Es braucht Entscheidungen, im Netz aktiv zu sein

Fokomm des BFP und Media-Vision eröffnet

Fingerfood bei Livemusik. Im Glasfoyer des Seehotels in Kirchheim haben sich die über 100 Teilnehmer des Forum für Kommunikation des BFP und Media-Vision versammelt.

BFP-Vizepräses Frank Uphoff eröffnet das Forum, das unter dem Motto „Was kommt an?“ steht. An zwei Tagen stehen neben hochkarätigen Impulsen der Gastredner auch Workshops auf dem Programm. Die Teilnehmer diskutieren die Frage, wie die Botschaft des Evangeliums ankommt und was dazu notwendig ist.

h.rustDen „Cyberspacern ein Cyberspacer“ meint Dr. Heinrich-Christian Rust in Anlehnung an „den Griechen ein Grieche“. Wie geschieht es, dass übernatürliche Dinge wie prophetische Worte und Heilung im Netz geschehen? Kann die Kraftwirkung des Heiligen Geistes auch via Internet vermittelt werden? Der Baptistenpastor fordert die Teilnehmer heraus: „Ihr als Pfingstler seid hier besonders prädestiniert.“

„Die neuen Medien sind nicht mein Thema“. Diese Aussage darf kein Thema für uns sein. Die digitalen Medien müssen für uns ein Thema sein. „Wenn wir diese Menschen erreichen wollen“, muss das für uns ein Thema sein.

Gott benutzt immer Medien. Die Bibel ist zum Beispiel so ein Medium. Wir können auf dem Weg des religiösen Diskurses die Botschaft (z.B. Predigten) über das Netz übertragen. Hier muss man klug, weise und mutig sein. Warum keine interaktiven Bibelstunden im Netz? „Storytelling“ – das war früher „Zeugnisversammlung“. Die zweite Ebene wäre die Praxis der Spiritualität. Kann man über das Netz beten? Warum nicht? Gemeinschaft? Auch das ist möglich. Es kann eine andere Form von Gemeinschaft im Netz geben, die ohne Tee und Kaffee auskommen muss, aber sehr real und nah sein kann. Man öffnet sich im Netz tlw. etwas schneller, als im realen Leben.

Dr. Rust zeigt aber auch die Grenzen des Netzes auf. „Wo kein Abendmahl ist, ist auch keine Gemeinde“, ist er überzeugt. Eine Gemeinde braucht eine klare Entscheidung, welche Kommunikationsebenen sie nutzen will. „Man darf es nicht einfach nur laufen lassen.“ Menschen, die sich digital erreichen lassen, werden auch über kurz oder lang „analoge“ Gemeinschaft suchen.

Über die Konferenz wird ein Film gedreht, der am Samstagnachmittag sofort seine Uraufführung haben wird.

P.S. Dieser Bericht wurde am Freitagnachmittag verfasst. Am Samstagnachmittag war der Film dann fertig. Der Filmemacher Wellington Rodrigues ist gerade Student auf BERÖA und war mit an der Produktion des Animationsfilms „RIO“ beteiligt. Ihr könnt ihn auf www.facebook.com/Geistbewegt anschauen. Superklasse – und sehr emotional! Mann kann sich den Film anschauen, auch ohne bei Facebook registriert zu sein.

Konsum und/oder Verzicht

Brauche ich wirklich (k)eine neue Lichterkette?
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Drei bis fünf, manchmal sogar zehn Zentimeter ist er dick – der Stapel an Prospekten und (Möbel)-Zeitungen, der auf unterschiedlichen Wegen Woche für Woche in unser Haus und daran anschließend meist direkt in den Altpapiercontainer kommt. Der Wertstoffhof unserer Stadt gehört zu den überaus frequentierten Einrichtungen, oft mit Verkehrschaos! Die Überflussgesellschaft lässt grüßen – und sie fordert uns enorm heraus. Vielleicht ist es doch ein größeres Problem, mit viel richtig umzugehen, als mit wenig?

Lust wird geweckt
Guten Morgen, Kauflust! Immer neue Ideen kommen auf den Markt. Unser Leben soll, so lehrt man uns, einfacher, schöner und angenehmer werden. Aber irgendwie wird es immer komplizierter und hektischer. Anfang November 2014 „studiere“ ich in den Flyern den Werbungsschwerpunkt „Weihnachtsbeleuchtung“. Stimmung und heile Welt werden suggeriert und man malt sich aus, wie das diesjährige Fest besonders schön werden kann – beispielsweise durch die angebotenen Lichterketten. Ich gebe zu, das spricht mich an. Ich mag Lichterketten. Diese sind Dank LED-Technologie stromsparend und ökologisch wertvoll, wird mir im Kleingedruckten suggeriert, die Bilder sehen auch heimelig und wirklich gemütlich aus. „Eigentlich wäre doch eine neue Lichterkette nicht schlecht, Schatz, was denkst du?“

