jugend der CGV gestaltet wird. Er wird gleich zu einem
echten Highlight. Die Jugendband, die auch auf der regionalen Jugendfreizeit „Die
Burg“ dienen wird, gestaltet den Abend laut und mit Nebel – und mit großer
geistlicher Kraft.
Der Präses ist unkompliziert und direkt. Während der Predigt
ruft er Menschen heraus und dient ihnen mit einer großen prophetischen Dichte.
Am Ende des Abends ruft er zur Entscheidung für Jesus auf. Diesem Aufruf folgen
etliche Menschen. In der nachfolgenden Gebetszeit geht es sehr intensiv zu.
Reisebericht einer eindrücklichen Woche mit Konferenzbesuch
„Ich könnte nichts anderes tun, als 24 Stunden lang
Gemeinden gründen.“ Die Begegnung mit Pastor E. und seiner Frau in der Nähe von
Tel Aviv ist beeindruckend. Wir finden ihre Gemeinde, auch ohne GPS, am
Schabbat im Untergeschoss einer großen Shoppingmall. Hier beginnt unser
einwöchiger Israelaufenthalt.
Eingemietet ist die Gemeinde in einem Tanzstudio. Die Reihen sind gut gefüllt mit Menschen aus allen Altersschichten. Ob sie Probleme mit der Regierung haben bezüglich der Gemeindearbeit, will ich wissen? „Nein überhaupt nicht, wir können hier in völliger Freiheit arbeiten“, konstatiert der sympathische Pastor, der in der Ukraine geboren ist.
Pastor E. mit Frau sowie Petra und Frank Uphoff
Jüdische Wurzeln
„Meine Frau hat jüdische Wurzeln und deswegen kamen wir vor
mehr als zehn Jahren hierher“. Schon in der Ukraine diente er als Pastor. Was kann
er da anderes in Israel tun als Gemeindegründung? Und er hat ein starkes Herz
für Evangelisation. „Als Johannes unlängst da war, haben wir etwa 150 Menschen
zusammengebracht, die keine Beziehung zu Jesus haben. Und sie haben das klare
Evangelium gehört.“ Mit Johannes meint er natürlich „unseren Johannes Justus“.
Man spürt ihm die Wertschätzung für und die Beziehung zu unserem Präses total
ab. „Die Menschen haben gefragt, wann Johannes denn wiederkommen wird. Wir
laden sie erst zu einer Evangelisation ein, verknüpft mit einem touristischen
Programm.“ Jüdisch schlau wäre das, so meint er und lächelt.
„In Petah Tiqua suchen wir gerade nach geeigneten Räumlichkeiten, weil wir da schon so viele Gläubige haben“, berichtet er begeistert. Und samstags haben wir immer einen Gebetsdienst auf dem höchsten Gebäude Jerusalems. „Nebenbei“ geht er noch einer Teilzeittätigkeit im Bereich der öffentlichen Sicherheit nach. „Dadurch kenne ich viele Menschen und kann ihnen dienen.“
Wir sind BFP
„Im September sehen wir uns wieder auf der BFP-Konferenz in
Willingen“, ist er entschlossen. „Na klar, wir sind BFP und wollen das auch
leben“, fügt er hinzu, denn seit einem Jahr gehören sie zum BFP International
Network. In-israel.bfp.de ist die
Internetadresse für die Arbeit des BFP in Israel. Etliche Gemeinden aus
Deutschland unterstützen sie.
Ob er denn noch mehr Pastoren aus Russland oder der Ukraine kennen würde, die hier im Land leben, will ich wissen. Sicher, es gibt etliche, die auch Gemeinden gründen, weiß Pastor E. zu berichten. Sein Englisch, das er erst hier gelernt hat, ist exzellent, so dass Kommunikation leichtfällt. Gerade die Tage vorher war mir wichtig geworden, welch ein Segen für Deutschland (und den BFP) Geschwister aus russischsprachigem Hintergrund sind. Das erlebe ich auch hier.
Der Platz auf dem Karmel, wo Altar des Elia gestanden haben soll.
Feuerstätte mit gutem Ausblick
Weiter geht es gen Norden. „Ich bringe euch zu dem Platz, wo Elia gebetet hat und Feuer vom Himmel fiel“, sagt Pastor M., unser Gastgeber, ein arabischsprechender Israeli. „Wir sind in wenigen Minuten da.“ Dass er damit arabische Minuten gemeint hat, merken wir etwa eine Dreiviertelstunde später. Der Berg Karmel ist groß und die Stadt Haifa erstreckt sich über eine weite Distanz. Aber auf googleMaps sieht manches anders aus, als es in Wirklichkeit eben ist.
