Verantwortung wahrnehmen und Freiheit gestalten – mit Rücksicht auf den Nächsten

© Foto: Anastasiia Chepinska / unsplash.com – Ich veröffentliche die Erklärung hier in meinem Blog, da ich anderen Entstehung mit beteiligt war.

Gedanken zu Herausforderungen für Christen in Frei-/Kirchen, Gemeinden, Werken und Verbänden in der gegenwärtigen Corona-Krise:

  1. Wir glauben an den lebendigen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der zu jeder Zeit die Welt in seiner Hand hat. Weil er die Situation der Corona-Krise überblickt und ein „Backofen voller Liebe“ (Martin Luther) ist, wollen wir nicht Angst und Sorge, sondern Hoffnung verbreiten und das Evangelium verkündigen. Wir fordern Christen auf, durch ihr gelebtes Gottvertrauen andere zu ermutigen, dieses Vertrauen zu wagen.
  2. Der gemeinsame Auftrag unserer Frei-/Kirchen, Gemeinden, Werke und Verbände ist es, Raum für geistliches Leben zu eröffnen, versöhnende Zeichen zu setzen und auch in der Krise mutig neue Wege zu gehen und Orte anzubieten, wo Menschen Gemeinschaft und Orientierung finden können.
  3. Wir sind dankbar, dass das Grundgesetz das Grundrecht der „ungestörten Religionsausübung“ gewährleistet. Dieses Grundrecht gewinnt gerade in Krisenzeiten an Bedeutung. Menschen suchen in Zeiten großer Verunsicherung und Existenzängste Trost und Halt, zum Beispiel in Gottesdiensten. Wir wollen achtsam mit diesem Grundrecht umgehen, auf geltende Ordnungen achten und auf keinen Fall durch Leichtfertigkeit zu einer verstärkten Corona-Verbreitung beitragen.
  4. Wir glauben, dass es elementar wichtig ist, die geistliche Dimension der gegenwärtigen Lage zu thematisieren. Darum ermutigen wir unsere Mitchristen zum Verzicht auf Aktionismus und zu mehr Gelassenheit, Tiefgang, Besinnung und Ausrichtung auf Jesus Christus. Christen haben Hoffnung, die über das natürliche Leben hinausgeht.
  5. Wir sind davon überzeugt, dass gesundes geistliches Leben in Gemeinden, die für einige Zeit ihre Aktivitäten zurückfahren müssen, sich nicht durch eine Pandemie ersticken lässt. Wir unterstützen Kreativität und die Entwicklung von digitalen Kommunikationswegen, die virtuelle geistliche Angebote ermöglichen, und ermutigen, neue Formen des Gemeindelebens zu entdecken.
  6. Eine Situation, wie sie durch das COVID-19-Virus weltweit entstanden ist, bringt es mit sich, dass sich am Ende nicht alle Corona-Maßnahmen als richtig und notwendig herausstellen. Insbesondere die Maßnahmen, die Grundrechte betreffen, brauchen Diskussion in der Gesellschaft und Entscheidungen der Parlamente. Wir sind dankbar für politische Verantwortungsträger, die ernsthaft bemüht sind, die Bürgerinnen und Bürger durch Reduzierung der zwischenmenschlichen Kontakte zu schützen. Dieses Bemühen unterstützen wir durch die entsprechende Gestaltung des Gemeindelebens.
  7. Angesichts der Komplexität der Herausforderungen hüten wir uns vor leichtfertiger Kritik. Wir wollen durch Respekt gegenüber den Verantwortlichen und durch vermehrtes Gebet „auffallen“. Wir weisen Verschwörungstheorien und unsolidarische Verhaltensweisen ausdrücklich zurück. Vielmehr fordern wir Christen heraus, durch ihr Reden und Verhalten versöhnend in unsere Gesellschaft hinein zu wirken.
  8. Wir rufen unsere Mitchristen zum Gebet für und zu besonderer Verbundenheit mit den Betroffenen der Pandemie auf. Wir wollen die Zeit nutzen zu mehr Barmherzigkeit Menschen gegenüber, die wegen dieser extremen Lage wirtschaftlich, sozial und psychisch leiden. Wir fordern Christen auf, diesen Menschen durch praktische Hilfe und konkrete Zuwendung die Erfahrung von Gottes Liebe zu ermöglichen.

6. November 2020

Initiativgruppe (verantwortlich für die Verfassung des Textes):

  • Dr. Heinrich Derksen, Schulleiter am Bibelseminar Bonn, Leiter des Forum evangelischer Freikirchen
  • Matthias Frey, Stellvertretender Vorsitzender des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes
  • Frank Spatz, Generalsekretär Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband
  • Christoph Stiba, Generalsekretär der Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen                                
  • Volker Ulm, Präses im Bund evangelischer Gemeinschaften
  • Frank Uphoff, Vizepräses Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP)
  • Ekkehart Vetter, Erster Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland
  • Siegfried Winkler, Zweiter Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland

Mit-Unterstützer:

  • Peter Bregy, Generalsekretär des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden
  • Oberst Hervé Cachelin, Leiter der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen
  • Oberstin Deborah Cachelin, Territoriale Präsidentin der Heilsarmee für Frauenarbeit
  • Theodor Clemens, Bischof der Brüder-Unität (Herrnhuter Brüdergemeine)
  • Daniel Dallmann, Schatzmeister des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden
  • Dr. Jörg Dechert, Vorstandsvorsitzender ERF Medien
  • Jochen Geiselhart, Vorsitzender Foursquare Deutschland
  • Klaus Göttler, Generalsekretär des Deutschen EC-Verbandes
  • Ralph Habener, BFP-Regionalleiter Hessen
  • Uwe Heimowski, Beauftragter der Evangelischen Allianz in Deutschland beim Deutschen Bundestag und der Bundesregierung
  • Alexander Hirsch, Gesamtleiter Anskar-Kirche Deutschland, Evangelische Freikirche
  • Ansgar Hörsting, Präses Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland
  • Ingo Hunaeus, Bezirkssuperintendent Kirche des Nazareners Deutschland
  • Lars Jaensch, BFP-Regionalleiter Schleswig-Holstein
  • Johannes Justus, Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden
  • Rainer Klinner, Ältestenratsvorsitzender des Freikirchlichen Bundes der Gemeinde Gottes e.V.
  • Daniela Knauz, Referat Frauen und ältere Generationen im Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland
  • Samuel Krauter, Präses des Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden
  • Oberstleutnant Hartmut Leisinger, Verwaltungsdirektor der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen
  • Mara Massar, BFP-Vorstandsmitglied und Pastorin CZ Celle
  • Ivan Masalyka, BFP-Regionalleiter Bayern-Süd
  • Jens-Oliver Mohr, Vizepräsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Süddeutschland
  • Dieter Mundt, BFP-Regionalleiter Baden-Württemberg
  • Michael Noss, Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
  • Harald Rückert, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland
  • Dr. Reinhardt Schink, Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland
  • Klaus Schmidt, Direktor Evangelische Gesellschaft für Deutschland
  • Johannes Schneider, Leiter der Ecclesia Kirchen und Direktor des Theologischen Seminars Erzhausen
  • Klemens Walser, BFP-Regionalleiter Weser-Ems
  • Egbert Warzecha, BFP-Regionalleiter Nordrhein-Westfalen
  • Andreas Wenzel, Geschäftsführer Word of Life Europe e.V.

PDF-Datei der ERklärung: http://www.ead.de/fileadmin/DEA_Allgemein/Stellungnahmen/2020-11-07_Erklaerung_zur_Corona-Krise.pdf

ROYAL RANGERS: Enorme Stärke im Distrikt Ost sichtbar!

Royal Rangers sind ein idealer Weg, um Gemeinden zu gründen und zu stärken. Davon ist Royal Rangers Bundesleiter, Peter Lehmann, überzeugt „Royal Rangers ohne Gemeinde, das gibt es nicht!“ Das predigt er unermüdlich seinen Mitarbeitern, auch an diesem Wochenende.

Diesmal in Dahme, 100 km südöstlich von Berlin. Wir sind auf dem RR-Großseminar Ost, ich bin für zwei Seminare eingeladen. Luckau-Uckro heißt der Bahnhof, wo ich ankomme. Nie vorher gehört, um ehrlich zu sein. Über 100 Stammleiter, dazu Teamleiter und Helfer sind zusammengekommen. Auch der Bundesleiter persönlich ist angereist, um hier vor Ort mit zu dienen und zu prägen. Trotz Corona.

Distriktleiter Volker Kruse aus Stralsund, besser bekannt als „Papa Bär“, heißt mich herzlich in Brandenburg willkommen. In Berlin, wo das Seminar geplant war, hatte das Gesundheitsamt nicht mitgespielt und so musste man kurzfristig umdisponieren. Eigentlich ist das „Missionswerk Josua“ ein idealer Ort für solche Aktionen, das Schutzkonzept des Hauses wird umgesetzt. Alles findet draußen statt, der leichte Regen schwächt weder den Lobpreis noch die guten Gespräche am Lagerfeuer. Essen gibt es aus der Gulaschkanone, Schlange stehen mit Abstand, am Ende des Seminars bin ich allerdings leicht durchgefroren.

Seminar in Dahme: „Identität, Integrität und Autorität eines Leiters“.

In 17 Seminaren werden die Mitarbeiter weitergebildet. Ich spreche über „Identität, Integrität und Autorität eines Leiters“. In zwei Blöcken sind jeweils 20 dabei, viele sind vom Thema sehr berührt. Auch Themen wie Mentoring, Bauwerke, Kochen und Erste Hilfe werden angeboten. „Wie ist das Verhältnis zwischen Rangers und Gemeinde“, will ich in meinem Seminar von der Basis wissen. Bei „ausgezeichnet“ gehen die meisten Hände hoch, aber einige sind auch nicht davon überzeugt. Hier müssen wir weiter dranbleiben.

Breit ist die Arbeit im Osten aufgestellt, das freut mich zu sehen. Kai Häveker ist in der Nähe von Schwerin als vollzeitiger RR-Missionar tätig und gründet Stämme und Gemeinde(n). Die Breite ist auch einer engen Kooperation über den Tellerrand des BFP hinaus zu verdanken. Ob freie charismatische Gemeinden, Baptisten oder die Heilsarmee, alle sind hier vertreten. Die Ranger wirken verbindend. Und das ist besonders im Osten ein echter Zugewinn, wird mir hier sehr klar.

„50 Jahre hatte ich keine Ahnung von Gott und Jesus,“ sagt mir D., der früher im Braunkohletagebau gearbeitet hat und sich jetzt als Helfer um das Material der Rangers in einem Stamm kümmert. Beim Abendessen kommen wir ins Gespräch. In der Zeitung hätte er von den Rangers gelesen und sei mit seinem Sohn dort hingegangen. Und dann habe man ihn auch gefragt, ob er nicht helfen wolle. Na klar, warum nicht? Ob er denn sein Leben schon bewusst Jesus anvertraut habe und fest Teil der Gemeinde sei, will ich ungeniert wissen. Das wäre alles noch so neu und frisch für ihn, aber in ihm habe ein Prozess angefangen. Zum Schluss beten wir gemeinsam, D. ist sichtlich berührt.