Weniger ist mehr
„Wir haben im Weihnachtskarton im Keller doch genügend Lichterketten“, meint die beste Ehefrau von allen. „Ja, aber vielleicht gehen die ja nicht mehr!“ Was soll ich, was darf ich mir gönnen? Wo ist Verzicht angesagt? Welche Art von Lebensstil führe ich? Wir merken, dass wir, um des Überflusses Herr zu werden, Entscheidungen treffen müssen. „Nein, ich kaufe keine neue Lichterkette!“ Diese Entscheidungen sind emotional nicht immer leicht. Wer kleine Kinder hat, wird sich allein von ihrer Seite mit gewissen Erwartungen konfrontiert sehen. Und trotzdem ist es wichtig, verzichten zu lernen. Wer gelernt hat, freiwillig zu verzichten, wird eine höhere Lebensqualität erlangen. Das scheint zunächst unlogisch, ist aber biblisch und wird durch Erfahrungswerte bestätigt. Verzicht, der von einem „ich muss“ kommt, hinterlässt oft eine Unzufriedenheit im Herzen. Verzicht, der aus dem „ich will, ich entscheide mich von Herzen“ geboren wird, bereichert das Leben.

Jesus, das Beispiel für Verzicht
„Im Gegenteil: Er verzichtete auf alle seine Vorrechte und stellte sich auf dieselbe Stufe wie ein Diener. Er wurde einer von uns – ein Mensch wie andere Menschen.“ Jesus ist schlechthin das Beispiel für Verzicht. Er verließ freiwillig in der Unterordnung unter den Willen des Vaters die himmlische Dimension, um einer von uns zu werden. Damit zeigt er uns ein Muster, das wir anwenden können: Wer verzichtet, kann in dem leben, was der größere Plan Gottes für sein Leben ist. So zu handeln und bereit zu sein zum Verzicht, gibt wirkliche Lebenserfüllung, macht frei für das Wesentliche und setzt gleichzeitig ein Beispiel für andere. Gleichzeitig werden wir erleben, dass die „göttliche Mathematik“ wirkt: Wir haben scheinbar weniger, aber es ist doch viel mehr.

Nicht nur zu Weihnachten geben
In der Adventszeit steigt die Spendenfreudigkeit. Finanzstrategen, auch christliche, wissen das und schreiben uns ihre Spendenanliegen. Geben, loslassen und verzichten sollten durchgehend zu unseren Lebensgrundwerten gehören, nicht nur in den Weihnachtstagen. Wer das persönlich lebt, wird Segen in vielfacher Form erleben und sehen, dass der Fluss des Gebens und Nehmens unser Leben enorm bereichert.

„Wie definierst du den Zehnten?“ wurde ich unlängst gefragt. „Es ist so wie eine Ölwarnlampe im Auto“, war meine Antwort. Wenn sie leuchtet, sollte man nachdenken, etwas zu unternehmen – und zwar bald. Wenn weiterhin das Geben für Mission, individuelle Hilfe in Notlagen und Großzügigkeit Werte sind, die unser Leben bestimmen, dann hilft uns das, uns auf Wesentliches im Leben konzentrieren zu können. Aber es beginnt mit der Entscheidung für Verzicht. Allerdings müssen wir auch wissen, dass es ein „Geschäft mit der Not“ gibt. Aber lieber einmal zu viel geholfen, als einmal zu wenig.

Und zu Weihnachten konkret?
Im vergangenen Jahr entstand bei uns die Idee, Gäste zu uns in die Heiligabend-Familienfeier einzuladen. Es gab ein bewusst schlichtes aber wunderbares Essen und zwei „Familiengeschenke“ (eines für uns, eines für die Gäste), davon ein Spiel. Dies wurde am selben Abend ausprobiert. Es war ein sehr schöner Abend – für unsere Familie und unsere Gäste. Der Verzicht auf die „Familientradition“ hat sich mehr als gelohnt.

Vielleicht laden wir (die) Gäste in diesem Jahr wieder ein, auch ohne neue Lichterkette.

Gemeinsam gegen Antisemitismus und Christenverfolgung

„Ihr müsst unbedingt mal den Livestream vom Laubhüttenfest aus Jerusalem einschalten. Heute Abend spricht hier der neue israelische Staatspräsident.“ Hannelore Illgen, die Redaktionsleiterin von GEISTbewegt! und Vorstandsmitglied der ICEJ (Internationale Christliche Boschaft Jerusalem) mailte uns am Montag aus Jerusalem. Also nahmen wir am Montagabend ein wenig Zeit, um den Ereignissen in Jerusalem via Tablett beizuwohnen…

Das Christliche Medienmagazin PRO schrieb am Donnerstag dazu:

Mehr als 5.000 Christen aus 80 Ländern feierten vom 10. bis 15. Oktober in Jerusalem das Laubhüttenfest „Sukkot“. Angesichts des nur wenige Wochen zurückliegenden Gaza-Krieges äußerte sich Jürgen Bühler, Direktor der ICEJ, überrascht über diesen Ansturm. „Man kann definitiv sagen: Die Touristen sind wieder da!“, ergänzte Bühler.