Es ist der zweite Tag unseres Besuchs in Israel, wir sind in den Norden gefahren, um Pastor M. zu treffen, der uns in Velbert schon besucht hat. Seine Gemeinde trifft sich in einem selbst errichteten Gebetshaus gleich außerhalb von Haifa.
Vom Berg Karmel aus ist die Ebene Meggido, das „Tal Israel“, gut überschaubar, leider ist es etwas diesig und verhangen. Hier wird Geschichte total lebendig, aber auch prophetische Worte der Bibel über diesen Ort, an dem sich laut Bibel einmal alle Völker gegen Israel versammeln werden, kommt zum Greifen nahe.
Abends sind wir in einer anderen arabischsprechenden
Gemeinde in Haifa, der dortige Pastor Y. lädt mich – ohne mich zu kennen – am Morgen
per Telefon zum Predigtdienst ein. Es entsteht eine herzliche Verbindung, die
Gemeinde tut einen europaweiten Dienst unter Flüchtlingen.
Auch die befestigte Stadt Akko, nördlich von Haifa, lassen
wir nicht aus. Pastor H. heißt uns in seinem baptistischen Bibelladen in der
Altstadt von Akko willkommen. Das Angebot an christlicher Literatur und Bibeln
ist breit. Jesus steht hier eindeutig im Mittelpunkt. An diesem Tag schüttet es
wie aus Eimern, gut für das Land, für unsere Schuhe leider nicht.
100 Leiter aus 20 Nationen
ENVISION heißt die Leiterkonferenz der Internationalen Christlichen Botschaft (ICEJ) zu der wir zum Wochenbeginn reisen. 100 Leiter aus 20 Nationen sind da und werden von Dr. Jürgen Bühler, dem Präsidenten der ICEJ willkommen geheißen. „Die deutsche Delegation ist mit 25 Leuten die stärkste“, freut sich Gottfried Bühler, Bruder von Jürgen und Leiter des deutschen Zweiges der ICEJ. Jürgen ist ein BFP-Pastor. Ihr verstorbener Vater Albert war es auch und „der hat die Liebe zu Israel in unser Herz gepflanzt“, bestätigen beide. Mit der ICEJ ist der BFP in Partnerschaft.
Eine größere Delegation kommt aus Liberia/Afrika, unter ihnen eine Parlamentarierin, die das Grußwort ihrer Regierung weitergibt. Nach vielen Jahren Bürgerkrieg formiert sich hier ein neues Bewusstsein innerhalb der Gemeinden, zu Israel zu stehen, zu segnen und sich segnen zu lassen. „Watch out for Liberia, wir werden mit einer größeren Delegation zum Laubhüttenfest kommen“, ist die charmante Parlamentarierin selbstbewusst.
Hochkarätige Sprecher
Die Rednerliste der Konferenz ist lang, wobei sich intensive
Bibellehre und gemeindliche / gesellschaftliche Analyse, gewürzt mit politischen
Aspekten ergänzen. In mehreren Diskussionsrunden kommen lokale Pastoren, sowohl
messianische als auch arabische zu Wort. Durch die Vorstellung verschiedener
lokaler Projekte und Gemeinden bekommt man ein umfassendes Bild, was sich im
Land tut und wie die geistliche Entwicklung ist.
Auch der politische Chefanalyst der Jerusalem Post, Gil
Hoffmann, ist als Sprecher eingeladen. Humorvoll und eloquent führt er den
Pastoren die aktuelle politische Lage in Israel vor Augen. „Betet für uns“,
schließt er seinen Vortrag. Als Jude weiß er die Sichtweisen evangelikaler
Christen gut einzuschätzen – und pointiert zu kommentieren.
Gottes Berufung: Gemeinde
hat Israel nicht ersetzt
Schwerpunkt der Bibellehre ist Gottes Sicht von Israel,
seine Berufung für das Volk – und welche Bedeutung das für die Gemeinde hat.
Dass Gott einen Plan für sein Volk hat und dieser Plan nicht durch die Gemeinde
ersetzt wird, zieht sich wie ein roter Faden durch die Predigten der meist
lokal ansässigen Pastoren und Mitarbeiter der ICEJ.
