Besuch in der Staatskanzlei in Düsseldorf

Seit einiger Zeit engagiere ich mich im Auftrag des BFP NRW (Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden) im Arbeitskreis Freikirchen und Poiltik. Regelmäßig treffen wir uns, um über Belange der Freikirchen gegenüber der Landesregierung und den politischen Vertretern in Düsseldorf zu reden.

Stefan Adam, unser Leiter, ist seit 2009 der Politikbeaftragte der Freikirchen und hat über die Jahre viel Erfahrung auf dem Düsseleorfer Parket gesammelt.

Anfang Mai 2026 waren wir zum Gespräch mit Dr. Georg Manten, Leiter des Referats Kontakte zu Kirchen, jüdischen Kultusgemeinden sowie sonstigen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen in der Staatskanzlei in Düsseldorf eingeladen.

Es ergab sich ein konstruktiver Austausch, in dem aktuelle Fragen besprochen wurden. Wir konnten die Sicht der Freikirchen vortragen und ins Gespräch über die Wahrnehmung der Freikirchen durch die Landesregierung kommen.

Dr. Manten lud die Freikirchen ein, sich an z.B. am Projekt der Landesregierung gegen Einsamkeit zu beteiligen. Hierzu wird es in Kürze ein Spitzengespräch geben.

Der Austausch soll in lockeren Abständen fortgesetzt werden.

Stefan Adam (STA), Guido Sadler (FeG), Dr. Georg Manten (Staatskanzlei), Frank Uphoff (BFP)

Der Ausblick auf den Rhein aus der Staatskanzlei ist grandios.

BFP wächst deutlich

Mehr als 22 Prozent Mitgliederzuwachs

Erzhausen (da) – Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) setzt seinen Wachstumskurs fort. Zum Stichtag 1. Januar 2026 gehören 82.717 Mitglieder zu den 1.119 Ortsgemeinden in Deutschland. Zwei Jahre zuvor lag die Zahl noch bei 67.455 Mitgliedern in 966 Gemeinden. Damit ist die Mitgliederzahl um mehr als 22 Prozent gestiegen.

Auch bei den Taufen zeigt sich eine deutliche Entwicklung: Für das Jahr 2025 wurden 6.389 Glaubenstaufen gemeldet. Im Vergleich dazu waren es 2023 noch 3.863.

Breite Entwicklung in der Gemeindearbeit

Neben den Mitgliederzahlen wächst auch die Reichweite der Gemeinden. In der Kinder- und Jugendarbeit wurden insgesamt 30.415 Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre erreicht. Einen wichtigen Beitrag leisten dabei unter anderem die Pfadfinderarbeit „Royal Rangers“, das BFP-Kinderforum sowie die Jugendarbeit „Youth Alive/ONE Movement“. Insgesamt erreicht der BFP – einschließlich Kindern, Jugendlichen und regelmäßigen Gästen – rund 248.000 Menschen in Deutschland.

Strategische Ausrichtung als Grundlage

Als einen wesentlichen Faktor für die Entwicklung nennt BFP-Generalsekretär Peter Bregy die strategische Ausrichtung, die der Bund seit 2013 verfolgt. Ziel ist es, die gemeinsame Identität zu klären, bestehende Gemeinden zu stärken, neue Gemeinden zu gründen und den christlichen Glauben bewusst weiterzugeben.

Parallel dazu wurden Leitungsstrukturen und Ausbildungswege weiterentwickelt. Dadurch ist in den vergangenen Jahren eine neue Generation von Leiterinnen und Leitern herangewachsen, die diese Ausrichtung in den Gemeinden prägt.

Peter Bregy betonte bei der Vorstellung der Zahlen, dass Wachstum für den Bund nicht selbstverständlich sei. Es gehe darum, verantwortungsvoll zu planen und zugleich mutige Schritte zu gehen.

Gemeinsame Grundlage bleibt zentral

Neben strukturellen und strategischen Fragen hebt der BFP-Vorstand die gemeinsame theologische Grundlage hervor. Das Bekenntnis zur Bibel als Maßstab für Lehre und Leben gilt weiterhin als verbindendes Element für Gemeinden und Bund.