In den zurückliegenden 33 Jahren hatte die ICEJ ihre Veranstaltung im „Jerusalem Convention Center“ mit 2.800 Sitzplätzen veranstaltet. Erstmals fand die Konferenz jetzt in der „Pais Arena Jerusalem“ statt, die mit 11.600 Sitzplätzen auf acht Etagen als größte Sport- und Kulturveranstaltungsstätte ihrer Art im Nahen Osten gilt. Die christliche Laubhüttenfestfeier war die erste internationale Veranstaltung in der noch nicht einmal völlig fertiggestellten, supermodernen Arena. Die Verantwortlichen der ICEJ träumen davon, sie in naher Zukunft mit christlichen Israelfreunden zu füllen.

Als Redner traten vor allem pfingstlich geprägte Prediger aus Afrika, Nord- und Südamerika, Europa, Australien und Asien auf. Unter ihnen war der Vorsitzende der „Pentecostal World Fellowship“, Prince Guneratnam aus Malaysia. Er repräsentiert nach eigenen Angaben etwa 300 Millionen pfingstlich- charismatische Christen weltweit. Zum Referentenkreis gehören ferner messianische Juden und arabische Christen aus Israel und der Palästinensischen Autonomie.

icejAuch Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat, der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin und der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ron Lauder, kamen zu Wort. Ferner waren Parlamentarier und Regierungsvertreter aus 25 Ländern, darunter auch aus neun EU-Staaten, auf der diesjährigen christlichen Laubhüttenfestfeier vertreten.

Ein besonderes Signal der Wertschätzung gegenüber den Christen war der Besuch des neuen israelischen Staatspräsidenten, der die christlichen Gäste ausdrücklich in Israel willkommen hieß. Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ron Lauder, forderte die Anwesenden auf, gemeinsam mit den Juden gegen Antisemitismus und Christenverfolgung aufzutreten. „Wer uns hasst, der hasst auch euch!“ führte er markant aus.

Das stimmt. Es ist eine wichtige Herausforderung

Von der Vision zum GEISTbewegten Handeln

titel_gb_2014_06Der Duft des Essens, das gerade zubereitet wird, zieht verführerisch in seine Nase. Seine Augen bleiben jedoch geschlossen. Oben auf der Dachterrasse des Hauses sitzt einer, dem man ansieht, dass er viel im Freien arbeitet. Aber jetzt betet er. Schon eine geraume Zeit.

Ein Klippdachsfell hängt an der Leine und wirkt richtig edel. Der Hausbesitzer wird damit gutes Geld verdienen können. Hungergefühle machen sich beim Sonnengebräunten auf dem Dach breit.

Wer hat da gerufen? Leicht „verzückt“ und doch erschrocken, schaut sich der Beter um! Niemand ist zu sehen, keiner rührt sich. Die Köchin kann es nicht gewesen sein, sie ist emsig mit der Mahlzeit beschäftigt. Auch auf den Nachbardächern ist niemand zu sehen.

Da ist die Stimme wieder. Eindeutig, diese Aufforderung. Und was ist das? Realität oder etwas jenseits der Wirklichkeit? Der Beter sieht ein großes leinenes Tuch, das sich vom Himmel her nähert, jeweils an den vier Zipfeln gehalten. Schützend hält er den Arm vor sein Gesicht.

Doch was ist da in dem Tuch? Dem Dachbeter wird übel. Es krabbelt und wuselt darin nur so. Eindeutig! Alles unrein. Nichts für einen Juden, selbst mit noch so knurrendem Magen.

„Steh auf, schlachte und iss!“ Da ist sie wieder, diese Stimme, die sagt, was er nicht hören will und darf. Das passt nicht. Er kneift sich in seinen Arm. Nein, er träumt nicht, er ist hellwach! Aber diese Aufforderung – wie sollte er? Unreines essen? Nein, entschieden, niemals! Dieses Tuch mit dem Krabbelzeug – dreimal sichtbar – und gleich wieder weg. „Was Gott gereinigt hat, das erkläre du nicht für unrein!“

Ganzen Artikel weiterlesen. Dieser Artikel erschien in GEISTbewegt Juni 2014 als Leitartikel.

Gekrönt mit Mut – Abschlusspredigt der 118. Bundeskonferenz

frank_buko2013Welch eine Konferenz! Ich bin dankbar für alle guten Impulse und Gedanken. Wenn ich über die Tage, die wir hier gemeinsam hatten, nachdenke, dann bin ich begeistert und beschämt. Wir haben die Gegenwart Gottes erlebt. Wir wollen zum Schluss gemeinsam  reflektieren: Was hat Gott in dieser Woche zu uns geredet? Was nehmen wir mit, was setzen wir um?

Ich hatte im Vorfeld auf dem Herzen, heute über den Mut, der David ausgezeichnet hat, zu sprechen. Das möchte ich anhand eines kleinen Ausschnitts der Geschichte von David tun und dann das mit den aktuellen Impulsen der Konferenz verbinden.