Wie gut, dass es die Royal Rangers gibt – nicht nur in Ostdeutschland!

Frank Uphoff

Fotos: Royal Rangers PR

JAMI/VEF-Symposium: Das Sagen hat der Geist – wirklich?

Es war das zehnte Symposium dieser Art: Vertreter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und des  (katholischen) Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik trafen sich in dieser Woche in Paderborn, um über das Wirken des Heiligen Geistes zu diskutieren.

Als Vertreter des BFP waren Vizepräses Frank Uphoff und BFP-Vorstandsmitglied Dr. Bernhard Olpen anwesend und brachten jeweils ihre Beiträge. Andere freikirchliche Beiträge kamen von Vertretern der Baptisten, Methodisten und der FeG.

Podiumsdiskussion

In einem Podiumsgespräch mit Vertretern von Kirchenleitungen (Bischof Gerhard Feige, Präses Ansgar Hörsting und Stv. Präses Frank Uphoff) wurde die Frage besprochen, welche Rolle das Wirken des Heiligen Geistes in den Diensten der Kirchenleitungen spielen würde. Frank Uphoff betonte die Wirksamkeit der Gaben des Heiligen Geistes auch heute und ermutigte seine Gesprächspartner, dem Wirken des Heiligen Geistes Raum zu geben. Mehr über diese Veranstaltung ist nachzulesen bei der Ev. Nachrichtenagentur IDEA. (https://s.idea.de/6x)

Bernhard Olpen betonte, dass der Empfang von Kraft und Ausrüstung zum Dienst in einer der Wiedergeburt folgenden Geisterfahrung nach wie vor tragende Säule der pfingstlichen Verkündigung ist. Damit verbindet sich auch die Hoffnung und Erwartung, dass unser Glaubenszeugnis nicht nur in Worten, sondern eben auch in „Erweisung des Geistes und der Kraft“ (1.Kor. 2,5) möglich ist.

Intensiver Austausch über das Wirken des Geistes

Prof. Dr. Thönissen (Lehrstuhlinhaber/Prof. für Ökumenik und Dogmatik an der Katholischen Fakultät der Uni Paderborn) erklärte das Verhältnis von Amt und Charisma. Dabei stellte er klar, dass nach katholischer Lehre die vielfältigen Gaben des Geistes allen Christen verheißen sind und den sogenannten „Amtsgnaden“ voraus gehen, also grundlegender sind.

Hans Gasper, ehemaliger Sekretär für Ökumenefragen der deutschen Bischofskonferenz (DBK), beschrieb die Spannung des Pfingstlich-Katholischen Dialogs, an dem er jahrelang teilgenommen hat, so: „Katholiken befürchten, dass Pfingstler das Wirken des Geistes ausschließlich mit Erfahrungen gleichsetzen und Pfingstler befürchten, dass Katholiken das Wirken des Geistes ganz an die Sakramente binden.“

Uwe Swarat, baptistischer Prof. für Systematik und Dogmatik in Elstal, bezog sich bei der Behandlung des Themas Geisterunterscheidung in der Katholischen Kirche auf den kath. Theologen Karl Rahner. Rahner unterscheidet in Anlehnung an die Exerzitientradition drei Wege, wie wir Gottes Stimme erkennen können. Er bejaht dabei als wichtigste Ebene eine unmittelbare, geistgewirkte Erfahrung, die der pfingstlichen Vorstellung sehr nahe kommt.

Als besonders wertvoll wurde von den Teilnehmern die Offenheit und Klarheit im Umgang miteinander gelobt, wobei unterschiedliche Sichtweisen nicht ausgespart wurden.

(up / bo)

Foto v. l.: Frank Uphoff, Burkhard Neumann, Ansgar Hörsting, Jürgen Stolze, Gerhard Feige. Foto: Johannes Oeldemann

Wenn Sarah der Hagar die Füße wäscht …

… und sie mit ihren Haaren trocknet, dann kann das schon zu Tränen rühren.

Global Gathering, Jerusalem im November 2016 – das ist eine fünftägige Konferenz der besonderen Art. Die Chinesen bilden mit an die 2000 Personen die eindeutige Majorität der etwa 4000 Teilnehmer aus über 60 Nationen. Und sie prägen die Atmosphäre. Als am Mittwochabend die Tontechnik für eine geraume Zeit komplett ausfällt, sind sie es, die durch ihren spontanen Gesang und ihre Gebete den Konferenzgottesdienst in eine geistliche Intensität hineinführen, auch ohne Technik, ganz wie in China. Und wenn sie gemeinsam mit lauter Stimme und ohne Vorgaben für Israel beten, ist es, als würde die Halle beben.

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Diese Konferenz ist eben nicht gewöhnlich. Sprecherliste? Zeit- und Ablaufplan? Fast komplett Fehlanzeige! Fast alles geschieht aus dem Augenblick heraus. „Wir möchten nicht verpassen, in welche Richtung der Heilige Geist uns führt“, sagt David Demian (Kanada), der Initiator und Leiter dieser Gatherings (das vorletzte fand im Oktober 2015 in der Münchner Olympiahalle statt). Im Hintergrund agiert ein mehrhundertköpfiger internationaler Beirat, mit denen sich Demian vor jeder Veranstaltung austauscht, um Klarheit über die Richtung zu bekommen. Zu diesem Beirat waren auch meine Frau und ich eingeladen.