Eine Ebene des
Vertrauens
Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Yad Vashem
ICEJ genießt in Jerusalem einen überaus guten Ruf. Durch
ihre sozialen und karitativen Projekte haben sie eine Ebene des Vertrauens
geschaffen. „Wenn wir euch gebraucht haben, wart ihr SOFORT da“, sagt ein
leitender Kibbutzvertreter und führt uns stolz die mobile
Brandbekämpfungseinheit vor, von denen die ICEJ insgesamt 17 gespendet hat. Sie
helfen zum schnellen Eingreifen bei Feuern, die durch Feuerdrachen von Gaza aus
in Israel entzündet werden. Ein lokaler Bürgermeister kommt extra zu unserer
Gruppe, als wir an die Grenze von Gaza gefahren sind und spricht über die
lokale Lage. „Dass ihr uns besuchen kommt, ist für uns ein hoher Beweis dafür,
dass ihr zu uns steht! Hier kommt sonst keine Reiseorganisation mit ihren Gästen
hin.“ Kein Wunder, die Grenze zu Gaza ist in Sichtweite. „Vor einigen Wochen
hatten wir 500 Raketeneinschläge innerhalb von 24 Stunden“, erzählt der
Bürgermeister weiter. „Aber wir weichen nicht von hier. Hier ist unsere Heimat,
hier ist unsere Berufung.“
Kranzniederlegung
Auch in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat sich die ICEJ hohes Vertrauen erworben. Aus Anlass des Holocaust-Gedenktages legen wir als Konferenzdelegation in einer kurzen Zeremonie mit Psalmlesung und Gebeten zwei Kränze nieder. Es folgen Momente der Stille und des Gedenkens.
Baumpflanzung
Baumplanzung in Kfar Azar. Frank Uphoff, Dr. Jürgen Bühler, Präsident ICEJ und dem Vertreter des Kibbutz Kfar Azar, Shai Hermesh, einem früheren Knesset-Mitglied
Während des Besuches im Kibbutz Kfar Azar pflanzen wir als Konferenzdelegation einen Feigenbaum, der ein Zeichen der Hoffnung in diesem Kibbutz sein soll, der in „Schussweite“ der Gaza-Grenze liegt. Die Bushaltestelle mit Bomben-Shelter trägt ein Schild: Gespendet von der ICEJ. „Wir stehen zu euch“, betont Dr. Jürgen Bühler und gießt Wasser an den frischgepflanzten Baum. Die Konferenzgruppe segnet die Bewohner des Kibbutz!
Keinen „Israel-Extremismus“
„Es gab während der ganzen Konferenz keine Fahnenschwenker oder Schofarhornbläser“, resümiert Edwin Jung, Leiter der österreichischen Pfingstgemeinden. Recht hat er, denn selbst Jürgen Bühler warnt vor den „Israel-Extremisten“, die sich hier und da sammeln. ICEJ will hier einen gesunden Gegenpol mit Liebe zu Israel setzen, die aber auch die Fehlentwicklungen und falschen Haltungen klar benennt, sowohl auf israelischer als auch auf (internationaler) Gemeindeseite.
Ich denke, das gelingt ICEJ in hervorragender Weise.
Aus Christlicher Gemeinschaft wird Christus Gemeinde Velbert | „+Gottesdienst“ ab Februar
Auf 111 Jahre Bestehen blickt die Christus Gemeinde in Velbert zurück. Das Jubiläumsjahr wurde zum Jahresbeginn unter dem Motto „Aufbruch 2019“ eingeleitet und in einem feierlichen Gottesdienst der Namenswechsel zelebriert: Aus der Christlichen Gemeinschaft wurde die Christus Gemeinde Velbert.
Der Beginn der Gemeinde reicht bis in das Jahr 1908 zurück. Damals gab es geistliche Aufbrüche im Rahmen der Velberter Kirchen. Neue Gläubige, die sich neben den kirchlichen Gottesdiensten zu intensiveren Zusammenkünften, Gebeten und Bibelstudien trafen, sammelten sich und bildeten die „Christliche Gemeinschaft“. Man wählte damals bewusst den Namen „Gemeinschaft“ und nicht Gemeinde oder Kirche, um deutlich zu machen, dass man ein Zusatzangebot machen wollte.
Das Bild der Gemeinschaft hat sich im Laufe der Geschichte der Gemeinde stark gewandelt. Aus einer Gemeinschaft ist eine fest in Velbert etablierte Kirchengemeinde geworden, die mit ihrem Standort in der Bahnhofstraße weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist. Mit 330 auf eigenen Wunsch getauften Mitgliedern plus Kindern, Jugendlichen und Zugehörigen ist die „CGV“, wie sie gern kurz (auch weiterhin) genannt wird, eine multikulturelle Multigenerationsgemeinde mit starkem Familiencharakter geworden.