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„Bibelmanager“

zulliger„Ich fahre jetzt aus der Schweiz los, bin um 14:30 Uhr in Willingen und fahre um 17:30 Uhr wieder zurück.“ – Diese Zeilen hat Präses Johannes Justus am Dienstagmorgen, den 24.09.2013, in seinen E-Mails. Am Nachmittag ist der Schreiber wirklich in Willingen; er sitzt in der dritten Reihe der Konferenzversammlung, als der Präses seinen Namen nennt. Zurückhaltend, nicht aufdringlich, eben mit schweizerischem Charme: Robert Zulliger kommt extra auf die BFP-Bundeskonferenz, um dabei zu sein, wenn „sein Kind“ präsentiert wird.

„Sein Kind“, das ist die Stamps-Studienbibel, die an diesem Tag den Pastoren und Mitarbeitern im BFP vorgestellt wird. Der Präses dankt ihm und dem ganzen Übersetzerteam, den amerikanischen Herausgebern und der SPM mit ihrem Vorsitzenden Max Schläpfer für ihr Engagement für die Herausgabe der ersten pfingstlich orientierten Studienbibel.

Esther Dymel-Sohl, die im Übersetzerteam mitgearbeitet hat, ist tief beeindruckt vom Dienst Robert Zulligers: „Robert ist der Herausgeber der deutschen Ausgabe, aber noch viel mehr: Er ist der Koordinator sämtlicher Aufgaben, die mit der Übersetzung, der Produktion und der Vermarktung zusammenhängen. Er hat die Mitarbeiter akquiriert, war immer die Schnittstelle zwischen Deutschland/Schweiz und Amerika. Für die Assemblies of God und dem Verlag Life Publishers International ist er bei allen Fragen der zuständige Ansprechpartner. Jede Absprache lief über ihn. Er organisierte Meetings für uns Übersetzer in Erzhausen und war maßgeblich bei der Verlagssuche involviert. Mit dem Theologischen Verlag Zürich trat er in Verhandlung, damit der Bibeltext der Zürcher Bibel für die Stamps Studienbibel zur Verfügung stand. Er hatte den Überblick, was es zu übersetzen galt und verteilte diese Aufgaben an die Übersetzer und Mitarbeiter. Er selbst kontrollierte sämtliche übersetzte Texte, bevor er sie weiter an das Lektorat gab  und hatte ein Auge für Fehlerquellen.

Er sorgte für die fristgerechte Bezahlung der Rechnungen der Mitarbeiter und verlor bei der Vielzahl der zu übersetzenden Kommentare, Artikel, Einführungstexte, Konkordanzbegriffe, Stichwortverzeichnisbegriffe, des Kartenmaterials etc. niemals den Überblick (!). Dabei blieb er immer ruhig und gelassen, machte nie Stress, forderte nichts ein und war in allem so unglaublich professionell, dass man als Mitarbeiter mindestens ebenso professionell sein wollte.

Man sagt, dass die Arbeit eines jeden Menschen durch einen anderen zu ersetzen sei. In diesem Falle stimmt das definitiv nicht. Ohne Robert und seine überdurchschnittlichen Fähigkeiten, seine Professionalität, seinen Weitblick, seinen Durchblick und seinen Überblick wäre das Projekt Studienbibel nicht durchführbar gewesen.“

Ein Unternehmer im (Un)-Ruhestand, der sich vorbildlich für das Wort einsetzt. Danke, Robert, für deinen Einsatz! Und danke an das Team der Übersetzer, Lektoren und deren Mitarbeiter: Esther Dymel-Sohl, Angela Mumssen, Marita Wilczek, Günther Kaupp, Jokim Schnoebbe, Sonja Bachl, Lena Sohl, Bruno Benz, Florian Sondheimer und Hans-Peter Mumssen.

(geschrieben für geistbewegt.de)

Glyn Barret: Der Mann ist die Botschaft

Und dann haben wir in der 95. Nachspielminute noch ein Tor in diesem wichtigen Spiel geschossen. Ich bin vor Begeisterung dort im Stadion auf die Knie gefallen. Mir war egal, dass gerade der bekannte Prediger John Bevere  neben mir im Stadion saß. In diesem Moment brach das Stadion in ‚Lobpreis und Anbetung‘ aus.“ Glyn Barrett  weiß, dass seine Zuhörer den tieferen Sinn der Botschaft verstehen „Wir haben gewonnen.“ Zehntausende hätten das damals gerufen.

„Wir haben gewonnen – oder?“

„Wenn wir gewinnen, dann sind es nicht die 75.000 Zuschauer, sondern in Wahrheit die elf unten auf dem Rasen.“ Dass der drahtige Pastor eingefleischter Fußballfan ist, weiß jeder nach weniger als fünf Predigtminuten. Glyn Barrett, knappe 40, T-Shirt, Jeans, legere Jacke. Mal hüpft er über die Bühne, um gleich wieder niederzuknien und dann seine Bibel zu greifen und sie über sich in der Luft zu schwenken. Seit 18 Jahren ist er Prediger, seine theologische Ausbildung hat er in Australien erhalten.

ÜbersetzerTim Sukowski, Glyn Barret (rechts)

Die überdimensionalen Bildschirme in der Willinger Konferenzhalle lassen den Redner ganz nah kommen.  Übersetzer Tim Sukowski aus Wunstorf versucht synchron hinterherzuhüpfen. Im Livestream kommt der Pastor aus Manchester über das Internet auf viele angeschlossene Bildschirme, mehr als 1.100 waren das allein am vergangenen ersten Abend.