Starke Gabe in seiner Persönlichkeit

Demian hat eine starke Gabe, die Versammlungen in dieser Art zu leiten – und ist bereit dabei auch Fehler zu machen. Mit einer Seelenruhe liegt er flach auf der Bühne und wartet auf innere Führung oder er spaziert während der jeweils fast vierstündigen Versammlungen durch den Saal, während auf der Bühne vielsprachiger Lobpreis, unterstützt durch eine ausdrucksstarke etwa 20-köpfige Tanzgruppe, läuft. Vor der Bühne ist ein großer Platz freigelassen, wo Hunderte ausgelassen hüpfen oder tanzen.

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Auf der Leinwand erscheinen die Liedtexte in bis zu sechs (!) Sprachen gleichzeitig. Die Einheit der Christen aus verschiedenen Nationen findet besondere Beachtung. Und hier wiederum ist die Beziehung zwischen messianischen Juden und den arabischen Christen „im Land“ ein wichtiges Thema. Unter großer Bewegung wäscht eine messianische Jüdin, die sinnbildlich Sarah genannt wird, einer arabischen Christin, die Hagar genannt wird, die Füße und trocknet diese dann mit ihren Haaren. „Ich bitte dich um Vergebung für alles, was wir dir angetan haben. Ich will dir in Liebe dienen“. Manche müssen sich die Tränen wegdrücken – ich auch.

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David Demian gelingt es immer wieder, durch zeichenhafte Handlungen die Konferenz auf essentielle Themen zu fokussieren. Immer wieder führt das in starke Gebetszeiten, die sich meistens auf nationale oder globale Anliegen beziehen, wie zum Beispiel die Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea. Hier werden besonders die Deutschen zum Gebet eingeladen.

Starke deutsche Delegation

Die deutsche Delegation umfasst etwa 250 Personen, die unabhängig voneinander nach Israel gekommen sind. Ich treffe viele mir bekannte Gesichter, aber auch neue, wobei das Spektrum von Landeskirchlern, Katholiken über die Freikirchen bis hin zur charismatischen Bewegung reicht. Über die Konferenzarmbänder kann man sich selbst in der Altstadt von Jerusalem identifizieren – und mit viel Liebe begegnen. Das ist ein weiterer starker Aspekt der Konferenz: eine herzliche Liebe über Nationalgrenzen hinweg.

Eingeborene, jesusgläubige Stammesführer in Tracht aus Samoa (Südpazifik) leisten durch ihre Art der Anbetung und des Feierns einen besonderen, teilweise gewöhnungsbedürftigen Beitrag zur Konferenz. Unter anderem breiten sie Muschelketten, Teppiche und andere Gaben aus, die sie als „Geschenke für Jerusalem“ mitgebracht haben.

Den Gläubigen aus den Nationen vertrauen

Und dann noch ein bewegender Moment: Der messianisch-jüdische Pastor Asher Intrater (reviveisrael.org) wird gebeten, auf der Bühne eine Krone sinnbildlich für Jesus, den Messias, mit den Händen hochzuhalten. Spontan heben die samoanischen Stammesführer ihn auf ihre Schultern. „Ihr als Juden habt uns getragen, jetzt tragen wir euch messianische Gläubige.“ Später kommen Christen aus anderen Nationen, besonders aber Araber und Deutsche, um die Arme des jüdischen Pastors zu stützen, damit diese nicht sinken. Ohne jegliche Hektik zieht sich dieser Teil etwa 45 Minuten hin, im Saal entwickelt sich eine Atmosphäre von Jubel und Feiern, viele knien lange Zeit auf dem Boden, beten, weinen, rufen zu Gott. Asher Intrater berichtet später, wie es für ihn und die messianischen Juden wichtig ist, den Gläubigen aus den Nationen  vertrauen zu können.

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China kommt zurück nach Jerusalem

Diese Botschaft, dieses Anliegen der chinesischen Christen, haben wir verstanden – schon vor der Konferenz. Hier wird es besonders deutlich sichtbar, unterstützt von einer großen Gruppe von Koreanern. Überall treffen wir die Chinesen, reden mit ihnen, beten mit ihnen gemeinsam, auch noch nach der Konferenz in den Straßen von Jerusalem und Tel Aviv. „Uns liegt Israel besonders auf dem Herzen“, bekennen sie. Und ihr Gebet, ihre Hingabe spricht diese Sprache überaus deutlich.

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„Judenmission“, der Tempelberg und die UNESCO

Auch diese aktuellen Themen haben auf der Konferenz ihren Platz, nicht politisch, wie Demian betont, aber geistlich. Eindeutig ist das Bekenntnis, dass die Botschaft des Evangeliums von Jeschua Hamaschiach (Jesus Christus) zuerst den Juden gegeben wurde und sich daran nichts geändert hat. Und im Gebet wird die Rolle des Tempelbergs als Ort der Verherrlichung für den wiederkehrenden König Jesus mit eindeutiger und klarer Beziehung zur jüdischen Geschichte betont, anders als die UNESCO es wenige Tage vorher ausgedrückt hatte.

Mein Fazit

Für eine Konferenz mit einer langen Rednerliste, wäre ich vermutlich nicht nach Jerusalem geflogen. Aber diese Art, auf Gott zu hören und zu warten, die teilweise gewöhnungsbedürftig ist, aber Jesus so unzweideutig in den Mittelpunkt stellt, gefällt mir und spricht mich an – und macht mir Mut auch für Deutschland.

Und wir lieben es, immer wieder dort zu sein, wo unser Herr und bester Freund gelebt hat!

Die komplette Konferenz ist auf youtube oder watchmen.org frei verfügbar.

„Menschen sind uns wichtig“

Hillsong-Konferenz in London

IMG_2645Die große Londoner O2-Arena habe ich bei meinen bisherigen Besuchen an der Themse immer nur aus dem Fenster der DLR (S-Bahn) gesehen. In dieser Arena aber mit über 20.000 Geschwistern gemeinsam und international Jesus zu feiern, ist etwas ganz Besonderes.