Dieser Entwicklung will man durch den Namenswechsel Rechnung tragen und hat dazu auch den Auftritt in der Öffentlichkeit unter dem Motto „Komm. Entdecke. Lebe.“ mit einem neuen Logo und einem neuen Design zeitgemäß aufgefrischt. Die Änderung des Namens wurde auch mit den Gremien anderer Kirchen im Vorfeld abgestimmt, unter anderem mit dem Kirchvorstand der Evangelischen Gemeinde in Velbert-Mitte, die ja in der „Christuskirche“ beheimatet ist.
Bekannt ist die heutige Christus Gemeinde auch durch die von ihr gegründete Velberter Mission, eine Organisation, mit der derzeit 70 geistliche und soziale Mitarbeiter weltweit ausgesandt sind, beispielsweise Afrika, Südamerika und Indien. Ein weiterer Schwerpunkt ist ihr Dienst unter Kindern und Jugendlichen. Der Kindertreff Hefel, eine Stadtranderholung im Sommer, lockt seit über 60 Jahren jedes Jahr über 100 Kinder an, der Jugendgottesdienst CHANGE bringt freitags etwa 60 Jugendliche zusammen.
Die Kinderband „Puzzles“ ist mit ihren Konzerten für Kinder bundesweit gefragt. Mehr als 60 Mitarbeiter sind im Kindergottesdienst engagiert. Highlight der Woche ist der sonntägliche Familiengottesdienst um 10 Uhr, der ab Februar 2019 durch einen +Gottesdienst am Nachmittag für die Generation der jungen Erwachsenen ergänzt wird.
„Wir wollen Kirche für Velbert und für den Einzelnen sein“, betont der leitende Pastor Frank Uphoff, der seit Herbst 2017 die Gemeinde und das mehrköpfige Pastorenteam leitet. Pastor in Ausbildung z.A. Benjamin Hinze, der für die Jugendarbeit verantwortlich ist, bereitete den Gottesdienst zum Namenswechsel mit Musik, Segensgebeten und Choreografie vor, so dass dieser zu einem eindrücklichen Erlebnis wurde.
Nach dem Gottesdienst wurde die mehrstöckige Torte von den Pastoren gemeinsam angeschnitten und war schnell verzehrt.
Willkommen in der Christus Gemeinde Velbert. Pastoren Uphoff, Hinze, Leistner
Ein sehr einschneidendes Erlebnis war meine gesundheitliche Krise 2017. Das Team von feel-god.de hat meinen Erfahrungsbericht in einem Video präsentiert.
Ich finde es ab und zu sehr interessant zu sehen, welches Wort zum „Wort des Jahres“ gewählt wird, weil durch diese Wahl gesellschaftliche Entwicklungen ihren Ausdruck finden. „Postfaktisch“ hat in diesem Jahr das „Rennen“ gemacht. Am Freitag hörte ich davon im Autoradio. Das Wort hatte ich bis dahin noch nicht gehört.
Also las ich bei Tagesschau.de nach: „Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen ‚die da oben‘ bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren“, heißt es in der Begründung. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Peter Schlobinski, räumte ein, dass „postfaktisch“ etwas akademisch klinge und noch keinen Eingang in die Umgangssprache gefunden habe. So heißt es auf der Internetseite der Tagesschau. (http://www.tagesschau.de/inland/wort-des-jahres-101.html)
Auf internationaler Ebene, so erfuhr ich weiter, war kurz zuvor das Wort „Post-truth“ durch das „Oxford dictionary“ zum Wort des Jahres 2016 gewählt worden. Das beschreibt den Sachverhalt eigentlich noch genauer. Man bewegt sich „nach“ oder außerhalb der „Wahrheit“.
Dass „Wahrheit“ in den letzten Jahren eine immer geringere Bedeutung bekommen hat, ist sicher vielen schon aufgefallen. Alles scheint relativ geworden zu sein, „Wahrheit“ wird mehr und mehr durch die eigene Sicht der Dinge ersetzt und abgelöst. Die Kommentatoren nehmen weltweit wahr, dass Menschen zunehmend Fakten ignorieren und ihre Entscheidungen anhand eigener subjektiver Maßstäbe treffen. Das wird mit „postfaktisch“ und „post-truth“ ziemlich gut beschrieben.
Gibt es überhaupt „die Wahrheit“? Nein, meinen viele!
Jesus sagt von sich, dass er die „Wahrheit“ ist (Joh. 14,6) und als er vor Pilatus steht, betont er, dass er in die Welt gekommen ist, um für die Wahrheit Zeugnis zu geben. „Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme“ (Joh. 18, 37+38). Postwendend stellt Pilatus ihm die Frage, die auch heute viele Menschen bewegt: „Was ist Wahrheit?“.