Ja, er sei in Manchester geboren, sein Vater, auch Pfingstprediger und „Fünf-Punkte-Calvinist“, habe ein gutes Fundament in seinem Leben gelegt. „Mit zwölf ist mir Jesus ganz real begegnet. Damals war mein Vater Pastor in Australien.“ Und so geht sein biografischer Weg zwischen Manchester und Australien hin und her.

Disziplin, so meint er, ist die erste Lektion, die ein Leiter lernen muss. Er selbst will ein Beispiel sein. Seine Kinder sind am gleichen Datum, drei Jahre auseinander geboren. „Seht ihr, ich bin ein Leiter mit Ordnung…“. Die Menge lacht herzlich.

Kirchenbänke raus – neues Leben rein

Was denn die monströsen Kirchenbänke mit dem Lebensalltag eines jungen Australiers zu tun haben würden, habe er damals in jungen Jahren mit seinem Vater heftig diskutiert. Glyn berichtet über die Veränderung, die die australische Pfingstbewegung erlebt hat.

Sein Vater habe ihm gesagt, die Gemeinde sei nicht da, um Kirche zu spielen, sondern eine Stadt zu erreichen. Aber damals sei das mehr Theorie gewesen, die die Gemeinde in der Praxis nicht erlebt habe. Als Pastor hätte sein Vater mindestens 10.000 Bücher in seiner Bibliothek gehabt. Er hätte damals so gut predigen können, wie er wollte. Es haben sich keine Leute bekehrt, weil keiner in die Kirche gekommen wäre. Die Gemeinde sei nicht relevant für die Stadt gewesen. „Und dann haben wir die Bänke rausgetragen, die Kanzeln, alle „alten Dinge“. Sein Vater habe alles mit Benzin übergossen und ihm die Streichhölzer gegeben. „Dann haben wir alle Bänke angezündet.“

Glyn Barett
Glyn Barett

Glyn Barrett wirkt begeistert. Gemeinde muss Menschen erreichen, das ist ihm wichtig. Er hat heute für seine Gemeinde in Manchester die Vision, dass sie einen Verkehrsstau auslösen wird, wenn Gottesdienst ist. Ganz so sei es in Australien nicht gewesen, aber nach dem radikalen Umbruch seien am folgenden Sonntag die 60 Leute in die Kirche gekommen, die schon immer gekommen seien. Davon wären 30 Leute gleich wieder weggegangen, weil keine Bänke mehr da waren. Dann aber habe eine Entwicklung eingesetzt, die nicht mehr mit dem vergleichbar war, was vorher war.  „In den nächsten Jahren wuchs unsere  Gemeinde von 30 auf 450 Leute. Und sie wurde wahrgenommen.“

Leidenschaft fängt bei mir an

Es liegt eben nicht nur am theoretischen Wissen über Gott. Ohne Leidenschaft sei kein Dienst möglich, meint der Australier. „Leidenschaft fängt immer mit mir an. Eine Gemeinde will über einen Leiter nicht nur wissen, dass er Gott liebt. Sie will seine Leidenschaft und Liebe sehen. Als Leiter darf man nicht nur über Evangelisation und Lobpreis reden, sondern die Gemeinde will sehen, wie er leidenschaftlich anbete und evangelisiere.  Er schlägt Jesaja 6 auf. Ein guter Abschnitt für ein Konferenzthema, wie er meint. „Leidenschaft bringt dich immer zurück zu dem ursprünglichen Ruf, den Gott dir in deinem Leben gegeben hat. Er führt uns immer wieder durch die Schritte durch, die uns im Wort Gottes aufgezeigt werden.“

Den Moment ergreifen

Und dann geht er mit seinen Zuhörern, die ihm gespannt folgen, die Schritte durch, die Jesaja gegangen ist. Er zeigt auf, wie Jesaja den Moment ergriffen hat.  „Nutze die Zeit, mach das, was Gott zu dir sagt! Du musst ein Ziel anvisieren, das jenseits von dem liegt, was du erreichen willst und auch erreichen kannst. Schaue nicht nur auf die äußerliche Situation, sondern schaue darüber hinaus. ‚Ich sah den Herrn‘, sagt Jesaja. Schau in das Übernatürliche hinein. Konferenzen, wie diese, sind dazu gemacht, nicht nur den Moment zu ergreifen, sondern auch einen Blick  in das hinein zu wagen, was Gott tun und mit dir tun will.“

Frucht wächst nur im Tal, nicht auf dem Berg

Glyn Barett
Glyn Barett

Glyn spricht auch über schwierige Zeiten und ermutigt die Zuhörer. Manchmal wolle man im Leben und Dienst nur von Höhe zu Höhe gehen und vergisst dabei, dass auf den Bergen normalerweise wenig Frucht wächst. Berge und Höhen sind in unserem geistlichen Leben gut und wichtig, aber wir müssen wissen, dass Frucht eigentlich nur im Tal wächst. Und damit meint er schwierige Phasen im Leben und Dienst. „Aber lass dir nicht die Schwere und Last, die andere tragen, zwangsweise auf deine Schultern legen“. Er richtet den Blick immer wieder auf die Ermutigung: “ Dieselbe Kraft, die Christus von den Toten auferweckt hat, ist in der Lage, auch dir Sieg zu geben. Weigere dich, der Stimme der Entmutigung zuzuhören. Höre dafür aber auf die Stimme Gottes!“