Hillsong rockt das Haus! Ganzseitige Anzeigen in Londoner Abendzeitungen lassen die ganze Stadt wissen, was hier los ist. Brian Houston, Senior-Pastor von Hillsong Sydney, ist der Gastgeber, setzt immer wieder Akzente, leitet, motiviert. Hillsong London ist die ausführende Gemeinde, über 3000 freiwillige Mitarbeiter haben sie an den Start geschickt, am ersten Abend können sie gar nicht alle Freiwilligen einsetzen, höre ich.

IMG_2574Hillsong, das ist wesentlich mehr als Musik. Das ist Gemeinde, das ist Vision, das ist Identität. „Das sind vor allem Menschen, die zuhause ankommen sollen“, erläutert Freimut Haverkamp, der den deutschen Zweig des Hillsong Netzwerks leitet. Das gehört zu den wesentlichsten Werten ihrer Gemeindekultur. Und das merkt man. Freundliche Mitarbeiter an den Türen halten diese auf, helfen, lächeln. Im Foyer der O2-Arena wird jeder Gast einzeln oder jede ankommende Gruppe unermüdlich mit LaOla-Wellen im Spalier willkommen geheißen.

Deutschland ist in diesem Jahr auf dem zweiten Platz und hat damit die Norweger überholt. Über 1000 Teilnehmer sind angereist, viele aus dem BFP. So treffe ich so manche Kollegen und Freunde. Hillsong Deutschland mit seinen derzeit zwei Standorten in Konstanz und Düsseldorf gehört selbst auch zum BFP.

IMG_2516Hillsong vermittelt ein starkes „Wir-Gefühl“, die Predigen sind klar und klassisch wortorientiert. Obwohl er aus einer anderen Generation kommt und mehr deren Predigtstil repräsentiert, gelingt es Brian Houston, die jüngere Generation abzuholen. Das gefällt mir. Die Themen sind eher typisch für eine Glaubenskonferenz, weniger eine Leiterkonferenz.

Sie motiviert und inspiriert stark. Ich habe mir festgehalten, welche positiven Momente ich für mich persönlich, aber auch für die Gemeinde und den BFP mitnehmen kann. Vieles inspiriert mich sehr.

Etliche aus Deutschland sind in Gruppen aus Gemeinden da. Gemeinsam erlebt, können die Impulse solch einer Konferenz richtig etwas bewegen, ohne dass man zum Kopierer wird.

Gut, dass es Hillsong gibt!

Viel mehr als nur ein „Ausflug“

Samstagmorgen, 4 Uhr. Per Telegram meldet sich A., dass er sich um fünf Minuten verspäten würde. Halbschlafend packe ich meine Sachen. Unser Gemeindebus ist zu diesem Zeitpunkt bereits voll mit sieben unserer Flüchtlinge plus A.. Unser Ziel ist das Ruhrgebiet. A. hat leichte Michael-Schumacher-Gene und so brausen wir mit vollbesetztem Bus gen Norden. Ich bin sehr begeistert über unseren neuen weißen Gemeindebus. Der fährt selbst mit neun Leuten wie eine Rakete und verbraucht überschaubar Diesel! Richtig gut!

In Essen treffen A. und ich zu Mittag mit Pastor Siamak zusammen, dem Leiter einer freien charismatischen persischsprachigen Gemeinde (www.elam-aliv.net). Er ist ein bemerkenswerter Diener Gottes und erreicht mit seinem Internetkanal Hunderte von Persern in der ganzen Republik und weltweit. Das Gespräch ist sehr tiefgehend und wichtig. Unsere Herzen begegnen sich.

youtube Am Sonntagnachmittag sind wir im Elam-alive-Gottesdienst, eine interessante Mischung aus Lokalgemeinde und Internet-Gemeinde, höchst bemerkenswert und interessant. Der Gottesdienst ist auf Youtube verfügbar, ab etwa 1:30 kommt meine Predigt.  https://youtu.be/Rc8U7QNGL_w

Pastor Siamak macht einen sehr gesegneten Dienst unter den Iranern. Gott bestätigt das, lokal und weltweit. Via Internet macht er mit Iranern Bibel- und Leiterkurse. Daran nimmt auch unser A. teil. Deswegen wollte ich den Pastor gerne face2face treffen.

Aber zurück zum Samstag. Nach dem Treffen in Essen und einem kleinen Stadtspaziergang besuchen wir kurz die Stadt Bochum. Auf einem Straßenfest treffen wir einige Iraner, die dort singen, was bei unserer Gruppe für große Freude und Aufregung sorgt.

Weiter geht es nach Lünen. Dort werden wir am Abend in der russlanddeutschen Gemeinde „Gottes Wort“, herzlichst mit einem opulenten Grillfest empfangen. Die Gemeinschaft ist toll. Die russlanddeutsche Gemeinde Bochum hat mittlerweile drei Filialen, eine davon hier in Lünen, eine vierte wird gerade in Unna aufgemacht. Ich bin echt begeistert, wie deren Pastor Ivan Stukert unterwegs ist und neue Gemeinden gründet. In Lünen haben sie eine ehem. neuapostolische Kirche gemietet. Hier übernachten wir auch. Die Gemeinde hat extra Matratzen und Bettwäsche herangeschleppt, um uns den Aufenthalt angenehm zu machen. Das ist echt vorbildlich!

ausflug02Am Sonntagmorgen im Gottesdienst dienen unsere Perser dort. Das ist stark und klasse. Gesang, Zeugnisse, Gebete – RICHTIG gut. Ich bin einfach total dankbar, das erleben und begleiten zu können.