Jesus lässt Pilatus gegenüber diese Frage weiter unbeantwortet, beantwortet sie aber in seiner eigenen Person. In dem wir an ihn glauben, schließt Wahrheit sich für uns auf.
Wahrheit ist aus meiner Sicht nur durch einen festen Bezugspunkt zu definieren. Worauf beziehe ich meine Werte, Schwerpunkte und Sichtweisen? Wenn ich diesen Bezugspunkt nicht habe, bewege ich mich freischwebend im Raum.
Advent und Weihnachten sagt mir: Jesus ist in diese Welt gekommen, er selbst ist die Wahrheit und gibt Zeugnis für die Wahrheit. Das ist für mich ein fester Bezugspunkt. Wenn ich mein Leben an diesem Bezugspunkt verankere, habe ich einen festen Halt, der mir hilft, auch die „normalen“ Dinge des Lebens gesund, realistisch, ehrlich, offen, unvoreingenommen – und nicht postfaktisch – einzuschätzen.
… und sie mit ihren Haaren trocknet, dann kann das schon zu Tränen rühren.
Global Gathering, Jerusalem im November 2016 – das ist eine fünftägige Konferenz der besonderen Art. Die Chinesen bilden mit an die 2000 Personen die eindeutige Majorität der etwa 4000 Teilnehmer aus über 60 Nationen. Und sie prägen die Atmosphäre. Als am Mittwochabend die Tontechnik für eine geraume Zeit komplett ausfällt, sind sie es, die durch ihren spontanen Gesang und ihre Gebete den Konferenzgottesdienst in eine geistliche Intensität hineinführen, auch ohne Technik, ganz wie in China. Und wenn sie gemeinsam mit lauter Stimme und ohne Vorgaben für Israel beten, ist es, als würde die Halle beben.
Diese Konferenz ist eben nicht gewöhnlich. Sprecherliste? Zeit- und Ablaufplan? Fast komplett Fehlanzeige! Fast alles geschieht aus dem Augenblick heraus. „Wir möchten nicht verpassen, in welche Richtung der Heilige Geist uns führt“, sagt David Demian (Kanada), der Initiator und Leiter dieser Gatherings (das vorletzte fand im Oktober 2015 in der Münchner Olympiahalle statt). Im Hintergrund agiert ein mehrhundertköpfiger internationaler Beirat, mit denen sich Demian vor jeder Veranstaltung austauscht, um Klarheit über die Richtung zu bekommen. Zu diesem Beirat waren auch meine Frau und ich eingeladen.
Starke Gabe in seiner Persönlichkeit
Demian hat eine starke Gabe, die Versammlungen in dieser Art zu leiten – und ist bereit dabei auch Fehler zu machen. Mit einer Seelenruhe liegt er flach auf der Bühne und wartet auf innere Führung oder er spaziert während der jeweils fast vierstündigen Versammlungen durch den Saal, während auf der Bühne vielsprachiger Lobpreis, unterstützt durch eine ausdrucksstarke etwa 20-köpfige Tanzgruppe, läuft. Vor der Bühne ist ein großer Platz freigelassen, wo Hunderte ausgelassen hüpfen oder tanzen.
Auf der Leinwand erscheinen die Liedtexte in bis zu sechs (!) Sprachen gleichzeitig. Die Einheit der Christen aus verschiedenen Nationen findet besondere Beachtung. Und hier wiederum ist die Beziehung zwischen messianischen Juden und den arabischen Christen „im Land“ ein wichtiges Thema. Unter großer Bewegung wäscht eine messianische Jüdin, die sinnbildlich Sarah genannt wird, einer arabischen Christin, die Hagar genannt wird, die Füße und trocknet diese dann mit ihren Haaren. „Ich bitte dich um Vergebung für alles, was wir dir angetan haben. Ich will dir in Liebe dienen“. Manche müssen sich die Tränen wegdrücken – ich auch.
David Demian gelingt es immer wieder, durch zeichenhafte Handlungen die Konferenz auf essentielle Themen zu fokussieren. Immer wieder führt das in starke Gebetszeiten, die sich meistens auf nationale oder globale Anliegen beziehen, wie zum Beispiel die Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea. Hier werden besonders die Deutschen zum Gebet eingeladen.
Starke deutsche Delegation
Die deutsche Delegation umfasst etwa 250 Personen, die unabhängig voneinander nach Israel gekommen sind. Ich treffe viele mir bekannte Gesichter, aber auch neue, wobei das Spektrum von Landeskirchlern, Katholiken über die Freikirchen bis hin zur charismatischen Bewegung reicht. Über die Konferenzarmbänder kann man sich selbst in der Altstadt von Jerusalem identifizieren – und mit viel Liebe begegnen. Das ist ein weiterer starker Aspekt der Konferenz: eine herzliche Liebe über Nationalgrenzen hinweg.