Enthusiasmus ist biblisch

Ja, er liebe wirklich laute Musik. In den Psalmen habe er immer wieder Aussagen gefunden, die auf einen lauten Lobpreis hindeuten würden. „Wenn du keine laute Musik magst, kann es sein, dass du dich im Himmel nicht wohlfühlen wirst“. Er witzelt immer wieder und berichtet aus der Praxis. „In unserer Gemeinde haben sich Leute bekehrt und spielen heute im Lobpreis mit, von denen du das eigentlich nicht erwarten würdest. Sie sehen gar nicht so heilig aus, aber sie lieben wirklich Jesus.“ Ein Video-Einspieler folgt, der den Zuhörern deutlich macht, was er damit meint, wenn er von lautem Lobpreis spricht.

Petrus sei fast immer enthusiastisch gewesen. Er hat jemand enthusiastisch das Ohr abgehauen, das war nicht so gut. Er ist enthusiastisch auf dem Wasser gelaufen. Im Englischen heißt das heißt wörtlich auch „über Bord zu gehen“. Auch David hat in Begeisterung seinem Gott gedient.

„Deswegen bin ich überzeugt, dass wir Enthusiasmus brauchen. Das hat etwas mit „in Gott sein“ zu tun, griechisch „en theos“, hier liegt die Wurzel des Wortes“, führt er weiter aus. Barret führt zum zentralen Konferenzthema zurück und will nicht nur nette Worte machen.

Und dann kommt er auf den Epheserbrief zu sprechen. Er vergleicht die Kultur der damaligen Stadt mit der heutigen Zeit. „In Ephesus war so viel Götzendienst und Dämonie, wie wir uns das heute kaum vorstellen können“. 36 x in sechs Kapiteln sagt Paulus „Ihr seid in Gott“.  „En theos“. Wenn das kein „Enthusiasmus“ ist, immer wieder zu betonen, was wir in Gott haben und sind! Das heißt „Begeisterung, ausflippen, außer sich sein“ – warum eigentlich? Das, was wir haben, ist wirklich eine „Gute Nachricht“. Darüber können wir wirklich „ausflippen“.

Und das dürfe ein Christ durchaus auch laut ausdrücken. „Wenn wir schreien, dann nimmt das Besitz von unserem Körper. Wenn du das Wort Enthusiasmus benutzt, dann nimmt es Besitz von deinem Gesicht. Der Enthusiasmus übernimmt Kontrolle von deinem ganzen Körper. Es muss sich einfach in deinem Gesicht und deinem Körper ausdrücken. Das geht nicht anders. Denke mal an einen jungen Vater. Enthusiasmus drückt sich bei ihm in ganz bestimmter Art und Weise aus.“ In Gott zu sein heiße „enthusiastisch“ zu sein.

„Können wir Begeisterung mal gemeinsam praktizieren und nicht nur darüber reden?“ – „Ich wusste gar nicht, dass die BFP-Pastoren so begeistert hüpfen können“, sagt mir später ein 20-Jähriger, der als Nachwuchs-Bibelschüler mit auf die Konferenz gekommen ist. „Oh happy day.“ Die Outbreakband gibt ihr Bestes, der Saal wallt und 1000 Delegierte hüpfen – fast 1000. Schade eigentlich, dass ich diesen Gottesdienst nur am Livestream verfolgen kann.

Und warum Manchester City, nicht United…

„Meine Theologie des Teufels ist ganz einfach. Er ist wie ein Löwe, aber ich habe den Löwen Jesus Christus bei mir. Und der ist wirklich ein Löwe, nicht nur wie ein Löwe. Mein ganzes Leben war ich ein enthusiastischer Unterstützer von ‚Manchester City‘. Gibt es hier etwa Leute, die „Manchester United“ unterstützen? Steht bitte an euren Plätzen auf. Man nennt diese Mannschaft nämlich die ‚Roten Teufel'“, schmunzelt er. „Ich kann  mir nicht vorstellen, dass deutsche Christen die gut finden – Könnt ihr bitte den Raum verlassen….?“

Deutschland sei wirklich ein besonderes Land. Glyn dankt herzlich für die Einladung zur Konferenz. „Ich fühle mich wohl bei euch.“ Das Land habe großartige Theologen hervorgebracht. Dass es aber England im Fußball besiegen würde, sei für ihn doch etwas belastend, fügt er hinzu. Die Lacher sind auf seiner Seite.