Nachdem Essen als Stadt für uns eher enttäuschend gewesen ist, will ich den Flüchtlingen noch etwas von Deutschland zeigen. „Wir wollen Frankfurt sehen“, stimmen sie für eine meiner Optionen. So erreichen wir Frankfurt am Sonntag gegen 23 Uhr, besuchen den Römer, den Eisernen Steg und flanieren über die Frankfurter Zeil. Zum Schluss nutzen wir die Rabatt-Gutscheine zu einem Festmahl um Mitternacht bei Mc Donalds. „Wir haben immer Hunger“, sagt Saeed und schiebt sich den zweiten BigMac rein. Er und Ali müssen am Montagmorgen um 8:00 Uhr schon wieder im Sprachkurs sein!

Um 5:30 Uhr am Montagmorgen sind wir wieder in München, nachdem ich beim Abliefern alle Camps kennengelernt habe, in denen unsere Freunde wohnen.

Das war wirklich „mehr als ein Ausflug“.

(up)

„Ihr Pfingstler habt einen wichtigen Schlüssel von Gott…“

2016_03_reko01„Ich kenne Gemeinde, wo man mit einer Gitarre den Lobpreis leitet, ich kenne aber auch Gemeinde mit fünf Lobpreisteams, Technikern und Beamerteam“. Stefan Striefler, VMeC-Pastor in Nördlingen und Aalen, brennt für die junge Generation. „Die dritte Generation einer Bewegung ist entscheidend“, fordert er die 135 Teilnehmer des Pastoren- und Leitertages der BFP-Region Bayern-Süd heraus. „Diese kennt geistliche Erfahrungen teilweise nur vom Hörensagen, aber bei ihr ist eine große Sehnsucht vorhanden!“

Füssen. Schloss Neuschwanstein liegt an diesem Samstagmorgen im Nebel, Schnee ist noch ausreichend vorhanden. Hier ist eine der „südlichsten“ BFP-Gemeinden zu finden. In den vergangenen 19 Jahren hat sich „von null“, u.a. durch Straßenkirchen-Missionar Even Grün(d)er, ein geistliches Zentrum entwickelt, das heute unter Leitung von Jean-Christof Nadon seine Ausstrahlung in das ganze Allgäu hinein hat. In der ehemaligen Textilweberei befinden sich die Gemeinderäume der Christlichen Glaubensgemeinde. Heute kommt die BFP- Region Bayern-Süd hier zusammen.

Die Teilnehmer des Leitertages sind hochmotiviert. Das spürt man schon im Lobpreis. Regionalleiter Jörg Delekta begrüßt die Pastoren und Leiter. Stefan Striefler spricht über die junge Generation, die  wieder stärker geleitet werden will. „Es ist eine Sehnsucht in der jungen Generation da, mehr im Übernatürlichen mit Gott zu erleben“, ist er überzeugt. „Es braucht apostolische Väter, die junge Leute in eine übernatürliche Dimension des Heiligen Geistes hineinführen. 12 Männer und ein apostolischer Vater bewegen mehr als 120 Männer ohne diesen. Suche in deiner Gemeindearbeit nicht den „gemeinsamen Nenner“ sondern die „maximale Multiplikation“, betont er.

Die Chancen des Gemeindebaus durch den Dienst an Kindern zeigt Febe Olpen in ihrem Beitrag auf. „Wenn du von den guten Taten Gottes in deinem Leben den Kindern erzählst, werden sie begeistert sein – und du brauchst kein Materialheft“, davon ist die Leiterin des BFP-Kinderforums überzeugt.

Segnungszeit, Fürbitte, Impulse zur Gemeindegesundheit und Gemeindeneugründung und eine sehr deutlich positive Probeabstimmung für das BFP-Finanzkonzept der Zukunft. Es geht Schlag auf Schlag.

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Zum Schluss kommt Gerhard Kehl (Vater des „Gipfeltreffens“ Anfang Mai in Füssen) von der Jordan-Stiftung aus Kempten und übergibt Regionalleiter Jörg Delekta einen übergroßen Schlüssel. „Ihr als Pfingstler habt einen Schlüssel von Gott, um ein entscheidender Faktor für Erweckung in Deutschland zu sein. Nutzt ihn entsprechend!“

Was für eine ermutigende Tageskonferenz in Bayern-Süd!

Starke Impulse für Kopf, Herz, Seele und Geist

Samstag, 13. Februar, 15:47. ICE 881 von Hannover nach München, einziger freier Sitzplatz: Fußboden, Holzklasse! Nicht der beste, aber auch nicht der schlechteste Platz, um über die letzten Tage zu reflektieren und diesen Artikel zu schreiben …

Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek
Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek

Da sitze ich nun, nicht nur sprichwörtlich, in der ersten Reihe, mit mir 9.500 andere LeiterInnen und Mitarbeiter in der TUI-Arena. Zum ersten Mal auf einem Willow-Creek-Kongress, eingeladen vom Willow-Vorstand, haben wir hier, im Gegensatz zur Bahn, reservierte Plätze, ganz vorne. So bekomme ich alles „hautnah“ mit, Mitarbeiter, die präzise die Aktentasche, die Bill Hybels bei der Predigt braucht, auf die Bühne stellen, das Worship-Team zum Anfassen und eine Christine Caine von Hillsong Australien, die voll quirligem Leben fast von der Bühne springt.

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Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek

Willow-Kongress, das ist eine Mischung von „Futter“ für den Kopf, das Herz, die Seele und den Geist. Exzellent aufbereitete Leiterthemen für den Kopf, die mich in meiner Aufgabe als Leiter richtig voranbringen können (wenn ich sie denn nur umsetze), emotionale Momente, die der Seele gut tun, tiefgehende Impulse, die meinen Geist berühren, Gebet, das von Herzen kommt und zu Herzen geht – und Musik die abholt und mich mitreißt.