Eingeborene, jesusgläubige Stammesführer in Tracht aus Samoa (Südpazifik) leisten durch ihre Art der Anbetung und des Feierns einen besonderen, teilweise gewöhnungsbedürftigen Beitrag zur Konferenz. Unter anderem breiten sie Muschelketten, Teppiche und andere Gaben aus, die sie als „Geschenke für Jerusalem“ mitgebracht haben.
Den Gläubigen aus den Nationen vertrauen
Und dann noch ein bewegender Moment: Der messianisch-jüdische Pastor Asher Intrater (reviveisrael.org) wird gebeten, auf der Bühne eine Krone sinnbildlich für Jesus, den Messias, mit den Händen hochzuhalten. Spontan heben die samoanischen Stammesführer ihn auf ihre Schultern. „Ihr als Juden habt uns getragen, jetzt tragen wir euch messianische Gläubige.“ Später kommen Christen aus anderen Nationen, besonders aber Araber und Deutsche, um die Arme des jüdischen Pastors zu stützen, damit diese nicht sinken. Ohne jegliche Hektik zieht sich dieser Teil etwa 45 Minuten hin, im Saal entwickelt sich eine Atmosphäre von Jubel und Feiern, viele knien lange Zeit auf dem Boden, beten, weinen, rufen zu Gott. Asher Intrater berichtet später, wie es für ihn und die messianischen Juden wichtig ist, den Gläubigen aus den Nationen vertrauen zu können.
China kommt zurück nach Jerusalem
Diese Botschaft, dieses Anliegen der chinesischen Christen, haben wir verstanden – schon vor der Konferenz. Hier wird es besonders deutlich sichtbar, unterstützt von einer großen Gruppe von Koreanern. Überall treffen wir die Chinesen, reden mit ihnen, beten mit ihnen gemeinsam, auch noch nach der Konferenz in den Straßen von Jerusalem und Tel Aviv. „Uns liegt Israel besonders auf dem Herzen“, bekennen sie. Und ihr Gebet, ihre Hingabe spricht diese Sprache überaus deutlich.
„Judenmission“, der Tempelberg und die UNESCO
Auch diese aktuellen Themen haben auf der Konferenz ihren Platz, nicht politisch, wie Demian betont, aber geistlich. Eindeutig ist das Bekenntnis, dass die Botschaft des Evangeliums von Jeschua Hamaschiach (Jesus Christus) zuerst den Juden gegeben wurde und sich daran nichts geändert hat. Und im Gebet wird die Rolle des Tempelbergs als Ort der Verherrlichung für den wiederkehrenden König Jesus mit eindeutiger und klarer Beziehung zur jüdischen Geschichte betont, anders als die UNESCO es wenige Tage vorher ausgedrückt hatte.
Mein Fazit
Für eine Konferenz mit einer langen Rednerliste, wäre ich vermutlich nicht nach Jerusalem geflogen. Aber diese Art, auf Gott zu hören und zu warten, die teilweise gewöhnungsbedürftig ist, aber Jesus so unzweideutig in den Mittelpunkt stellt, gefällt mir und spricht mich an – und macht mir Mut auch für Deutschland.
Und wir lieben es, immer wieder dort zu sein, wo unser Herr und bester Freund gelebt hat!
Die komplette Konferenz ist auf youtube oder watchmen.org frei verfügbar.
Die große Londoner O2-Arena habe ich bei meinen bisherigen Besuchen an der Themse immer nur aus dem Fenster der DLR (S-Bahn) gesehen. In dieser Arena aber mit über 20.000 Geschwistern gemeinsam und international Jesus zu feiern, ist etwas ganz Besonderes.
Hillsong rockt das Haus! Ganzseitige Anzeigen in Londoner Abendzeitungen lassen die ganze Stadt wissen, was hier los ist. Brian Houston, Senior-Pastor von Hillsong Sydney, ist der Gastgeber, setzt immer wieder Akzente, leitet, motiviert. Hillsong London ist die ausführende Gemeinde, über 3000 freiwillige Mitarbeiter haben sie an den Start geschickt, am ersten Abend können sie gar nicht alle Freiwilligen einsetzen, höre ich.