Die statistischen Daten werden alle zwei Jahre von den Ortsgemeinden erhoben und anschließend zentral ausgewertet und veröffentlicht.

Zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) zählen 1.119 Mitgliedsgemeinden, 502 davon (44,9 %) sind internationale Gemeinden. Einschließlich der Kinder, Jugendlichen und regelmäßigen Gästen erreicht der BFP insgesamt 248.151 Personen (Stand 01.01.2026). Der BFP ist Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK).

Weitere Infos unter: www.bfp.de

Die BFP-Statistik macht deutlich: Nach einem eher moderaten Wachstum sind die Mitgliederzahlen und Anzahl der Ortsgeeinden seit 2024 sichtbar gestiegen. (Infografik: BFP)

Quelle der Meldung: bfp-aktuell.de

100 Jahre VEF – Gottesdienst und Festakt in Berlin

Am 29.04.26 fand der Gottesdienst und Festakt zum Jubiläum 100 Jahre Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Berlin statt.

Als ehemaliges Vorstandsmitglied der VEF war ich eingeladen beim Jubiläum in Berlin mit dabei zu sein. An dieser Stelle möchte ich einige persönliche Impressionen von dem bewegenden Abend weitergeben. Ich schreibe den Artikel in der Gegenwartsform.

Mein persönlicher Bahn-Rekord

Zunächst einmal beginnt der Tag mit einem persönlichen „Bahn-Rekord“. Wenn ich allein unterwegs bin, reise ich in der Regel mit der Bahn. Mit 151 Minuten Verspätung toppt die Bahn bei mir jeden bisherigen Rekord. Da ich aber ausreichend „Puffer“ eingeplant habe, macht mir die Bahnverspätung an diesem Tag keinen Stress.

Ich habe für Berlin noch ein paar „Sight-Seeing-Punkte“ bzw. persönliche Begegnungen eingeplant, was ich dann aber wg. der Bahn-Verspätung „umwerfen“ muss. Also mache ich mich auf den Weg, vorbei am Bundeskanzleramt („Die Waschmaschine“), dem Paul-Löbe Haus (Gebäude der Parlamentarier) und dem Reichstag hin zum Brandenburger Tor.

Immer, wenn ich in Berlin bin und sich die Möglichkeit ergibt, gehe ich durch das geöffnete Tor und über den Pariser Platz. Das war für uns als Deutsche über viele Jahrzehnte nicht möglich und ist seit dem 9. November 1989 wieder möglich. Immer wieder läuft mir in so einem Moment ein kleiner „Schauer der Dankbarkeit“ über den Rücken: Welch ein Geschenk für unsere Nation!

Doch heute ist das Tor „zu“. Wg. eines „verdächtigen Gegenstands“, so erläutern die Bundespolizisten, ist ein Gang durch das Tor nicht möglich. So bleibt mir mindestens der Blick über die Baustelle zum Reichstag – und ein Blick aus der Ferne auf „das Tor“.

Stauffenbergstraße

Also mache ich mich auf den Weg zur Lukas-Gemeinde, wo der Festakt stattfindet. Das ist zwar nicht gerade kurz, aber mit den Öffis wäre es komplizierter. Ich gehe dabei das erste Mal komplett durch den „Tiergarten“, am Rand von ihm war ich da schon häufig. Eigentlich ungeplant lande ich in der Stauffenbergstraße und stehe dann vor dem historischen Bendler-Block und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, ein zentraler Ort des Attentatsversuches auf Adolf Hitler am 20.07.1944.

„Ungeplant“ gehe ich dann in die Ausstellung und nehme einen tiefen Eindruck der Widerstandsbewegung im Dritten Reich mit. Besonderes Interesse erzeugt bei mir die „Reichsbanner“-Bewegung, wo ich mein geschichtliches Wissen auffrischen kann. Ebenso beeindruckend finde ich die Breite und die Vernetzung, die die Widerstandsbewegung gegen Hitler in Deutschland hatte. Mein persönliches Engagement gegen Antisemitismus, das ich hier in Velbert lebe, bekommt durch den Besuch neuen Rückenwind und Entschlossenheit.