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Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek

Einmal fällt auch hier das Funkmikro aus – so, wie in den meisten BFP-Gemeinden, aber das Niveau, die Leitung der Veranstaltungen ist von durchgehend hoher Qualität. Willow – Erfolgsmodell ohne Fehler? „Keineswegs“, lacht Bill Hybels, Pastor der Großgemeinde aus Chicago. Und dann öffnet er sein Herz, spricht offen über sein Versagen, seine Fehler – und seine Ängste. „Ich bin kein Sklave der Furcht mehr“, erzählt er freimütig, wie er mit Hilfe von musikalischem geistlichem Input seine persönlichen Ängste überwinden konnte. Ein „erfolgreicher“ Leiter zum Anfassen. Schlicht und den Teilnehmern zugewandt sitzt er in der ersten Reihe der riesigen Arena, wird nicht als Mega-Star abgeschirmt. Man kann jederzeit zu ihm hingehen, und auch die anderen „Top-Redner“, die bis in höchste Wirtschaftskreise unterwegs sind, persönlich befragen – und das nutze ich reichlich! Immer wieder setzt Hybels Impulse, greift Fäden auf, leitet – ohne zu dominieren. Das tut gut.

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Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek

Willow bringt sie zusammen, sie „drücken“ sich herzlich – die „Gnadauer“ und die Pfingstler, so, als würden sie jeden Tag zusammen Gottesdienst feiern, die Landeskirchler und die Baptisten. Auf der Bühne haben der Sozialwissenschaftler Joseph Grenny und die Unternehmensberaterin Liz Wiseman aus dem Silicon-Valley genauso Raum, wie der katholische Gebetshausleiter Johannes Hartl (Augsburg), der ICF-Pastor Leo Bigger (Zürich) oder der evangelische Theologe Michael Herbst (Greifswald). Der bezeichnet besonders die Bekehrungen vieler Iraner in unserem Land als Riesen-Wunder. Amen. Recht hat er, finde ich.

Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek
Foto: © Thorsten Indra/ Willow Creek

Richtig voll und cool wird es, als 1500 Mitarbeiter vom Kinderplus-Kongress dazukommen und die BFP-Pfingstlerin Febe Olpen die Kongressmoderation übernimmt. Lothar Krauss, vom BFP aus im Willow-D-Vorstand, nimmt uns in die Mitarbeiter-Lounge zum Essen. Hier summt und brummt es, wie im Bienenhaus, fast 500 ehrenamtliche Mitarbeiter zählt man. Das Angebot an Infoständen ist ebenso reichhaltig wie hochwertig!

Und immer wieder steht Jesus im Mittelpunkt, das Kreuz, das Wort Gottes und seine Autorität. Ja, das holt mich wirklich ab! Auch unser BFP-Präses, Johannes Justus, ist, trotz vollem Terminplan, an zwei Tagen da. Wertschätzend begrüßt er an die 150 von den über 300 BFP-Kongressteilnehmern am Freitagabend in der „ELIM“-Hannover. Neben „BFP-Vorstand zum Anfassen“ gibt es Reflexion, „was wir im BFP von Willow lernen“ können. Dazu Talk und Schnittchen. „Bei unseren Konferenzen haben wir auch noch „Luft nach oben““, findet Andy Sommer vom BFP-Vorstand.

17:30 Uhr, Würzburg. Der Zug leert sich – und ich ergattere einen Sitzplatz mit Tisch. So bin ich dreifach dankbar: für die wertvollen Erfahrungen und Impulse der letzten Tage, den Tischplatz – und die Steckdose.

„Wenn Jesus eine Schule gründet…“

Dr. Ingo Resch ist Verleger und Mitbegründer der Lukas-Schule, die in München an drei Standorten mehr als 1000 Schüler hat. Am Freitag hat er die „Weißwurscht“ selbst mitgebracht, von seinem Gräfelfinger Metzger, so erfahren wir, als wir in einer Runde von Pastoren, Mitarbeitern, Interessierten und Eltern das soeben vorangegangene Gebet mit der bayerischen Spezialität abschließen.

Lasst euch die „Weißwurst“ schmecken, sagt der „Zuagroaste“ Martin Wagner, Verwaltungsleiter der Lukas-Schule. „Weißwurscht“ heißt es bitte, wird aufmerksam verbessert. Die drei Schulleiter sind mit in der Runde und geben aktuelle Einblicke in die Arbeit – und die Herausforderungen der Schule. Viele Projekte schwirren den Verantwortlichen derzeit durch die Gedanken – die Schule soll weiter ausgebaut werden. Viel Gutes ist bereits geschehen. Sie ist eine staatlich anerkannte Privatschule.

Dr. Martin Brenner ist Schulleiter der Realschule. Ihn kenne ich noch gut von der ARCHE in Augsburg, wo wir einige Jahre gemeinsam unterwegs waren. Er spricht vor allem über das veränderte Lernverhalten und die damit verbundenen Aufgaben. Martin Wagner ist dankbar für das, was in den Lukas-Schulen gewachsen ist – und für das gute Miteinander mit den Gemeinden in München. „Leben lernen – glauben lernen“ ist das Motto der Schule.