Von Frank Uphoff / Fotos: Daniel Illgen / (für www.geistbewegt.de)

„BeGEISTert Gemeinde bauen“ – BFP stellt Weichen für die Zukunft

118. Bundeskonferenz des BFP fokussiert die Zukunftsausrichtung des Bundes

Erzhausen (up/hw) – Rund 1.000 Delegierte des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) werden vom 23. bis 26.9.2013 zur 118. Bundeskonferenz im Sauerland Stern Hotel in Willingen/Upland erwartet.

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„Die Gemeinde Jesu hat Zukunft! Das garantiert Jesus, wenn er sagt: ‚Nicht einmal die Macht des Todes wird sie vernichten können'“, betont Präses Johannes Justus in der Einladung zur Bundeskonferenz. Mit der ersten von ihr verantworteten Leiterschaftskonferenz setzt die neue Bundesleitung des BFP Signale für die Zukunftsausrichtung des Pfingstbundes. „Wir setzen uns nachhaltig dafür ein, dass der BFP in naher Zukunft von jetzt 783 auf 1000 Gemeinden wächst“, so die klare Weichenstellung aus dem Vorstand. Unter dem Leitmotiv „Gemeinsam Gemeinde(n) bauen“ wird der Präses bei einem „Visions-Abend“ die Antwort des Bundesvorstands für die Zukunft des BFP auf die Frage „Wohin will der BFP?“ darlegen. „Wir haben als Bundesleitung in einem längeren Prozess auf Gott gehört und bauen auf die guten Impulse der Vergangenheit auf. Insbesondere werden wir in eine erweiterte Leiterschaftsausbildung investieren“, so der Präses weiter. Außerdem soll unter dem Stichwort „Sommerbibelschulen“ an eine ältere BFP-Tradition angeknpft werden und in die Ausbildung von ehrenamtlichen Mitarbeitern intensiviert werden.

Hauptsprecher an den Vormittagen ist Glyn Barrett, Hauptpastor der „!Audacious-Church“ in Manchester. Unter seiner Leitung ist die Gemeinde in einem Zeitraum von vier Jahren von 90 auf 1500 Menschen gewachsen. Zu den weiteren Sprechern der Konferenz gehören neben Präses Johannes Justus (Hannover) auch Altpräses Ingolf Ellßel (Tostedt), Friedhelm Holthuis (Wuppertal), Joanna Haverkamp (Konstanz) und Vizepräses Frank Uphoff (München).

Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst am Montag wird BFP-Schatzmeister Dr. jur. Martin Stötzel im Café- und Eingangsbereich vor der Veranstaltungshalle feierlich die vierte BFP-Kunstausstellung eröffnen. Sie steht unter dem Motto „Bei mir findet er Hilfe, die er braucht“ (Psalm 91,16). Irene Justus, Ehefrau des BFP-Präses, hat die Ausstellung in diesem Jahr organisiert und stellt als Malerin auch selbst gemeinsam mit fünf anderen Künstlern aus.

Seminare, Interaktive Runden („World-Cafe“), Begegnungs- und Segnungszeiten, die Feier des Abendmahls, und eine große Ausstellungshalle ergänzen das Konferenzangebot. Die musikalische Gestaltung hat die „Outbreakband“ aus Bad Gandersheim übernommen.

Zukunftsweisend ist, dass die Konferenz erstmals im Video-Livestream per Internet verfolgt werden kann. Nähere Infos dazu sind rechtzeitig zum Konferenzbeginn unter www.buko.geistbewegt.de und auf www.fcg-m.de zu finden.

Aktuelle Meldungen, ausführliche Berichte, Reportagen und Fotos zur 118. Bundeskonferenz stehen ab 23.9. unter www.buko.geistbewegt.de zur Verfügung.

Wohin will der BFP?

Download von GEISTbewegt! 09/2013
Download von GEISTbewegt! 09/2013

Unser Bund, der BFP, ist von Gott dazu berufen, in Deutschland geistliche Signale zu setzen, Atmosphäre zu prägen, Veränderung zu bewirken. Jesus hat uns berufen, Teil seines Werkes zu sein, sein Reich zu bauen. Menschen sollen zum lebendigen Glauben an Jesus finden, gesunde und wachsende Gemeinde(n) gebaut werden.

Dabei stehen wir zusammen und ergänzen einander in unserer Berufung. Das ist die Stärke unseres Bundes! Wie tun wir das? Wie definieren wir unsere Identität? Welchen Auftrag hat Gott uns gegeben? Welche Schritte sollen wir als BFP gemeinsam und jeder für sich gehen? Wie ein Motto steht es im Mittelpunkt unseres Bundes: Wir bauen lokal Gemeinde, aber auch gemeinsam (viele) Gemeinden in unserem ganzen Land. Dazu gibt es den BFP. Er ist Teil des viel größeren Reiches Gottes in Deutschland – mit einer klaren pfingstlich-charismatischen Berufung.

Als Bundesvorstand lassen wir alle BFP-Gemeinden daran teilhaben, was Gott uns für unseren Bund aufs Herz gelegt hat. Wir möchten, dass diese Botschaft auch in den Gemeinden und Leitungskreisen vor Ort ankommt. Wir wertschätzen unser Erbe und die Menschen, die vor uns unseren Bund geprägt und gestaltet haben. Wir bauen auf Impulse der Vergangenheit auf und beziehen uns auf die Arbeit der »Spurgruppe Zukunft«, die unter der Leitung von Alt-Präses Roman Siewert wertvolle Arbeit geleistet hat.