Gottesdienst zu 100 Jahre VEF

Wenig später bin ich in der Lukas-Gemeinde und werde herzlich von bekannten und unbekannten Gesichtern begrüßt. Der Gottesdienst beginnt mit frischem Lobpreis, das gefällt mir. Marc Brenner, ein langjähriger Weggefährte von mir, ist aktuell der Präsident der VEF. Er betont in seiner Predigt die Wichtigkeit der dreifachen Schnur aus dem Buch der Prediger. „Marc, du machst deine Sache als Präsident der VEF richtig gut!“

Mehr über den Gottesdienst kann man unten in den Links finden.

Festakt

Besonders bewegend sind im Festakt die Grußworte, die wesentlich mehr als der Austausch von Nettigkeiten darstellen. Der Kath. Bischof von Magdeburg, Gerhard Feige, (Foto) bittet im Namen der Katholischen Kirche die Freikirchen um Vergebung für den Umgang der Katholischen Kirche mit den Freikirchen. Das ist richtig „krass“, einfach gut.

Mit Feige hatte ich schon mehrfach bei Katholikentagen und anderen Anlässen gemeinsame Auftritte. Er und ich waren eingeladen unsere Sichtweisen zu unterschiedlichen Themen darzulegen. Beim Small-Talk vor dem Gottestdienst und Festakt tauschen wir unsere Wahrnehmungen von den gemeinsamen Erlebnissen aus und Bischof Feige hebt hervor, welch eine wichtige Bedeutung diese Art der Begegnungen für ihn haben – natürlich nicht nur mit mir.

Mehr zum Festakt kann man unten in den Links lesen.

Blick auf die Frucht

Was hat mich persönlich an dem Abend bewegt? Wenn man über viele Jahre in einem Gremium mitwirkt und gestaltet – und dann auf einmal nicht mehr dabei ist – ist das zunächst einmal wie ein Bruch, wenn man ist nicht mehr Teil des Geschehens ist.

Frucht in Entwicklungen – An einigen Entwicklungen, die im Rahmen der VEF gerade passiert sind oder passieren, konnte und durfte ich während meiner Zeit im Vorstand mitwirken und mitgestalten. Dankbar kann ich darauf mit etwas Distanz zurückblicken. Nicht alles, womit ich mich während der Vorstandszeit beschäftigen „durfte“, war in dem Moment einfach. Der Blick zurück zeigt doch die Frucht dessen, was gewachsen und geworden ist.

Frucht in Beziehungen – Bei Schnittchen, Häppchen und kühlen Getränken bietet sich nach dem Festakt viel Raum zur Begegnung. Mit vielen der hier Anwesenden habe ich im Lauf der Jahre kleine oder größere Wegstrecken zurückgelegt. Gemeinsam schaue ich mit dem einen oder anderen zurück und lerne auch neue Leute kennen, deren Begegnung mich sehr bereichert. So bin ich dankbar, dass ich im Reich Gottes nicht allein unterwegs bin, sondern eingebunden bin in Gemeinde, den BFP und ein breites Netzwerk darüber hinaus.

Die Lukas-Gemeinde in Berlin, wo die Feier stattfand, und einige ihrer Verantwortlichen persönlich kennenzulernen, ist ein weiteres Highlight des Tages. Diese Gemeinde lebt ihren Auftrag in Berlin einen Tick länger, als unsere Gemeinde in Velbert.

22:30 Uhr. Es wird Zeit sich auf den Weg zu machen. Zwei weitere Besucher, die ich auf dem Bahnsteig und in der Bahn treffe, setzen im Austausch weitere wertvolle Akzente, einfach so nebenbei.

Vom Nollendorfplatz nutze ich die S-Bahn zum Hauptbahnhof. Dort warte ich noch ein wenig auf einer Bank auf meinen Zug. Neben mir kotzt ein Stockbetrunkener „alles“ auf den Boden. Reden mit ihm ist leider nicht möglich. Auch das ist Berlin. Live und in Farbe.

Der Nachtzug ist pünktlich. Zum Glück kann ich fast in jeder Position schlafen und bin am anderen morgen einigermaßen „fit“ wieder in Velbert.


Bildnachweis: Fotos der Jubiläumsveranstaltung (C)Valère Schramm // happen.media,
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