Hillsong, das ist wesentlich mehr als Musik. Das ist Gemeinde, das ist Vision, das ist Identität. „Das sind vor allem Menschen, die zuhause ankommen sollen“, erläutert Freimut Haverkamp, der den deutschen Zweig des Hillsong Netzwerks leitet. Das gehört zu den wesentlichsten Werten ihrer Gemeindekultur. Und das merkt man. Freundliche Mitarbeiter an den Türen halten diese auf, helfen, lächeln. Im Foyer der O2-Arena wird jeder Gast einzeln oder jede ankommende Gruppe unermüdlich mit LaOla-Wellen im Spalier willkommen geheißen.
Deutschland ist in diesem Jahr auf dem zweiten Platz und hat damit die Norweger überholt. Über 1000 Teilnehmer sind angereist, viele aus dem BFP. So treffe ich so manche Kollegen und Freunde. Hillsong Deutschland mit seinen derzeit zwei Standorten in Konstanz und Düsseldorf gehört selbst auch zum BFP.
Hillsong vermittelt ein starkes „Wir-Gefühl“, die Predigen sind klar und klassisch wortorientiert. Obwohl er aus einer anderen Generation kommt und mehr deren Predigtstil repräsentiert, gelingt es Brian Houston, die jüngere Generation abzuholen. Das gefällt mir. Die Themen sind eher typisch für eine Glaubenskonferenz, weniger eine Leiterkonferenz.
Sie motiviert und inspiriert stark. Ich habe mir festgehalten, welche positiven Momente ich für mich persönlich, aber auch für die Gemeinde und den BFP mitnehmen kann. Vieles inspiriert mich sehr.
Etliche aus Deutschland sind in Gruppen aus Gemeinden da. Gemeinsam erlebt, können die Impulse solch einer Konferenz richtig etwas bewegen, ohne dass man zum Kopierer wird.
Samstagmorgen, 4 Uhr. Per Telegram meldet sich A., dass er sich um fünf Minuten verspäten würde. Halbschlafend packe ich meine Sachen. Unser Gemeindebus ist zu diesem Zeitpunkt bereits voll mit sieben unserer Flüchtlinge plus A.. Unser Ziel ist das Ruhrgebiet. A. hat leichte Michael-Schumacher-Gene und so brausen wir mit vollbesetztem Bus gen Norden. Ich bin sehr begeistert über unseren neuen weißen Gemeindebus. Der fährt selbst mit neun Leuten wie eine Rakete und verbraucht überschaubar Diesel! Richtig gut!
In Essen treffen A. und ich zu Mittag mit Pastor Siamak zusammen, dem Leiter einer freien charismatischen persischsprachigen Gemeinde (www.elam-aliv.net). Er ist ein bemerkenswerter Diener Gottes und erreicht mit seinem Internetkanal Hunderte von Persern in der ganzen Republik und weltweit. Das Gespräch ist sehr tiefgehend und wichtig. Unsere Herzen begegnen sich.
Am Sonntagnachmittag sind wir im Elam-alive-Gottesdienst, eine interessante Mischung aus Lokalgemeinde und Internet-Gemeinde, höchst bemerkenswert und interessant. Der Gottesdienst ist auf Youtube verfügbar, ab etwa 1:30 kommt meine Predigt. https://youtu.be/Rc8U7QNGL_w
Pastor Siamak macht einen sehr gesegneten Dienst unter den Iranern. Gott bestätigt das, lokal und weltweit. Via Internet macht er mit Iranern Bibel- und Leiterkurse. Daran nimmt auch unser A. teil. Deswegen wollte ich den Pastor gerne face2face treffen.
Aber zurück zum Samstag. Nach dem Treffen in Essen und einem kleinen Stadtspaziergang besuchen wir kurz die Stadt Bochum. Auf einem Straßenfest treffen wir einige Iraner, die dort singen, was bei unserer Gruppe für große Freude und Aufregung sorgt.
Weiter geht es nach Lünen. Dort werden wir am Abend in der russlanddeutschen Gemeinde „Gottes Wort“, herzlichst mit einem opulenten Grillfest empfangen. Die Gemeinschaft ist toll. Die russlanddeutsche Gemeinde Bochum hat mittlerweile drei Filialen, eine davon hier in Lünen, eine vierte wird gerade in Unna aufgemacht. Ich bin echt begeistert, wie deren Pastor Ivan Stukert unterwegs ist und neue Gemeinden gründet. In Lünen haben sie eine ehem. neuapostolische Kirche gemietet. Hier übernachten wir auch. Die Gemeinde hat extra Matratzen und Bettwäsche herangeschleppt, um uns den Aufenthalt angenehm zu machen. Das ist echt vorbildlich!
Am Sonntagmorgen im Gottesdienst dienen unsere Perser dort. Das ist stark und klasse. Gesang, Zeugnisse, Gebete – RICHTIG gut. Ich bin einfach total dankbar, das erleben und begleiten zu können.