Quelle: lukas-schule.de
Quelle: lukas-schule.de

Am Freitagmorgen treffen wir uns mit den Pastoren der Allianzgemeinden zum Gebet für die Lukas-Schule. Einmal im Monat, am ersten Freitag, beten wir gemeinsam für die Stadt München und die aktuellen Anliegen. Der Schwerpunkt war in den letzten beiden Jahren immer eine Gemeinde, in der wir uns getroffen haben, um für sie und ihre Arbeit zu beten. So ist ein ständiger Austausch vorhanden und ein Wahrnehmen der anderen Leiter und Gemeinden. Das ist uns im Miteinander ganz wichtig. Im kommenden Jahr wird das „Gebet in Gemeinden“ wieder zum „Turmgebet“, hoch oben auf dem Turm der Matthäuskirche.

Dank und die Anliegen der Lukas-Schule werden genannt. Besonders beten wir für die Integration und den Unterricht mit den Flüchtlingskindern. 11 sind derzeit integriert, verteilt über die ganze Schule. Besonders beachtenswert ist für mich die Mitteilung, dass die Lehrer sich jeden Morgen zu einer gemeinsamen Andacht treffen, um so in den (Schul-)Alltag zu starten. Wenn das keine gute Grundlage ist? Zum Schluss beten wir für die Leitung der Schule, zwei Personen stehen stellvertretend in der Mitte.

„Jesus hat die Lukas-Schule gegründet“, so jedenfalls tituliert Dr. Resch in seinem Buch, das an diesem Morgen erhältlich ist und die Geschichte der Schule widerspiegelt. Viel persönliches Engagegement hat zu dem beigetragen, was gewachsen ist. Aber ohne Jesus? Unmöglich. Deswegen ist der Buchtitel mehr als berechtigt. Dankbar gehe ich nach Hause, froh über das gemeinsame Gebet und dass wir so eine Einrichtung in der Stadt haben.

… und für die gute Gräfelfinger Weißwurscht….

„Ich bin nicht dein Schaukelstuhl gewesen“

Velbert-Langenberg ist nur ein eingemeindeter Vorort des legendären „Velbert“ – eine Stadt, die (man staune) keinen eigenen Bahnhof hat. Für mich als bekennenden Bahnfahrer also eine kleine Hürde via S-Bahnhof in Langenberg zur Regiokonferenz BFP-NRW zu kommen, auf der ich an diesem Samstag als Sprecher eingeladen bin.

Vorher bewundere ich aus dem Fenster des Regionalexpress die „Stelzen“ der Wuppertaler Schwebebahn, denke mit einem leicht verschlafenen Morgengebet an meinen Vorstandskollegen Friedhelm und die Wuppertaler CGW. Um 5:45 Uhr aus Erzhausen losfahren, das fällt auch mir nicht ganz leicht, zumal der Abend vorher auch nicht ganz früh zu Ende war: Als Vorstand hatten wir den Mitarbeitern der BFP-Geschäftsstelle in Erzhausen unseren Dank für ihren super Dienst für den Bund im Rahmen eines netten Abendessens zum Ausdruck gebracht: „Keiner geht mir von den Mitarbeitern ohne ein kleines „tee-ologisches Geschenk nach Hause“, flachst unser Bundesschatzmeister gutgelaunt. Wertschätzung ist ihm wichtig.

In Velbert angekommen komme ich kaum zum Örtchen durch, um meinen Morgenkaffee vom Essener Bahnhof wegzubringen. Überall werde ich mit „Hallo“ und „Schön, dass du da bist“ begrüßt. Mein Jacket ist anschließend gut ausgestaubt …

Uwe Liermann, der Noch-Regionalsekretär sitzt mit seinem „Läppi“ am Eingang. Am Nachmittag leitet er souverän weite Teile der Geschäftssitzung. Seine Art zu führen und zu strukturieren begeistert mich. „Das habe ich in der Logistikbranche gelernt.“ Richtig gut hat er das gelernt, finde ich. Später wird er zum stellvertretenden Regionalleiter gewählt und Marc Strunk zum Regionalsekretär. „Damit kann ich mich mehr meiner Berufung der Beratung und Unterstützung widmen“, meint Uwe nach seiner Wahl.

„Du hast an mir nicht geklebt und mich auch nicht als Schaukelstuhl benutzt“. Egbert Warzecha „interviewt“ in seiner Laudatio für den scheidenden Regionalleiter, Carsten Buck, den „Stuhl“, auf dem dieser als Regionalleiter saß. Herzliches Gelächter. Die Versammlung erhebt sich, dankt mit „Standing Ovations“ dem scheidenden Regionalleiter und beruft mit „bayerischen Ergebnissen“ Egbert als Regionalleiter und sein Team in dieNachfolge.

RT_NRW

Es geht Schlag auf Schlag: Der frisch gebackene Regionalleiter entfaltet mit motivierenden Worten seine nächsten Schritte, die Regionalfinanzen werden etwas angepasst, neue Gemeinden vorgestellt und GROWEB gibt seinen Bericht. Ich bin begeistert, wie sich diese Initiative des „Alt-Regionalleiters“ zu einem sprießenden Pflänzchen entwickelt hat. Meine Erinnerung verlässt mich etwas, waren es 26 Initiativen, die mit GROWEB unterwegs sind oder schon zu einer Gemeindegründung geworden sind?

Um 16 Uhr hält mich ein weiterer Kaffee gerade noch wach. „Das war eine klasse Tagung – die Region ist sehr gut aufgestellt, eine Hammer-Tagung“, sage ich zu Missionsleiter Thomas Halstenberg, der mich zum Gästezimmer der Velberter Mission begleitet. Die Laudatio von Egbert will ich mir gleich per Email zusenden lassen. Trotzdem muss ich jetzt erstmal eine halbe Stunde pennen, bevor wir mit Thomas bis Mitternacht weiter über (Velberter) Mission und das Ziel, die Unerreichten zu erreichen, brüten …