Als Gemeinden und Mitarbeiter richten wir uns auf Jesus aus, damit wir auch im 21. Jahrhundert relevant, nachhaltig und »GEISTbewegt! « »Gemeinsam Gemeinde(n) bauen«.

Frank Uphoff

Kahlfraß

Ende Juni im Gartencenter: Da der Sommer sich doch noch mühsam durchzukämpfen scheint, entschließen wir uns, für unser kleines Gewächshaus eine Gurkenpflanze und eine Zucchini zu kaufen. Im letzten Jahr hatten wir schöne Zuchterfolge.

Drei Tage später spricht meine Frau frustriert von „teurem Schneckenfutter“. Ich bin etwas verwirrt und weiß nicht, was sie meint. Die „Nacktschnecken“ hätten „ganze Arbeit“ geleistet. Von ihren liebevoll gesetzten Pflanzen wären nur noch die Stängel übrig. Die „Spanische Wegschnecke“, so lerne ich, wurde erst in den siebziger Jahren zu uns nach Deutschland eingeschleppt. Sie hat wenige natürliche Feinde. Igel verschmähen sie wegen des bitteren Schleims, und sie breitet sich explosionsartig aus, da als Zwitter sich jede Schnecke mit jeder paaren kann.

Bei uns hat noch kein „Gegenmittel“ geholfen, von Jahr zu Jahr wird es scheinbar schlimmer. Gesellschaftlicher Kahlfraß Wenn ich derzeit über gesellschaftliche Entwicklungen nachdenke, fühle ich wie mit unserem Garten. Es ist wie „Kahlfraß“, nur noch die Stängel bleiben übrig. Was haben wir uns da eingeschleppt? Das mag zurzeit noch nicht so umfassend sichtbar sein, aber es wird der Zeitpunkt kommen, wo wir es an der fehlenden Frucht spürbar erkennen werden. Gott? Warum sollen wir uns um ihn kümmern? Ehe zwischen Frau und Mann? Warum sollte sie eine Sonderstellung haben? Alles wird beliebig! Eine Gesellschaft, die nicht mehr auf Gottes Ordnungen ausgerichtet ist, zersetzt sich selbst und wird immer orientierungsloser.

Und gemeindlich?

Wir als Christen schauen gerne und schnell auf die Sünden „der Welt“ und vergessen dabei, dass in Gottes Augen negatives Reden gegen Geschwister, das in manchen Gemeinden immer wieder gerne praktiziert wird, Neid untereinander, Gier und Geiz in Gottes Augen sündig sind, wie das, was wir „der Welt“ ankreiden. Nacktschneckenfraß innerhalb der eigenen vier Wände!

„Weist den nicht ab, der vom Himmel her zu euch redet“, heißt es in Hebräer 12. Das gilt für unser Volk, das gilt für die Gemeinde. Zum Ende der Zeiten hin, so wenige Zeilen weiter, werden starke Erschütterungen kommen, die Bibel spricht deutlich von Gericht. Darf man solche Worte heute noch in den Mund nehmen?

Oder darf man etwas als „falsch“ oder „sündig“ bezeichnen? Schnell sieht man sich dem Vorwurf der Intoleranz ausgesetzt. Du „diskriminierst“, bist „fundamentalistisch“, bist „lieblos“. Aus Furcht vor Konsequenzen halten die einen lieber den Mund, die anderen blasen in ein anderes Horn und heißen unterschiedslos alles für gut – und segnen es. Und die dritten haben kein anderes Thema mehr als die Sünden „der Welt“ aufzudecken und die eigenen zu kaschieren. Kahlfraß, Orientierungslosigkeit und Resignation machen sich breit.

Hoffnungslos? Nein!

Gibt es einen Ausweg aus der Resignation? Wenige Meter neben den Gurkenstängeln steht unsere Yucca-Palme. Wir mussten bei ihr wegen Lausbefall alle Blätter radikal zurückschneiden. Das habe ich mutig getan, auch ein Kahlschlag. Doch munter sprießen schnell viele (!) neue Triebe. Ich bin begeistert! Der am Wasser gepflanzte Baum (Psalm 1) bringt viel Frucht. „Neues sprosst auf, erkennt ihr es denn nicht“, sagt der Prophet Jesaja.
Auch das erlebe ich in unserem Land: Gott wirkt. Neues geistliches Leben in Gemeinden und kleinen Zellen, unter den jungen Leuten, im persönlichen Leben – ermutigende neue Zweige sprossen auf. Gemeinden beginnen mit neuen Gottesdiensten!
Klasse!

Ich mache Mut, verantwortlich, mutig, inspiriert und zukunftsorientiert zu leben! Wenn wir durch Jesus keine Hoffnung haben, wer soll sie dann vermitteln? Das göttliche Leben ist stärker als der gesellschaftliche Kahlfraß!

Erschienen in GB 2013/08