Nachdem Essen als Stadt für uns eher enttäuschend gewesen ist, will ich den Flüchtlingen noch etwas von Deutschland zeigen. „Wir wollen Frankfurt sehen“, stimmen sie für eine meiner Optionen. So erreichen wir Frankfurt am Sonntag gegen 23 Uhr, besuchen den Römer, den Eisernen Steg und flanieren über die Frankfurter Zeil. Zum Schluss nutzen wir die Rabatt-Gutscheine zu einem Festmahl um Mitternacht bei Mc Donalds. „Wir haben immer Hunger“, sagt Saeed und schiebt sich den zweiten BigMac rein. Er und Ali müssen am Montagmorgen um 8:00 Uhr schon wieder im Sprachkurs sein!
Um 5:30 Uhr am Montagmorgen sind wir wieder in München, nachdem ich beim Abliefern alle Camps kennengelernt habe, in denen unsere Freunde wohnen.
Wer kennt ihn nicht – den Monumentalfilm BEN HUR aus dem Jahr 1959 mit Charlton Heston in der Hauptrolle. Elf Oscars gewann der Film, der auf Lew Wallaces Buch „BEN HUR – A Tale of the Christ“ basiert. Fast sechs Jahrzehnte später kommt BEN HUR zurück auf die Leinwand. Neben Jack Huston (Judah Ben-Hur) und Toby Kebbell (Messala) ist Morgan Freeman in der Rolle des Ilderim zu sehen. Im Gegensatz zum fast vierstündigen Klassiker erzählt die Neuverfilmung das Epos des jüdischen Prinzen in etwa der Hälfte der Spieldauer. Seit 1. September läuft er nun auch in den deutschen Kinos, auch in etlichen Münchner Kinos ist er an diesem Wochenende zu sehen.
Im Juli diesen Jahres waren Petra und ich eingeladen zu einem exklusiven Preview der englischen Vorversion des Filmes – im Nobel-Hotel „Bayerischer Hof“ in München, mit anschließender Diskussion mit den Vertretern der Produktionsfirma. Eigentlich war die Einladung für unseren Präses, aber der bat mich, ihn zu vertreten.
Bildquelle: Pressematerial Paramount Pictures
Vom 1959er Film war mir vor allem das legendäre Wagenrennen in Erinnerung, Inhalte kaum. Das Rennen fehlt natürlich in der 2016er-Variante auch nicht, allerdings mit modernster Kinotechnik ziemlich aufregend gemacht. Ich war gespannt, wie der Film auf mich wirken würde. Ehrlich gesagt bin ich kein echter Filmkenner und habe deswegen auch nicht den Fundus der Vergleichsmöglichkeiten …
Hass und Gewalt gibt es in dem Film reichlich zu sehen, vielleicht ist die Altersgrenze mit 12 Jahren etwas tief angesetzt. Die Geschichte des Judah Ben Hur, der durch tragische Umstände auf einer Galeere als Sklave landet – und der dem Messias Jesus Christus begegnet.
Die Veränderung, die dadurch in seinem Leben geschieht („Versöhnung statt Hass, Friede statt Gewalt“ tituliert die KEP), wird szenerisch vor allem durch die Kreuzigung Jesu dargestellt, fast etwas unvermittelt. Diese Botschaft kommt aber sehr deutlich an und bietet im Nachgang nach dem Film gute Gesprächsanknüpfungspunkte, auch mit Menschen, die dem Glauben distanziert gegenüber stehen. Besonders beeindruckt hat mich die Rolle des Ilderim, der als starker Ermutiger für Judah Ben Hur auftritt.
Der Christliche Medienverbund KEP hat in Zusammenarbeit mit Paramount Pictures einen Gesprächsleitfaden entwickelt hat. Der Leitfaden bietet drei Gesprächseinheiten mit Fragen und biblischen Reflexionen und eignet sich für Jugend- und Studierendengruppen, Bibeltreffs oder Hauskreise – und alle anderen, die über die Themen aus BEN HUR sprechen wollen. Der Leitfaden ist kostenfrei bestellbar unter www.kep.de/benhur. Eine PDF-Version kann man sich hier (https://www.kep.de/wp-content/uploads/2016/08/BENHUR_KEP.pdf) herunterladen.
Mein Fazit: Wer nicht den neuen mit dem alten Film vergleichen will und für krassere Szenen nicht zu zart besaitet ist, sollte sich den Film anschauen, am besten gemeinsam mit ein paar Freunden, die wenig Zugang zum Glauben haben. Und dann darüber reden.
(Frank Uphoff / m. kep-Pressemeldung)